Senioren

Aktiv in der dritten Lebensphase

Karl Wunderlich

Karl Wunderlich blättert durch die Geschichte der Gruppe Senioren 60plus. Foto: DRS/Guzy

Die Gruppe Senioren 60plus stellt Jahr für Jahr ein monatliches Programm auf die Beine. Begonnen hat alles mit einer Idee von Karl Wunderlich.

Auch wenn er einen Teil seines Materials bereits an seinen Nachfolger abgegeben hat, kann Karl Wunderlich am Wohnzimmertisch noch den Brief zum allerersten Vortrag aus einem Ordner ziehen. Das Schreiben lud nicht nur zu der Veranstaltung ein, sondern stellte zugleich die Idee für die Gruppe Senioren 60plus vor. Seitdem sind 20 Jahre und 200 Veranstaltungen vergangen: Zeit für Wunderlich, die Verantwortung weiterzureichen.

Seit 2004 war der heute 84-Jährige Sprecher der Gruppe Senioren 60plus der Kirchengemeinde St. Paulus Künzelsau. „Ich habe Regie geführt“, sagt er über seine Rolle. Im Jahr 2004 ging Wunderlich, der in gehobener Position in einer Bank arbeitete, in den Ruhestand. Da habe er die Idee gehabt, etwas für die Menschen in der „dritten Lebensphase“ zu machen, erklärt er. Dabei ging es ihm aber nicht um Kaffee-und-Kuchen-Nachmittage. Außerdem sollte mit dem neuen Angebot die Kirche nach außen, in die Gesellschaft wirken, wie Wunderlich seine damalige Vorstellung schildert.

Er nutzte Kontakte und suchte eine Initiatorengruppe zusammen. Mit dem Vortrag eines Unternehmers zum Thema Innovationsmanagement trat die Gruppe Senioren 60plus dann erstmals in Erscheinung. Die Veranstaltung sei ein Test gewesen, sagt Wunderlich. Die Erfahrung war positiv, sodass das Engagement fortgesetzt wurde.

Nach den Coronajahren geht es weiter

So stellte das ehrenamtliche Team um Wunderlich für jedes Jahr ein Programm für die Zielgruppe 60plus und weitere Interessierte mit Vorträgen im Gemeindezentrum St. Paulus, Exkursionen und Betriebsbesichtigungen auf die Beine. Es gab auch mehrtägige Reisen, zum Beispiel nach Rom, wie Wunderlich berichtet.

Während der Corona-Pandemiejahre war nur sehr wenig davon möglich. Aber die Gruppe 60plus bemühte sich, das Angebot nicht ganz enden zu lassen. Nach der Pandemie seien die Leute wiedergekommen, erklärt Wunderlich. Auf einem Blatt in seinem Ordner hat er die Zahl der Veranstaltungsbesucher:innen zusammengerechnet: In den 20 Jahren waren es insgesamt rund 9100 Teilnehmer:innen.

Jedes Mitglied der Gruppe darf in der jährlichen Planungsrunde Vorschläge für das kommende Jahresprogramm einbringen und muss den Vortrag oder die Besichtigung dann selbst organisieren. Wunderlich zum Beispiel hat Zeitungsausschnitte gesammelt. Einige Artikel als Anregung für mögliche Vortragsgäste hat er in seinem Ordner immer noch aufgehoben.

Ein Nachfolger übernimmt die Verantwortung

Als einen „wertvollen Teil der Senioren- und Erwachsenenbildungsarbeit der Kirchengemeinde“ würdigte Pfarrer Adrian Warzecha das Engagement von 60plus jüngst bei der 200. Veranstaltung. Bei dieser wurde Wunderlich als Sprecher der Gruppe offiziell verabschiedet. Er werde sich noch ein bisschen im Team einbringen, erklärt Wunderlich.

Die Verantwortung, die Arbeit der derzeit insgesamt siebenköpfigen Gruppe der Ehrenamtlichen zu organisieren und zu koordinieren, hat nun aber Walter Stütz. Er will die Mischung aus Vorträgen und Exkursionen beibehalten, wie Stütz auf Nachfrage erklärt. Der Programm-Flyer für 2024 ist bereits unter seiner Federführung entstanden. Wie gewohnt finden die Veranstaltungen einmal im Monat, zumeist an einem Mittwoch, statt. Sie sind seit Anbeginn für alle offen, unabhängig von Konfession oder Wohnort. „Wir wollen einen möglichst großen Teilnehmerkreis ansprechen“, sagt Stütz.

Bis Oktober des vergangenen Jahres arbeitete er als Professor an der Technischen Hochschule in Nürnberg. Aus diesem Grund war Stütz unter der Woche nicht in Künzelsau und konnte die Themen von 60plus nur aus der Distanz verfolgen, wie er erklärt. „Mir gefällt die inhaltliche Arbeit“, sagt der 65-Jährige. Die Resonanz sei positiv. Daher konnte er es sich vorstellen, in seinem Ruhestand die Arbeit von Wunderlich fortzusetzen.

Gespräch zum Thema Frieden

Die nächste Veranstaltung von Senioren 60plus findet am Mittwoch, 28. Februar, um 15 Uhr im Gemeindezentrum St. Paulus in Künzelsau statt. Zu Gast ist Gerhard Kern, der bis zu seinem Ruhestand viele Jahre evangelischer Militärseelsorger war. Der Vortrag mit Gespräch geht der Frage nach: „Wie kann man den Frieden (zurück)gewinnen?“

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