Es gibt sie nicht nur in Schwäbisch Gmünd, Ulm oder Reutlingen: Die Allgemeine Sozialberatung (ASB) der Caritas Rottenburg-Stuttgart ist eine erste Anlaufstelle für Menschen, die von Armut betroffen sind und mit mehr oder weniger komplexen Problemen Rat und Hilfe benötigen. Die Caritas will dieses niederschwellige Angebot nun erweitern: An insgesamt 54 Standorten in Württemberg sollen auch Menschen angesprochen werden, die durch die Corona-Krise ohne Vorwarnung in eine finanzielle oder soziale Notlage geraten sind.
Viele von ihnen arbeiten in Kurzarbeit, teilweise sind es Gastwirte oder ehemals Selbstständige, junge Familien, auch Studierende, Azubis oder Alleinerziehende, die für eine gewisse Zeit die Krise überbrücken müssen. Um sie bei der komplizierten Antragsstellung von staatlichen Hilfen und beim Erschließen bestmöglicher Perspektiven zu unterstützen, will die Caritas dieses Beratungsangebot vorübergehend ausbauen und ruft unter dem Stichwort „MiteinanderFüreinander – Niemanden aus dem Blick verlieren!“ zu Spenden auf. Denn dieses Beratungsangebot wird ausschließlich durch Eigenmittel und nicht durch kommunale Gelder refinanziert.
„In erster Linie steht das niederschwellige Angebot Menschen offen, die ein geringes Einkommen haben oder unter schwierigen familiären Bedingungen leben. Wir wollen nun gezielt aber auch Menschen unterstützen, die vor dem Shutdown wirtschaftlich gut situiert waren. Sie sollen durch die ASB als zentrale Anlaufstelle möglichst schnell wieder aus dem staatlichen Hilfesystem herauskommen“, erklärt Caritasdirektor Oliver Merkelbach. Sie benötigten fachlichen, emotionalen und für kurze Zeit auch finanziellen Beistand – und dies ohne lange Wartezeiten. Merkelbach geht davon aus, dass die Folgen der Corona-Krise in den nächsten zwei Jahren spürbar sein werden.
Die Rückmeldungen aus den Beratungsstellen bestätigen: Nehmen die Betroffenen Beratungsangebote wahr, können sie die Krise besser und unbeschadeter überbrücken. „Die Allgemeine Sozialberatung wirkt mit ihrem Angebot präventiv und einer Verschlechterung der Lebenssituation entgegen“, erklärt Referentin Birgit Baumgärtner, die beim Caritasverband die ASB verantwortet.
„Durch Beratung", so Baumgärnter, "können die Ressourcen und Kompetenzen der Menschen viel besser aktiviert werden. So kann vermieden werden, dass sich aus einzelnen sozialen und rechtlichen Problemen komplexe, multiple und langwierige soziale Schwierigkeiten entwickeln.“ Die Allgemeine Sozialberatung sei dabei als Clearingstelle zu verstehen, die mit anderen Diensten und Kirchengemeinden zusammenarbeitet und die Ratsuchenden bei Bedarf zielgenau weitervermittelt.