Bauprojekt

Arbeiten in, an und um die Bergkirche herum

Bergkirche Laudenbach

Die Bergkirche ist jetzt für mehrere Monate eine Baustelle. Foto: DRS/Guzy

Die Sanierung des Wallfahrtsortes hat begonnen. Daher ist jetzt für mehrere Monate nicht nur das Gotteshaus gesperrt.

Ein Bauzaun umschließt das Gelände der Bergkirche. Außen am Chor sind Gerüste aufgebaut. In der Kirche ist der Fliesenboden abgedeckt, Bänke müssen Platz machen für Gerüste und Einhausungen. In den kommenden Tagen werden Figuren und Zierelemente ausgeräumt. Nach diesen Vorbereitungen können die eigentlichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten starten. 

Das wichtigste Ziel ist es, die Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen. „Die Feuchtigkeit macht massiv Schäden“, sagt Pfarrer Burkhard Keck. Daher ist in Abschnitten auch das Außengelände einbezogen. Der stärkste Geländeeingriff passiert im Süden, also auf der Seite zum Gasthof hin.

Besseres Klima

Dort wird das Niveau abgesenkt. Dadurch kommt der Kirchensockel zum Vorschein. Der Sandstein erfährt eine Behandlung zur Salzreduzierung, wie Heike Hüppop erklärt. Die Architektin vom Büro Berger aus Rothenburg ist für die Bauleitung verantwortlich.

Eine Drainage an der Fassade und die Erneuerung der Entwässerung – nicht nur an der Südseite – sollen weitere Verbesserungen bringen. Die Belüftung der Kirche wird automatisiert, um das Klima regulieren zu können.

Die drei Chorfenster werden ausgebaut, um sie zu restaurieren. Die Schutzverglasung wird erneuert. Die Raumschale bekommt eine Reinigung. Die Figuren und die weitere Ausstattung werden restauriert. Noch einige weitere Arbeiten und Überprüfungen stehen auf der Liste.

Herbstwallfahrt als Zieltermin

Die Bergkirche ist für längere Zeit nicht mehr zugänglich. Die Umzäunung betrifft auch die Bergstaffel: Am Fuße des 255-stufigen Aufstiegs mit Kreuzwegstationen steht ein Absperrgitter. Daher fällt an den Fastensonntagen der dortige Kreuzweg aus.

Alle Maiandachten und Wallfahrtsgottesdienste finden in der Pfarrkirche statt, wie Pfarrer Keck ankündigt. Zum Fest Mariä Geburt am 8. September, einem wichtigen Termin im Wallfahrtskalender, soll die Bergkirche für den Gottesdienst wieder zugänglich sein – auch wenn innen vielleicht noch Gerüstteile stehen werden.

Wallfahrtsort über die Diözesangrenze hinaus

Keck hofft, dass er nach den coronabedingten Absagen und Einschränkungen in den vergangenen beiden Jahren sowie der aktuellen Baustellenphase ab dem Jahr 2023 wieder das volle Wallfahrtsprogramm in der Bergkirche bieten kann. So soll die „Laudenbacher Bergpredigt“ dann ebenfalls wieder eine Fortsetzung finden. Dazu lade er immer interessante Personen ein, beschreibt Keck die Vortrags- und Gesprächsreihe. Bei der Ausgabe 2019 zum Beispiel war die populäre Politikerin und frühere Präsidentin des bayerischen Landtags, Barbara Stamm, zu Gast.

Aufgrund der Lage im äußersten Norden der Diözese Rottenburg-Stuttgart zieht die Bergkirche traditionell auch Wallfahrtsgruppen aus dem Würzburger Raum an. Auch sonst ist der Ort für den einen oder anderen Sonntagsausflug ein beliebtes Ziel, wie Keck erklärt: „Die Bergkirche zu besuchen, tut den Leuten einfach gut.“

Die Bergkirche in Geschichte und Dichtung

Die besondere Lage und Erscheinung der Bergkirche beeindruckte Eduard Mörike. Der Lyriker, der im 19. Jahrhundert einige Zeit in Mergentheim lebte, widmete ihr ein Gedicht. "O liebste Kirche sondergleichen", heißt es in der ersten Strophe.

Die Bergkirche ist in der Spätgotik entstanden. Ein Stein an einem Seitenportal verweist auf das Jahr 1412.  Als nördlichster Wallfahrtsort in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist die Bergkirche auch ein Anziehungspunkt für Gläubige aus den angrenzenden Regionen.