Die Arbeiten von Raphael Seitz haben im Heilbronner Raum und darüber hinaus nach wie vor eine starke Präsenz. Das hängt nicht zuletzt mit der Wechselwirkung zwischen der Umgebung und dem eher ungewöhnlichen Material zusammen, mit dem sich der Künstler schwerpunktmäßig beschäftigte: Glas. Eine kleine Ausstellung, die aktuell im Heinrich-Fries-Haus in Heilbronn zu sehen ist, erinnert aber nicht nur an diese Arbeiten.
Zu den 15 Werken, die für die schlaglichtartige Schau ausgewählt wurden, gehören auch Malereien, darunter ein Selbstbildnis und eine Wolkenbilder-Serie. Daneben zeigt die Ausstellung anhand von Entwürfen Beispiele für die Glaskunst von Seitz. Er wurde 1957 in Heilbronn geboren und studierte nach dem Abitur Malerei und Glasgestaltung an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart. Ab 1991 bis zu seinem Tod im Jahr 2015 arbeitete Seitz als freischaffender Künstler in Heilbronn.
Die besondere Rolle von Licht
Er gestaltete zahlreiche profane Gebäude wie die Kundenhalle der AOK Heilbronn und sakrale Räume wie die Liebfrauenkirche in Eningen unter Achalm mit seiner Glaskunst. „Er wollte Lichträume schaffen“, erklärt Barbara Welle auf Nachfrage. Sie übernahm einige Assistenzarbeiten für den Künstler und wurde später seine Partnerin. Glas war das Hauptmaterial von Seitz. Er arbeitete aber auch mit anderen Materialien, wie Barbara Welle auf die große Bandbreite des Künstlers verweist.
Glas war für Seitz wegen der Rolle des Lichts interessant. In einem Interview bezeichnete er einmal Glas als Pinsel und Werkzeug, „um mit Licht zu arbeiten“.
Die Ausstellung findet nicht zufällig im Heinrich-Fries-Haus statt. Dort steht im Eingangsbereich eine Glasstele von Seitz. Er hatte sie einst für Eva-Maria Agster entworfen. Die damals leitende Pfarrerin des Pfarramts für Polizei und Notfallseelsorge der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hatte die Idee, „eine Glasstele von Raphael Seitz könnte mein relativ düsteres und funktionales Dienstzimmer in einen lichten, stärkenden Ort verwandeln“, wie sie nun anlässlich der Ausstellungseröffnung sagte. Nach ihrem Ruhestand im Jahr 2016 suchte sie einen neuen öffentlichen Ort für die Stele. Barbara Welle vermittelte den Kontakt zum Heinrich-Fries-Haus, wo die Stele dann einen neuen Platz fand. Die Eröffnung der Ausstellung bot jetzt auch die passende Gelegenheit, die Stele durch Pfarrer Roland Rossnagel zu segnen.




