Jubiläum

Bereits zu Lebzeiten verehrt

Die Kinder stehen auf den Altarstufen. Rechts neben ihnen steht Bischof Fürst und liest aus einer Mappe das Segensgebet, neben ihm ein Ministrant mit Weihwasser.

Die Gruppen des Kindergartens St. Uta in Uttenweiler eröffnen mit einem Lied den Festgottesdienst mit Bischof Gebhard Fürst, Pfarrer P. Alfred Tönnis (r.) und Pfarrvikar Uwe Grau (l.) - Foto: DRS/Waggershauser

Bischof Fürst und die Gemeinde Uttenweiler feierten die kinderliebe Ortspatronin Uta 1300 Jahre nach ihrem Tod.

Von der Frau, die dem oberschwäbischen Ort Uttenweiler am Fuße des Bussen den Namen gegeben haben soll, ist wenig bekannt. Die Selige Uta erscheint in der einen Legende als Adlige, in der anderen als Dienstmagd. Auch ob sie tatsächlich im Jahr 722 gestorben ist und in der heutigen Pfarrkirche bestattet wurde, wo eine Bodenplatte an sie erinnert, bleibt fraglich. Für Bischof Gebhard Fürst, der am Sonntag mit der Seelsorgeeinheit Bussen im Dekanat Biberach den Festgottesdienst zum 1300-Jahr-Jubiläum feierte, sind nicht die historischen Fakten das Wesentliche. "Diese Uta muss ein ganz besonderer Mensch gewesen sein", sagte er im Blick auf die ungebrochene Verehrung.

Überliefert ist, dass Uta eine große Liebe zu Kindern hatte und sie heilte, wenn sie krank waren. Ein Kind soll sie sogar durch einen beherzten Sprung in den Weiher vor dem Ertrinken gerettet haben. Bischof Fürst schlug die Brücke von der Seligen zum Markusevangelium, in dem zu hören war, dass Jesus ein Kind als Beispiel für seine Nachfolge in die Mitte seiner Jünger stellte. Kinder hätten unmittelbares Vertrauen und seien nach einem Streit schnell wieder versöhnungsbereit. Sie seien jedoch in der Gesellschaft wie die Armen und Kranken dadurch häufig wehrlos, stellte der Bischof fest. Wie Jesus müsse sich auch die Kirche um Kinder und Benachteiligte besonders annehmen. "Wo dies gelingt, sind wir eine diakonische, eine dienende Kirche", betonte der Festprediger.

Liebe geht durch den Magen

Dabei gehe es um Unterstützung der Menschen, nicht um Beherrschen oder das Ausüben von Macht, stellte Bischof Fürst klar, ohne das Thema Kindesmissbrauch explizit zu nennen. In diesem Sinne dankte er den Erziehenden in den Kindergärten für ihren vorbildlichen Dienst, aber auch den Familien und denen, die die Rahmenbedingungen für eine am Kindeswohl ausgerichtete Erziehung schaffen. Dem Dank schloss sich der Pfarrer der Seelsorgeeinheit, Pater Alfred Tönnis an und zeigte seine Anerkennung ebenso allen, die den Festgottesdienst musikalisch, liturgisch und organisatorisch mitgestalteten, sowie den Vereinen und ihren Abordnungen.

Kinder in die Mitte zu stellen, darüber wurde in Uttenweiler nicht nur theoretisch gesprochen. Die Gruppen des Kindergartens bevölkerten am Beginn und am Ende des Gottesdienstes die Altarstufen der Kirche und sangen sich in die Herzen der Feiernden. Uta ist auch die Namensgeberin der kirchlichen Einrichtung. "Unsere Kinder wissen alle Bescheid, wer das ist", erklärte die Leiterin Vanessa Braun. Am Gedenktag der Seligen, dem 20. Januar, erzählten die Erzieherinnen die Legenden mit Egli-Figuren und sie besuchten gemeinsam die St.-Uta-Kapelle am Ortsrand in der Nähe des Weihers. Zum Dank für ihre Mitwirkung beim Festgottesdienst erhielten die Kinder, denen die Liebe der Seligen Uta galt, ein vom Bischof gesegnetes Uta-Brot, eine Art Lebkuchen. Denn die Liebe geht bekanntlich auch durch den Magen.

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