Die Grundhaltung „Bewege Dich“ gehört für mich zum Menschsein – und ganz besonders zum Christsein. Denn alles Leben ist Bewegung, auch Gottes Schöpfung ist in ständiger Bewegung. Wer beweglich bleibt, hat Zukunft, weil sie/er weiter sucht, nicht stehen bleibt oder sich mit einfachen Antworten zufrieden gibt, sondern eine lebendige Sehnsucht in sich trägt, die wachsen und Neues entdecken lässt.
Für mich hat diese Bewegung zwei Ausrichtungen
- Die Bewegung nach innen, ich wende meinen Blick nach innen, lausche hinein, was mich gerade bewegt und umtreibt. Ich spüre nach, welches Gefühl sich zeigt und unterscheide zwischen dem, was mich ausbremst und dem, was mich nach vorne bringt und lebendig hält. Das bedeutet aktiv und wachsam zu sein und Gottes Geist Raum zu geben.
- Bei der Bewegung nach außen bewege ich mich auf andere Menschen zu, beziehe sie mit ein, höre aufmerksam zu, ohne gleich zu urteilen. Ich bin neugierig und versuche zu verstehen, was sie gerade bewegt. Das stärkt das gegenseitige Vertrauen und verbindet.
Im synodalen Arbeiten setze ich bewusst Methoden ein, die innere und äußere Bewegung ermöglichen: kurze Unterbrechungen, um nach innen zu hören, Platzwechsel, um Perspektiven zu ändern, oder das gemeinsame Gehen zu zweit, wenn etwas noch einmal diskutiert werden muss. Ich erlebe, wie sich dadurch Einsichten weiterentwickeln – bei mir selbst und bei den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite. Das biblische Bild der Emmaus-Jünger begleitet mich dabei: Sie waren miteinander unterwegs, und im gemeinsamen Gehen wurde ihnen Christus neu erschlossen.
Synodal beweglich zu sein heißt für mich, wachsam zu sein und immer wieder aufzubrechen und so Teil einer wachsenden, lebendigen Schöpfung zu bleiben.
Ich bin überzeugt, dass wir darauf vertrauen können, dass Gott uns bei all den anstehenden Veränderungen, die uns persönlich und als Kirche abverlangt werden, neue Wege zum Leben zeigt und immer wieder Neues, Überraschendes entdecken lässt.
Gabriele Denner, Geschäftsführerin des Diözesanrats




