Martinusmedaille

Bischof ehrt Engagierte mit der Martinusmedaille

Verleihung Martinusmedaille 2025

Bischof Dr. Klaus Krämer überreichte am 9. November zwei Frauen und drei Männern die Martinusmedaille für ihr Herausragendes ehrenamtliches Engagement. Das Bild zeigt (von links): Ursula und Michael Halter, Christa Wolpert, Bischof Dr. Klaus Krämer, Rupert Kern und Andreas Bouley. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Dr. Klaus Krämer würdigt fünf Frauen und Männer aus der Diözese als Beispielgeber gelebter christlicher Solidarität im Sinne des heiligen Martin.

Bischof Dr. Klaus Krämer ehrte am Sonntag fünf engagierte Frauen und Männer aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die sich aus ihrem Glauben heraus für andere Menschen einsetzen, mit der Martinusmedaille. „Durch ihr Engagement und ihren ganz konkreten Einsatz zeigen sie, wie wir heute dem Vorbild unseres Diözesanpatrons, des heiligen Martin von Tours, folgen können, um Leben mit anderen Menschen zu teilen“, sagte Bischof Dr. Krämer.

Geehrt würden mit der Medaille Frauen und Männer, die sich mit ihrem Denken, Reden und Tun aus ihrem Glauben heraus für andere einsetzen. „Sie aktualisieren und verwirklichen, was Martin von Tours uns vorgelebt hat. Beispielhaft zeigen sie uns und unseren Zeitgenossen, wie christliche Solidarität heutzutage aussehen kann: Hinschauen, wo die Not vor Ort groß ist, beurteilen, wie aus dem Glauben heraus eine Lösung aussehen kann und: selbstlos und mit aller Kraft für den Nächsten handeln. Auf Martins Spuren haben auch Sie ihre Zeit, ihre Mittel, ihre Liebe geteilt und so den ‚geringsten Schwestern und Brüdern‘“ gedient“, hielt der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart fest und sagte: „Möge Ihr Beispiel viele Nachahmer in unserer Zeit finden, damit eine Kultur der Barmherzigkeit wachsen kann.“

Dr. Krämer hielt weiter fest: „Die Verleihung der Martinusmedaillen erinnert uns an die unzähligen liebenden Herzen und helfenden Hände in unserer Diözese. Viele Christinnen und Christen lassen ihren Glauben handfest werden in dem, was sie – oft im Verborgenen – tun. Solange es auch heute viele Menschen gibt, die den Armen und Notleidenden unserer Städte und Dörfer beistehen, bleibt das Zeugnis des Martin von Tours in Erinnerung – bleibt Gottes Wort unter uns lebendig.“ 

Ausgezeichnet wurden von Bischof Dr. Klaus Krämer daraufhin folgende Frauen und Männer:

Andreas Bouley aus der Kirchengemeinde St. Maximilian Kolbe, Stuttgart-Vaihingen, im Stadtdekanat Stuttgart. „In ganz außerordentlicher und selbstloser Weise lassen Sie sich für in eine Vielzahl von Leitungs- und Aufsichtsorganen zum Wohl unserer Kirche und zum Wohl kirchlicher und karitativer Einrichtungen in Dienst nehmen und bringen dabei nicht zuletzt ihre Kompetenz und Erfahrung als erfolgreicher Wirtschaftsprüfer ein“, sagte Bischof Dr. Krämer an den Geehrten gewandt. So sei Bouley bis zu diesem Jahr Gewählter Vorsitzender des Stadtdekanatsrats Stuttgart, Vorsitzender des Stiftungsrats der Caritas Stiftung Stuttgart und Stellvertretender Vorsitzender des Caritasrats, des Aufsichtsrats des Caritasverbandes für Stuttgart. Hierbei habe er mit einem authentischen Sinn für christliche Nächstenliebe, mit größter Zuverlässigkeit und Loyalität sowie höchster Kompetenz, insbesondere in wirtschaftlichen Fragestellungen, einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass die katholische Caritas in Stuttgart sich so fruchtbar und gut zum Wohl insbesondere der Notleidenden dieser Stadt entwickeln konnte, betonte der Bischof.
Dieses über Jahre und Jahrzehnte währende ehrenamtliche Engagement werde flankiert von einer Vielzahl weiterer Engagements in kirchlichen, gemeinnützigen oder mildtätigen Stiftungen und Organisationen, die Bouley ausfüllt. „Auf Ebene der Kirchengemeinde waren Sie seit 1991 im Kirchengemeinderat, seit 1996 15 Jahre lang als Zweiter Vorsitzender und seit 2009 als Mitbegründer und Stiftungsratsvorsitzender der Förderstiftung der Katholischen Kirchengemeinde Maximilian Kolbe in Stuttgart-Vaihingen“, hielt Bischof Dr. Krämer fest und fuhr fort: „Darüber hinaus begleiten Sie mehrere Stiftungen, die sich auf unterschiedliche Art und Weise die Bedarfe von Seniorinnen und Senioren zum Anliegen gemacht haben: die Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung, die Stiftung Katholische Kirche Stuttgart, die Grötzinger-Stiftung und die Hans Rehn Stiftung. Daneben sind Sie Mitglied im Verwaltungsausschuss des Ökumenischen Zentrums an der Universität Stuttgart-Vaihingen, Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Marienheim Stuttgart und haben im Vorstand des Trägervereins an der Vorbereitung und Durchführung des Katholikentags in Stuttgart 2022 mitgewirkt.“ Mit Blick auf dieses vielfältige Engagement verleihe er als Zeichen der Anerkennung der Diözese Rottenburg-Stuttgart sehr gerne die Martinusmedaille an Andreas Bouley, sagte der Bischof.

Die zweite Martinusmedaille erhielt das Ehepaar Ursula und Michael Halteraus der Kirchengemeinde St. Wolfgang Pfullingen im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten. Laut Bischof Dr. Krämer erfolgte die Verleihung an das Ehepaar für dessen Einsatz beim Einrichten eines Pilgerweges: dem Wolfgangsweg. Dieser Weg lade zum Pilgern ein, von Pfullingen, dem Geburtsort des Heiligen Wolfgang, bis nach Regensburg und St. Emeram, wo der Heilige begraben liegt. Nach den vielen Vorarbeiten, die die Durchführung eines solchen Projektes erfordern, von der Kooperation mit örtlichen Behörden, der Berücksichtigung der gegebenen Infrastruktur bis hin zum Ablaufen der Strecke und dem Versehen des Weges mit Wegzeichen und Infotafeln, stelle solch ein Weg eine fortdauernde Aufgabe dar, hob Bischof Dr. Krämer hervor und sagte: „Ursula und Michael Halter aus Pfullingen sind seit Einrichtung des Martinuswegs im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten als Wegpaten tatkräftig im Einsatz. Sie betreuen den Wegabschnitt des Regionalwegs Zwiefalter-Reutlinger Alb von Engstingen bis zum Reutlinger Georgenberg. Neben den saisonalen Aufgaben der Streckenkontrolle und Ausschilderung sind beide engagiert bei den jährlichen Pilgertagen des Dekanats: in der Organisation und unterstützend bei der Gestaltung und inhaltlichen Ausrichtung der Veranstaltungen zum Pilgern und zu den Pilgerwegen in der Diözese, vor allem auch beim Pfullinger Wolfgang-Weg.“ Und der Bischof sagte weiter: „Es freut mich sehr, dass ich Ihnen heute die Martinusmedaille für ihr gemeinsames Engagement in diesem außergewöhnlichen Projekt verleihen darf.“
Zugleich wolle er damit aber auch das vielfältige Engagement des Ehepaares in seiner Kirchengemeinde würdigen: Ursula Halter beispielsweise in ihrer Funktion als langjähriges Mitglied im Kirchengemeinderat (KGR), bei ihrem Engagement für die ökumenischen Stadtkirchentage, bei der Missbrauchsprävention oder bei der Partnerschaft mit Butema in Uganda. Michael Halter engagiere sich bei vielen praktischen Projekten, vom Engagement beim BUND, über die Beratung der Pfarrgemeinde und der technischen Betreuung einer Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach von St. Wolfgang Pfullingen bis zur Gründung zweier Betreibergesellschaften, sowie bei vielen Aufgaben in der Kirchengemeinde beispielsweise als Kirchengemeinderat, als Lektor, in der Mitarbeit bei den Taizé-Gebeten oder als Mitarbeiter im Arbeitskreis Asyl, sagte der Bischof und hielt fest: „Ich freue mich, Ihnen für diese umfassende Engagement die Martinus-Medaille zu verleihen.“

Rupert Kernaus der Kirchengemeinde St. Karl Boromäus Winnenden im Dekanat Rems-Murr erhielt die dritte Medaille verliehen. Laut Bischof Dr. Krämer werde an dem ehrenamtlichen Engagement von Kern deutlich, wie sehr die Diözese Rottenburg-Stuttgart angewiesen ist auf ein gutes Miteinander zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, ja, dass es stellenweise die Ehrenamtlichen seien, auf deren Schultern in Zeiten des Umbruchs die Verantwortung und manchmal auch die Last einer Kirchengemeinde ruht. „De facto leitet Herr Kern in der Vakanz und in der Krankheitsphase der Kirchenpflegerin die Gemeinde Winnenden, begleitet durch den Pfarr-Administrator, Herrn Pfarrer Wolfgang Beck. Dabei macht Herr Kern kein Aufhebens um sich und seine Person, für Ihn gründet jegliches Engagement in unserer christlichen Grundüberzeugung, dass jeder Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen ist. Hierin gründet die Achtung der Würde eines jeden Menschen, der Einsatz für gerechten Frieden, das Leben der christlichen Werte, der Einsatz für Demokratie, ein respektvoller Umgang miteinander, um so die Liebe Gottes im Alltag umzusetzen“, sagte Bischof Dr. Krämer. Dies alles verwirkliche der Geehrte in seinem „über den Maßen großen Einsatz für die Bedarfe der vakanten Kirchengemeinde“. Allein die Liste, für wen alles er als Ansprechpartner in der Pfarrgemeinde fungiert, vom Administrator, über die Pfarrbüros bis hin zu den Kindergärten, fülle fast eine halbe Seite. „Ähnlich imposant lesen sich die Aufgaben, die Herr Kern in der Kirchengemeinde übernimmt. Hieraus ließen sich leicht mehrere Stellenausschreibungen kreieren: für einen Kirchengemeinderat, einen Kirchenpfleger, einen Bausachverständigen, einen Beauftragten für Ökumene, einen Zuständigen für Flüchtlingsarbeit oder die Vesperkirche“, sagte Bischof Dr. Krämer. Kern halte zudem den Kontakt zur Stadt Winnenden, wenn es um öffentliche Veranstaltung geht, und er sei seit 1989 Mitglied im Familienkreis „Ü50“. In ihm seien viele Aufgaben und Verantwortlichkeiten in einer Person vereint. Bischof Dr. Krämer unterstrich: „Dies alles zeigt, was christlicher Dienst heute bedeuten kann. Sein Einsatz macht sichtbar, wie Glaube, Engagement und Mut zur Veränderung zusammenwirken wirken können. Sehr geehrter Herr Kern, aufgrund all dessen verleihe ich Ihnen heute sehr gerne die Martinusmedaille.“

Christa Wolpert aus der Gesamtkirchengemeinde St. Rochus Eberstal im Dekanat Hohenlohe erhielt am Sonntag die vierte Martinusmedaille durch Bischof Dr. Krämer verliehen. Durch ihren Einsatz lege sie beredtes Zeugnis davon ab, wie der Einsatz für die Gemeinschaft heute aussehen kann, sagte der Bischof an die Geehrte gewandt. Wolpert habe sich im Ehrenamt über Jahrzehnte große Verdienste innerhalb ihrer Kirchengemeinde, aber auch weit darüber hinaus erworben. Neben Funktionen im Kirchengemeinderat, beim Mesnerdienst, bei Wortgottesfeiern und im Frauenbund gehöre auch der aufopferungsvolle Dienst im Vorstand der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Rottenburg-Stuttgart dazu, der unter anderem dazu führte, dass sie in der ganzen Diözese aktiv und unterwegs war und ist, stellte der Bischof fest und fuhr fort: „Beispielhaft dafür steht ihr großer überregionaler Einsatz für die Pflegeberufe.“
In ihrer eigenen Gemeinde Eberstal sei Wolpert darüber hinaus anerkannt und hochgeschätzt. „Sie ist bestens vernetzt, kennt quasi jedes Gemeindemitglied und nimmt an vielen Einzelschicksalen aktiv und hilfreich teil. Für die hauptamtlichen Mitarbeiter:innen der Seelsorgeeinheit ist sie eine unverzichtbare, zuverlässige und vertrauenswürdige Ansprechperson“, würdigte der Bischof das Engagement der Geehrten.
Wenn es darum geht, die Interessen einer zukunftsgewandten Kirche zu vertreten, erhebe Wolpert ihre Stimme und vertrete sie – privat, im Raum der Gemeinde und in Gremien – durchaus mit Nachdruck, sagte der Bischof und setzte an die Geehrte gerichtet hinzu: „Exemplarisch für ihre Tätigkeiten in der Kirchengemeinde möchte ich nur die weit über 40 Jahre hervorheben, die sie als Lektorin und Kommunionhelferin und Wortgottesdienstleiterin wirken, und über lange Jahre hinweg die Leitung des Kindergottesdienstteams, die Vorbereitung der Sternsingeraktion übernommen und in der Erstkommunion- und Firmvorbereitung mitgewirkt haben.“ Weit über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus führe sie zudem der Einsatz als Vorstandsmitglied in der Katholischen Erwachsenenbildung Hohenlohekreis oder ihre ehrenamtliche Aufgabe als Richterin am Amtsgericht Crailsheim, von 2015 bis 2024. Seit 2022 sei Wolpert zudem Vorstandsmitglied der „Eberstaler Rentner" und dort zuständig für die kirchlichen Themen und seit 2023 sei sie Geistliche Beirätin im Katholischen Frauenbund Eberstal. „Sehr geehrte Frau Wolpert, sie sind mit ihrem Einsatz in vielfältiger Weise dem Beispiel des heiligen Martin gefolgt. Gerne verleihe ich Ihnen heute die Martinusmedaille“, hielt der Bischof fest.

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