Kirche

Bischof Fürst ruft zum Energiesparen auf

Die Weggentalkirche im Winter. Archivbild: Diözese Rottenburg-Stuttgart

Ein Handlungsrahmen hilft, Kirchen verantwortungsbewusst zu temperieren. Die Gemeinden sollen sich auf den Herbst und Winter vorbereiten.

Allein ein Grad Temperaturabsenkung in den mehr als 5.000 beheizten kirchlichen Gebäuden in Württemberg, könne bis zu zehn Prozent Heizenergie einsparen. Das erläuterte Bischof Dr. Gebhard Fürst in einem Brief an alle Verantwortlichen in den Kirchengemeinden. Er rief dazu auf, sich schon jetzt aktiv auf die kommende Heizperiode vorzubereiten und zu planen, wie der Energieverbrauch gesenkt werden kann.

„Für uns als Kirche ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns solidarisch in die gesamtgesellschaftlichen Bemühungen einbringen, Energie einzusparen, um die Versorgung von zentralen Bereichen der kritischen Infrastruktur mit Gas und anderer Energie zu gewährleisten“, so Bischof Fürst. Die Kirchen sollen in den schwierigen und belastenden Zeiten ein Ort des Gebets und des Gottesdienstes bleiben. Dennoch stehe man aufgrund der aktuellen Entwicklungen vor der Herausforderung, viele, oft große und wenig isolierte Kirchengebäude im kommenden Herbst und Winter nicht oder kaum beheizen zu können.

Weniger Energieverbrauch entlastet bei Kosten und trägt zum Klimaschutz bei

Der Bischof zeigte sich deshalb dankbar, weil viele Gemeinden schon überlegten, wie sie in den kalten Monaten die Liturgie feiern könnten. Wichtig sei ihm, dass die Kirchen offen und für die Feier von Gottesdiensten nutzbar blieben, auch wenn sie kaum beheizt wären. In Einzelfällen könne auch auf Gemeindesäle ausgewichen werden. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die kurzen und innovativen Feierformen, die aufgrund der Corona-Pandemie entstanden seien. „Als einfach umzusetzende Sofortmaßnahme trägt die dauerhafte Senkung der Heiztemperatur in den Kirchen, Gemeindehäusern und Verwaltungsgebäuden auch zur Entlastung der Energiekosten und zum Klimaschutz bei“, so der Bischof weiter.

Vor Ort über Hintergründe des Energiesparens aktiv informieren

Um sich auf die kommende Heizperiode vorzubereiten, erhielten die Gemeinden eine Handreichung zum verantwortungsbewussten Temperieren von Kirchen. Darin werden die Gemeinden dazu angehalten, die Heizungsart in den Kirchen und deren Einstellung zu prüfen.

Zudem gibt es Vorgaben, welche Temperaturen zum Schutz der Orgeln und des Kircheninventars notwendig sind. So darf eine Grundtemperatur von mindestens fünf Grad nicht unterschritten werden; die Nutztemperatur wiederum soll bei maximal 13 Grad liegen. Für die Besucherinnen und Besucher von Gottesdiensten sollen Wolldecken und Sitzkissen angeboten werden. Zudem wird dafür geworben, die Mitglieder der Kirchengemeinden über die Hintergründe des Energiesparens zu informieren.

Austausch zwischen allen vier Kirchen im Land

Ergänzend berichtete Diözesanbaumeister Dr. Thomas Schwieren, dass sich die Diözese Rottenburg-Stuttgart derzeit auf fachlicher Ebene mit den anderen großen Kirchen in Baden-Württemberg anstimme und weitere Vorschläge für den Herbst erarbeite. „Das Thema betrifft uns alle und wir haben alle das Ziel, unseren Beitrag zum Energiesparen zu leisten“, so Schwieren.

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