Wahlen

Bischofskonferenz hat neuen Vorsitzenden

Bei der Pressekonferenz nach der Wahl des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz sprechen: Bischof Dr. Georg Bätzing (bisheriger Vorsitzender), Dr. Beate Gilles, Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, der neue Vorsitzende, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ, und Pressesprecher Dr. Matthias Kopp

Pressekonferenz nach der Wahl des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz: Bischof Dr. Georg Bätzing (bisheriger Vorsitzender), Dr. Beate Gilles, Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, der neue Vorsitzende, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ, und Pressesprecher Dr. Matthias Kopp Foto: DRS/Guzy

Die Kameras sind aufgebaut, die Medienleute warten auf die Vorstellung des neuen Vorsitzenden.

Die Kameras sind aufgebaut, die Medienleute warten auf die Vorstellung des neuen Vorsitzenden. Foto: DRS/Guzy

Zahlreiche Medienleute verfolgen die Pressekonferenz im Würzburger Burkardushaus, dem Tagungszentrum des Bistums Würzburg.

Zahlreiche Medienleute verfolgen die Pressekonferenz im Würzburger Burkardushaus, dem Tagungszentrum des Bistums Würzburg. Foto: DRS/Guzy

Der Hildesheimer Bischof, Dr. Heiner Wilmer SCJ, tritt die Nachfolge von Bischof Dr. Georg Bätzing, Bischof von Limburg, an.

Die katholische Kirche in Deutschland wird in den kommenden sechs Jahren von Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ gegenüber Öffentlichkeit und Politik repräsentiert. Während der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), die bis Donnerstag in Würzburg tagt, wurde der Bischof von Hildesheim am Dienstagvormittag zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.

In einer Pressekonferenz im Anschluss an die Wahl stellte der bisherige DBK-Vorsitzende, Bischof Dr. Georg Bätzing, seinen Nachfolger vor. „Er verdient alle Unterstützung, die wir ihm jetzt geben können. Das wurde in der Konferenz schon deutlich“, sagte Bätzing. Der Bischof von Limburg verabschiedete sich damit aus seiner Vorsitzendenfunktion.

Worte aus dem Gloria zum Einstieg

Mit den Worten aus dem Gloriagebet: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“, eröffnete Bischof Wilmer als neuer DBK-Vorsitzender sein Statement vor der Medienöffentlichkeit. Diese Verse tragen eine doppelte Bewegung in sich, wie er erklärte: „Den Blick zu Gott und den Blick auf die Menschen. Gott im Zentrum und der Friede für die Welt und die Gerechtigkeit als Aufgabe.“

An die Katholikinnen und Katholiken in Deutschland gewandt sagte der neue DBK-Vorsitzende: „Sie sind das lebendige Gesicht der Kirche.“ Als Quelle von Kraft und Weite bezeichnete Bischof Wilmer den Glauben.

Geistliches prägt die Ansprache

Die Rede des neuen DBK-Vorsitzenden war sehr geistlich gehalten. Glaube, Hoffnung, Friede, Gerechtigkeit waren die Stichworte, die sich durch seine Ansprache zogen. „Im Namen Gottes, dieser Krieg braucht ein Ende“, sagte Bischof Wilmer am zeitgleichen Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine. Friede sei eine Aufgabe. Ein Friede, der den Namen verdiene, wachse aus Gerechtigkeit.

Auch auf die Fragen aus der Runde der zahlreichen Medienleute, die sich in einem Tagungsraum des Burkardushauses in Würzburg drängten, antwortete Bischof Wilmer mit geistlichen Bezügen. Seine Hauptaufgabe sehe er darin, Gott ins Zentrum zu stellen. Aber auch den Einsatz für Gerechtigkeit und das Üben in Barmherzigkeit sprach Bischof Wilmer mit Rückgriff auf den Propheten Micha an.

Freude über neuen Vorsitzenden

Als Diasporabistum, migrantisch, sehr multikulturell und international, beschrieb Wilmer sein Heimatbistum Hildesheim, und sich als „Pilger auf dem Weg, das Evangelium in der Hand, die Menschen im Blick“.

„Ich freue mich sehr, dass wir einen guten neuen Vorsitzenden haben“, sagte der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Dr. Klaus Krämer, in einer ersten Stellungnahme am Rande der Vollversammlung. Er schätze Bischof Wilmer sehr und kenne ihn schon lange – auch schon aus der Zeit bevor dieser Bischof von Hildesheim wurde. Bischof Wilmer könne viel in das neue Amt einbringen. So habe Bischof Wilmer eine gute Vernetzung in Rom und wisse, die römische Atmosphäre einzuschätzen, was wichtig sei, um die Entscheidungen in Deutschland nach Rom so zu kommunizieren, dass sie produktiv aufgenommen werden, erklärte Bischof Krämer.

Weitere Personalentscheidungen

Denn Wilmer, der am 9. April 1961 in Schapen (Emsland) geboren wurde, war von 2007 bis 2015 Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn und im Anschluss bis 2018 Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom. Am 6. April 2018 wurde Heiner Wilmer von Papst Franziskus zum 71. Bischof von Hildesheim ernannt, am 1. September 2018 wurde er zum Bischof geweiht und in sein Amt eingeführt.

Als DBK-Vorsitzender ist er nun für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Der bisherige Vorsitzende hatte im Januar angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen. In der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wurde außerdem Dr. Beate Gilles als Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz für sechs Jahre im Amt bestätigt. Der Pressesprecher und Leiter der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Matthias Kopp, wurde ebenfalls bestätigt.

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