Beten bedeutet für mich, nach innen zu hören, wahrzunehmen, wo es mich hinzieht, meiner Sehnsucht nachzuspüren. In schwierigen Situationen oder in Ratlosigkeit kann mir das Gebet helfen, Halt und Orientierung in Gott zu finden. „Bleibe“ im Gebet bedeutet ja, mich dafür zu öffnen, dass Gott immer gegenwärtig ist.
Für mich ist wichtig, den Bezug zu Gott im Bewusstsein zu behalten, das gilt in kirchlichen Gremien ebenso wie in allen anderen Lebensbereichen. Ich achte darauf, den Unterschied zwischen Kirche und Gott immer wieder zu benennen. Mir ist zu viel von Kirche und zu wenig von Gott die Rede. Es geht um Gott und die Menschen. Kirche ist das Vehikel, im besten Fall ist die kirchliche Gemeinschaft ein Ort, an dem Gott und Mensch in Berührung kommen.
Momente der Stille und des Innehaltens helfen auch bei Sitzungen dabei, sich selbst wahrzunehmen und sich gemeinsam in die Gegenwart Gottes zu stellen. Wenn die Leitung eines Gremiums diesen Raum schafft und Stille herstellt, dann entstehen besondere Momente.
Birgitta Negwer, Dekanatsreferentin und geistliche Begleiterin




