Jubiläum

Blutritt als Hoffnungszeichen in den derzeitigen Krisen

Die Reiter:innen in Frack und Zylinder reiten mit Fahne und Standarten am ehemaligen Klostergebäude vorbei.

Die 100 Jahre alte Blutreitergruppe von Weißenau mit Gruppenführer Manfred Marschall (vorne rechts) - Foto: Bernhard Rückgauer

Weißenau feiert mit einer Reiterprozession und mit dem emeritierten Weihbischof Johannes Kreidler 100 Jahre Blutreitergruppe.

Im Jahr 1283 erhielt die Weißenauer Prämonstratenserabtei von den Habsburgern eine Reliquie, die von Maria Magdalena unter dem Kreuz aufgefangenes Blut Jesu Christi enthalten soll. Als sich die Blutreitergruppe Weißenau vor 100 Jahren gründete, ging es aber um die Teilnahme am großen Blutritt im nahegelegenen Weingarten. Der erkrankte Kardinal Walter Kasper, der urprünglich nach Oberschwaben kommen wollte, schickte ein Grußwort. Das Pontifikalamt am 25. Juni zum Abschluss des Jubiläumsblutritts mit der Weißenauer Reliquie rund um die zur Stadt Ravensburg gehörende Ortschaft zelebrierte Johannes Kreidler, emeritierter Weihbischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

"Diese Tradition ist ein Gegenzeichen gegen alle Resignation und gegen alle Lebensbedrohung unserer Zeit", erklärte Kreidler in seiner Festpredigt. Im Blick auf die heutigen Krisen, die Folgen der Corna-Pandemie, den Krieg in der Ukraine, die wirtschaftliche Situation mit hoher Inflation und den Vertrauensverlust der Kirche durch die Missbrauchsskandale, könne der Glaube an die Erlösung der Welt und aller Menschen und damit an die Vollendung der Schöpfung Hoffnung, Zuversicht und Mut schenken. Die Verehrung des Heiligen Blutes wolle die eigenen Kräfte mobilisieren und motiviere zum Eintreten für das Leben, betonte der Weihbischof.

Zahlreiche Menschen säumen den Prozessionsweg

Morgens um 7.30 Uhr hatte Allgäu-Oberschwabens Dekan Ekkehard Schmid die Blutreliquie an Pfarrer Fabian Ploneczka übergeben. Der 36-Jährige leitet seit Anfang Oktober die Seelsorgeeinheit Ravensburg-Süd und segnete hoch zu Ross die Menschen und Flure am Rande des rund zweistündigen Prozessionsweges und an den beiden Stationsaltären in Torkenweiler und Weiherstobel. Etwa 120 Reiter:innen aus Weißenau und den umliegenden Gemeinden begleiteten ihn.

 

Beim Pontifikalamt gegen 9.30 Uhr auf dem Vorplatz der ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul gesellten sich weitere 600 Gläubige dazu. Manfred Marschall, der derzeitige Weißenauer Gruppenführer, lobte den "wunderbaren Gottesdienst" bei strahlendem Sonnenschein und freute sich, dass es keine Unfälle, keine Verletzungen oder sonstige Zwischenfälle gegeben hat. In der Festhalle gab es anschließend die Möglichkeit, beim Essen und bei Begegnungen weiterzufeiern.

Weitere Nachrichten

72-Stunden-Aktion
Ministrantinnen und Ministranten aus Unterstadion schaffen Übernachtungsplätze für Ulrikaweg-Pilger und eine Grillstelle als Begegnungsmöglichkeit.
Weiterlesen
72-Stunden-Aktion
Diözesanadministrator Dr. Clemens Stroppel besucht das Projekt in Tübingen-Bühl – und bedankt sich bei allen Teilnehmenden der 72-Stunden-Aktion.
Weiterlesen