Der erste „Pilgertag für Bürgermeister:innen“ – eine Einladung der Diözese Rottenburg-Stuttgart an die kommunalen Verantwortungsträgerinnen und -träger in Baden-Württemberg – stieß auf großes Interesse und am Ende des gemeinsamen Tages zeigten sich die Teilnehmenden von dem Angebot in der Natur allesamt sehr angetan und inspiriert. „Der Austausch untereinander, gesunde Bewegung verbunden mit Spiritualität: Das war sehr gut, weiter so!“, befand beispielsweise Konrad Menz, Bürgermeister von Blaustein im Alb-Donau-Kreis, und sein Amtskollege Michael Lehrer aus Aichhalden im Landkreis Rottweil hielt fest: „Manchmal braucht es einfach einen Impuls wie diesen, damit man rauskommt. Der Tag war sehr gelungen und er gab mir die Möglichkeit, am Ende der Sommerferien noch einmal Kraft zu tanken. Das alles hatte für mich einen riesigen Mehrwert.“
„Begegnungen können uns verändern.“
In einer sich polarisierenden Gesellschaft, in der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sich mit immer größeren Herausforderungen und auch Anfeindungen konfrontiert sehen, wolle sich die katholische Kirche solidarisch zeigen und unterstützen, erläuterte Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb, Leiterin der Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Es ist ein Angebot zum Auftanken, zum Kraftholen“, stellte sie an die Teilnehmer:innen gewandt fest und sagte: „Begegnungen können uns verändern.“ Laut Weihbischof Matthäus Karrer, Leiter der Hauptabteilung „Pastorale Konzeption“, möchte die katholische Kirche in Württemberg mit ihrem neuen Pilgerangebot so auch ein Zeichen setzen und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe beiseite stehen. Bewusst unterwegs zu sein, ins Gespräch miteinander zu kommen, sich Gedanken zu machen, sich einzulassen – darum gehe es auf der rund zwölf Kilometer langen Strecke, die die Pilgergruppe an diesem Tag von Obernheim zur Wallfahrtskirche auf dem Palmbühl bei Schömberg im Zollernalbkreis führte, hielt der Weihbischof zu Beginn des gemeinsamen Tages fest.
„Was nimmt mir Kraft, was gibt mir Kraft?“
Unterwegs über Wiesen und durch Wälder gab es dabei viel Zeit zum Austausch über Gemeinsamkeiten, Herausforderungen und auch Privates. Unterbrochen wurde die Wegstrecke immer wieder von kurzen Stopps, dem gemeinsamen Gebet, von Impulsen und Denkanstößen: „Was bedeutet es für mich, zu pilgern?“, „Wie geht es mir, in meiner aktuellen Situation?“, „Was nimmt mir Kraft, was gibt mir Kraft?“ Weihbischof Karrer sagte: „Als Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind Ihnen viele Menschen anvertraut. Sie kennen vielfach deren Not, Sie erleben oft genug Situationen, in denen Sie ohnmächtig sind, weil Sie diese Not nicht oder zumindest nicht sofort lindern können.“ Zu all dem kämen die vielen komplexen Krisen, die mit ungeheurer Wucht auch in den Alltag einer Gemeinde, einer Stadt und einer Gesellschaft hineinwirkten. Deshalb sei das neue Pilgerangebot auf dem Martinusweg ganz bewusst ein Tag für diejenigen, die bereit sind, Verantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen.
Neue Kraft und Inspiration
Ordinariatsrätin Schieszl-Rathgeb fügte hinzu: „Pilgern heißt, in Distanz zu gehen, eine andere Perspektive einzunehmen“ und diesem Blick im Vertrauen auf Gott als unserem ständigen Begleiter, der uns Kraft gibt, zu vertrauen. So könne Pilgern auch bedeuten, manche Last abzulegen. Weiterzugehen. Unterwegs zu sein im Glauben, dass das, was man braucht, was einen nährt, schon da ist und sich als jemand zu begreifen, der aus dem Unterwegssein mit anderen und mit Gott seine Kraft schöpft. Diese Gedanken spiegelten sich auch in den Rückmeldungen mehrerer Teilnehmenden wider, die betonten, dass es im Amt des Bürgermeisters auch immer wieder darum geht, Stärkung und Mut an die Menschen weiterzugeben. Und bevor es nach den Sommerferien nun wieder in den oft fordernden Alltag geht, habe sie das gemeinsame Pilgern auch dafür neue Kraft und Inspiration schöpfen lassen.










