Caritas

Caritas sammelt Ideen für Frauenhaus-Neubau

Von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder finden im Frauenschutzhaus eine vorübergehende Wohnmöglichkeit. Die Caritas Ulm-Alb-Donau plant einen Neubau. Foto: iStock.com/Serghei Turcanu

Die Caritas Ulm-Alb-Donau plant ein neues Frauenschutzhaus in Blaustein. Das neue Gebäude soll nicht mehr anonym sein.

Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind, sollen sich nicht mehr verstecken müssen, wenn sie Zuflucht und Schutz in einem Frauenhaus suchen. Das neue Frauenschutzhaus, das die Caritas Ulm-Alb-Donau bis 2024 bauen will, soll „sichtbar“, also öffentlich sein.Dahinter stecke der Gedanke, den Bewohnerinnen und ihren Kindern die Möglichkeit zu geben, soziale Kontakte zu pflegen und aufzubauen, erklärt Alexandra Stork, Leiterin der Caritas Ulm-Alb-Donau. Außerdem mute dem Aufenthalt dann nicht mehr der Makel der Heimlichkeit an, der oft mit Schuld- und Schamgefühlen verbunden sei.

Kooperation mit der Kirchengemeinde

„Allerdings brauchen wir dann andere Formen von Schutz und Sicherheit“, so Alexandra Stork. Für die Betreuung der Frauen und das Sicherheitskonzept müsse die Caritas nun neue Antworten finden. Dazu gehören auch geschützte Wohnungen mit mindestens drei Plätzen, die entstehen sollen. Wichtig ist den Verantwortlichen auch die Einbeziehung des Umfelds. Diesem Ziel soll die Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Josef dienen. Im Frauenhaus selbst soll es auch einen Gemeinschaftsraum geben, der unter anderem für Sprachkurse, Erziehungsberatung oder öffentliche Gemeinschaftsveranstaltungen genutzt werden soll.

Das derzeitige Frauenhaus der Caritas in Ulm ist sanierungsbedürftig und soll deshalb durch einen Neubau ersetzt werden. Als neuen Standort hat die Caritas das benachbarte Blaustein ausersehen. Während die Kirchengemeinde St. Josef das Grundstück zur Verfügung stellt, werden Bund und Land fast die gesamte Bausumme übernehmen, schreibt die Caritas in einer Pressemitteilung. Auch die Stiftung Franziskusfonds der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat ihre Unterstützung für das Projekt zugesagt.

"Beteiligungswerkstatt" vor Planungsbeginn

Um möglichst viele gute Ideen von Beteiligten und Expertinnen in die Neukonzeption einfließen zu lassen, lud der Verband Ende Juni zu einer Beteiligungswerkstatt ein. Im Beginen-Hof in Blaubeuren-Wennenden kamen alle zu Wort, deren Meinung wichtig für die neue Konzeption ist: Vertreterinnen und Vertreter von St. Josef, derzeitige und ehemalige Bewohnerinnen des Frauenhauses, Kolleginnen aus den umliegenden Frauenhäusern und Verantwortliche des Alb-Donau-Kreises als Kostenträger. Auch die Bewohnerinnen des Beginen-Hofes beteiligten sich an der Diskussion. „Wir freuen uns über die vielfältigen Perspektiven, es war sehr spannend, neue Ideen und inspirierende Fragen zu hören und zu diskutieren “, sagte Caritas-Regionalleiterin Stork im Anschluss. „Jetzt kann die konkrete Planung los gehen.“ Die Veranstaltung stand auch unter dem Motto des 75-Jahr-Jubiläums der Caritas Ulm-Alb-Donau: „Zukunft solidarisch gestalten“.

Hilfen für Frauen bei häuslicher Gewalt

Die Caritas Ulm-Alb-Donau bietet Beratung in akuten Notsituationen, anonyme Unterkunft und Schutz für Frauen mit und ohne Kinder aus dem Alb-Donau-Kreis.

Telefon (0731) 20 63 47 oder 20 63 20

Ein Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen ist bundesweit rund um die Uhr erreichbar unter 0800 0 116 016 

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