Bei einem Festakt im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann eröffnete Bischof Dr. Klaus Krämer am Samstagnachmittag das Diözesanmuseum in Rottenburg am Neckar. Nach einer rund einjährigen Umbau- und Sanierungszeit präsentiert sich das Museum der Öffentlichkeit mit einer neuen, zeitgemäßen Ausstellungskonzeption und lädt dazu ein, seine Sammlung und deren Inhalte neu zu entdecken.
„Wir stehen heute hier nicht mehr nur in einem Museum christlicher Kunst. Wir bewegen uns an einem Ort, an dem mannigfaltig erfahrbar wird, was es bedeutet, dass Gott den Menschen die Gabe der Kunst geschenkt hat“, sagte Bischof Dr. Krämer in seiner Ansprache und betonte die Bedeutung, die es für ihn hat, der Kunst in ihrer ganzen Vielfalt Raum zu geben.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann beglückwünschte die Diözese Rottenburg-Stuttgart zur inhaltlichen Neukonzeption des Museums. Mit ihr gelinge es, die sakrale Kunst mit grundlegenden Fragen der Menschen und den existenziellen Wegmarken in unserem aller Leben zu verknüpfen. „Ja, man kann sakrale Kunst zum Sprechen bringen und diese alten Kunstschätze mit unserer heutigen Zeit verknüpfen“, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf die neue Rottenburger Ausstellung. Das wiedereröffnete Diözesanmuseum befähige dazu, die Botschaft der sakralen Kunst zu erfassen und ihre Aktualität zu spüren. „Chapeau! Das Werk ist gelungen“, urteilte Kretschmann und der Ministerpräsident hielt zusammenfassend fest: „In der sakralen Kunst geht es ums Ganze: um Gott, die Schöpfung, den Menschen, den Sinn – um die großen Fragen, die uns berühren. Die neue Präsentation im Rottenburger Diözesanmuseum macht die Kunstschätze, die vor Generationen geschaffen wurden, auch heute noch lebendig und ansprechend. Ich wünsche den Besucherinnen und Besuchern, dass sie in die großen Erzählungen hinter den Werken eintauchen und die bleibende Aktualität sakraler Kunst erleben können.“
Auch künftig große Sonderausstellungen
Bischof Dr. Krämer stellte fest, dass das Diözesanmuseum auf neue Weise zu einem attraktiven und faszinierenden Ort geworden ist, der die Kunst in einen fruchtbaren Dialog mit Christentum und Kirche bringt. Der Hauptraum sei so umgestaltet und flexibilisiert worden, dass einerseits wichtige Bildtafeln aus der Sammlung ihren dauerhaften Ort dort haben, andererseits aber auch künftig große Sonderausstellungen stattfinden könnten und moderne Kunst ihren Platz findet; die Museumsdidaktik sei völlig neu und multimedial gestaltet und für verschiedene Zielgruppen angepasst worden; die Schatzkammer im Untergeschoss sei komplett neu gestaltet, und das historische Gebäude des ehemaligen Rottenburger Karmeliterklosters aus dem Jahr 1747 sei zudem in vielen Teilen barrierefrei umgebaut worden.
Ein Erbe in Höhe von 1,7 Millionen Euro
In seiner Ansprache betonte Bischof Dr. Krämer auch, welch großartige Überraschung die Nachricht gewesen sei, dass Robert Ulrich aus Tübingen der Diözese ein Erbe in Höhe von 1,7 Millionen Euro vermachte, für das er gemeinsam mit seiner Frau Gertrud, die bereits vor ihm verstorben war, die genaue Zweckbestimmung formuliert hatte, nämlich, dass dieses Erbe dem Diözesanmuseum zugutekommen und dessen Leiterin, Diözesankonservatorin Prof.in Dr. Melanie Prange, wesentlich über die Verwendung mitentscheiden sollte.
Völlig Neues entdecken
„Die Art und Weise, wie Menschen ein Museum erleben und erkunden, hat sich in den letzten Jahren verändert und weiterentwickelt. Das Ehepaar Ulrich hat offenbar erlebt, wie die Museumsleiterin zusammen mit ihrem Team darauf reagiert hat“, folgerte der Bischof und setzte hinzu: „Attraktive und faszinierende Sonderausstellungen wurden wichtiger und zu den eigentlichen Publikumsmagneten. Das Museum wurde mehr und mehr zu einem Ort der Begegnung. Die Kunst des Museums wurde erlebbar zusammen mit Musik, in innovativen wissenschaftlichen Formaten und im Dialog unterschiedlicher Akteure. Die christliche Kunst, inmitten derer all dies stattfindet, wird damit auf eine neue Weise lebendig. Sie darf sich entfalten und wirken. Sie bietet zusammen mit den vielfältigen Angeboten des Museums den Menschen die Möglichkeit, völlig Neues in ihrem Leben zu entdecken.“ Das müsse es gewesen sein, was das Ehepaar Ulrich so sehr fasziniert habe, sagte der Bischof. Er sei sich sicher, dass die beiden begeistert wären, könnten sie heute sehen, was ihr Erbe bewirkt hat.








