Gemeinde

Christian Wulff zu Gast in Ellwangen

Beim Besuch von Bundespräsident a. D. Christian Wulff in Ellwangen gehörte auch das gemeinsame Gebet am Grab des seligen Pater Philipp Jeningen zum Programm. Foto: SE Ellwangen

Christliche Entwicklungshilfe und die Rolle älterer Menschen in der Gesellschaft waren Themen beim Besuch von Bundespräsident a. D. Christian Wulff.

Der Gast, der von Pfarrer Prof. Dr. Sven van Meegen und Oberbürgermeister Michael Dambacher begrüßt wurde, informierte sich über christliche Entwicklungshilfe, die mit den Comboni-Missionaren in Ellwangen besonders stark verankert ist. Gerade kirchliche Organisationen wie die Comboni-Missionare seien wichtige Brückenbauer zwischen Kontinenten, unterstrich Prof. van Meegen, der an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim unter anderem Christliche Sozialethik und Theorien der Gerechtigkeit lehrt. „Ohne Bildung gibt es keine Gegenwart und keine Zukunft“, sagte van Meegen. 

Kurzreferate: Entwicklungshilfe konkret 

In Kurzreferaten gab Comboni-Missionar Günther Hoffmann eindrucksvolle Einblicke in die konkrete Arbeit der Missionare. Ein wichtiger Baustein seien die Freiwilligendienste der „Missionare auf Zeit“. Junge Menschen würden dabei nicht nur für soziale Projekte gewonnen, sondern machten häufig prägende Erfahrungen, die ihren Blick auf globale Zusammenhänge erweitern. Für viele bedeute dieser Dienst eine echte Horizonterweiterung – menschlich, kulturell und im Glauben. In den vergangenen 50 Jahren seien rund 200 Jugendliche als Missionare auf Zeit nach Afrika und Südamerika entsandt worden.

Als Beispiel stellte Hoffmann die Arbeit der Comboni-Familie am Matany Krankenhaus in Uganda vor, an dem ein zentrales Prinzip kirchlicher Entwicklungsarbeit besonders sichtbar sei: Subsidiarität, das heißt, Hilfe so zu gestalten, dass Menschen vor Ort gestärkt werden und langfristig selbstständig Strukturen aufbauen können – also Hilfe zur Selbsthilfe. Sehr konkret sei auch die Arbeit von Bruder Hans Eigner, der im vom Bürgerkrieg geplagten Südsudan die Menschen nicht nur praktisch unterstützt, sondern in einem von Hunger, Gewalt und Machtkämpfen gezeichneten Land Brücken zwischen Gruppen und Regionen baut. Gerade in solchen Krisengebieten sei die Kirche ein wichtiger Partner, damit Hilfe tatsächlich bei den Notleidenden ankomme. 

Wulff: Senioren als Mentoren

In seinem Beitrag plädierte auch Christian Wulff für Entwicklungshilfe „auf Augenhöhe“ und hob hervor, dass man gerade von Afrika viel lernen könne – unter anderem die Fröhlichkeit und den Umgang der Menschen miteinander. Durch Unterstützung vor Ort könne man auch die Ursachen von Flucht und Vertreibung verringern. Wulff selbst engagiert sich in der Migrationsarbeit und begleitet junge Menschen als Mentor. Ältere Menschen hätten ein „Riesenpotenzial“, junge Menschen zu begleiten; als Mentoren könnten Senioren viel bewirken. Für ihn selbst bezeichnete Wulff dies als eine Win-Win-Situation.

In einem von Pfarrer Prof. Dr. van Meegen moderierten Gespräch stellte sich der ehemalige Bundespräsident auch den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Nach einer Führung durch die Basilika St. Vitus inclusive kleinem Orgelkonzert von Regionalkantor Benedikt Nuding beteten Wulff und Pfarrer van Meegen gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen am Grab des seligen Pater Philipp Jeningen.

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