Citypastoral

Christinnen und Christen an einem Tisch

Zur Einstimmung auf die Gespräche singen die Tischgruppen gemeinsam.

Zur Einstimmung auf die Gespräche singen die Tischgruppen gemeinsam. Foto: DRS/Guzy

Der Posaunenchor Con Fuoco musiziert.

Der Posaunenchor Con Fuoco spielt zu Beginn und Ende der Gesprächszeit. Foto: DRS/Guzy

Reinhard Buyer von der evangelischen Gemeinde und Hermine Baur-Ihle von der Stadtkirche sprechen ihren Dank aus.

Reinhard Buyer von der evangelischen Gemeinde und Hermine Baur-Ihle von der Stadtkirche sprechen ihren Dank aus. Foto: DRS/Guzy

Verschiedene Gemeinden setzen mit einem Gesprächsformat mitten in der Innenstadt ein Zeichen für das ökumenische Miteinander.

Zwischen Deutschordensmünster und Kilianskirche sind am Samstagmittag unter Sonnenschirmen 29 Biertischgarnituren in der Heilbronner Kirchbrunnenstraße locker aufgestellt. Geladene Gäste nehmen Platz, aber auch Passanten und Passantinnen dürfen sich dazusetzen. „Ich bin neugierig, wie es funktioniert und welche Gespräche zustande kommen“, sagt Anneliese Löchner. Die Sontheimerin gehört zur evangelischen Gemeinde.

Diesmal will die Veranstaltung „Alle an einem Tisch“ verschiedene christliche Gemeinden in der Innenstadt zusammenbringen. „Die Tischgemeinschaft ist ein Urbild der Christenheit“, erklärt Pfarrerin Alexandra Winter von der evangelischen Citykirche. Die Citykirche, die evangelische Kirchengemeinde Heilbronn, die katholische Deutschordenspfarrei Sankt Peter und Paul und die Stadtkirche veranstalten das Begegnungsformat mit städtischer Unterstützung insbesondere durch die Heilbronn Marketing GmbH.

Gemischte Gruppen

„Wir setzen damit ein Zeichen, dass wir Hoffnung haben, füreinander, für die Stadt, für die Welt“, sagt Pfarrer Roland Rossnagel von der Deutschordenspfarrei. Prälat Ralf Albrecht betont, dass es an den Tischen keinen Vorsitz gebe. „Stadt funktioniert nur, wenn wir miteinander reden“, sagt Steffen Schoch, Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH.

Nach zwei gemeinsamen Liedern begleitet vom ökumenischen Posaunenchor Con Fuoco werden Brot, Wein, Saft und Wasser an den Tischen ausgeteilt. Dann beginnt die Gesprächszeit. Die einzelnen Tischgruppen, zu denen sich neben Vertreterinnen und Vertretern von Einrichtungen wie der Caritas auch Oberbürgermeister Harry Mergel, Erster Bürgermeister Martin Diepgen, Bürgermeisterin Agnes Christner und Bürgermeister Andreas Ringle gesellen, sollen möglichst gemischt sein.

Andere Kulturen kennenlernen

So hat sich Volker Retz, Mitglied der Neuapostolischen Kirche in Horkheim, zu einer kleinen Gruppe philippinischer Katholikinnen gesetzt. Ihn interessiere, wie in anderen Kulturen Christentum gelebt werde. An einem anderen Tisch erzählt eine portugiesische Katholikin, wie die Integration in ihrer Familie ablief und welche Rolle die Sprache aus ihrer Sicht dabei spielte.

Was einander verbindet, wie die einzelnen Gemeinden organisiert sind, wie sich diese und ihre Mitglieder in die Stadtgesellschaft einbringen, sollen die Beteiligten bei „Alle an einem Tisch“ voneinander erfahren. „Zu Gesprächen in der Öffentlichkeit kommt man kaum mehr“, meint Peter Fröhlich, der zur Gemeinde St. Martinus in Sontheim gehört, über die Gründe für seine Teilnahme.

Nach ungefähr einer Stunde signalisiert ein Musikstück das Ende des Austausches. Hermine Baur-Ihle von der Stadtkirche und Reinhard Buyer von der evangelischen Gemeinde danken den Helferinnen und Helfern, die ebenfalls verschiedene christliche Gemeinden repräsentieren. Nach einem Segen lösen sich die einzelnen Tischgemeinschaften dann im samstäglichen Innenstadttrubel auf.