Kunst & Kultur

Christliche Kunst verstehen lernen

Christoph Schmitt und Dr. Nadine Niester im Diözesanmuseum.

Christoph Schmitt und Dr. Nadine Niester vor den beiden Tafelnbildern, die gemeinsam besprochen werden. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Buchvorstellung im Diözesanmuseum.

Für die Teilnehmenden gibt es viel zu entdecken. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Veranstaltung im Diözesanmuseum stellt neues „Handbuch der Kirchenpädagogik" vor und lädt zu einem regen Austausch über zwei Tafelbilder ein.

Kirchenräume sind geprägt von Kunstwerken, die Geschichten erzählen, Glaubensinhalte vermitteln und die Sinne ansprechen. Das neue „Handbuch der Kirchenpädagogik III – Kunst im Kirchenraum“ von Christoph Schmitt, Referent am Institut für Fort- und Weiterbildung der Diözese, und Prof. Dr. Hartmut Rupp, bis zu seiner Pensionierung Direktor des Religionspädagogischen Instituts der Evangelischen Landeskirche in Baden, bietet praktische Anleitung, um diese Werke zu verstehen und um ihre Bedeutung für die Glaubensvermittlung zu nutzen.

Vielschichtig und reichhaltig 

In Kooperation mit dem Diözesanmuseum in Rottenburg wurde die Praxisorientierung der Veröffentlichung jüngst vor Ort mit den Besucherinnen und Besuchern einer Veranstaltung demonstriert, zu der Dr. Nadine Niester, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Diözesanmuseum, und Buchautor Schmitt gemeinsam einluden. Wie vielschichtig und reichhaltig christliche Kunstwerke sind, erfuhren die Teilnehmenden der Veranstaltung beim Betrachten zweier Tafelbilder zur Heilsgeschichte mit Darstellungen eines Engels und Marias.

Die ganze Heilsgeschichte

„Scannen Sie die Tafeln am besten von oben nach unten“, gab Schmitt den Teilnehmer:innen zu Beginn ihrer Erkundung mit auf den Weg, und ganz gleich, ob Farbgebung, Körperhaltung oder die Raumgestaltung des Malers – alles auf den Tafeln Dargestellte wurde bis hin zu einzelnen Gegenstände genau betrachtet und angesprochen. Dem folgte ein reger Austausch, bei dem Niester und Schmitt die Symbolik der bildlichen Darstellung anhand vieler Beispiele erläuterten. Eine Lilie etwa stand so für die Reinheit Marias und die drei Blüten ihres Stiels für die Dreieinigkeit, während eine auf den ersten Blick unscheinbare, im Hintergrund gemalte, kleine Phiole auf die Heilung der Menschen durch Jesus verwies. „Die Symbolik in diesen beiden Tafelbildern führt uns inhaltlich immer weiter, und allein diese einzelne Szene trägt schon die ganze Heilsgeschichte in sich“, hielt Schmitt fest und riet dazu, sich bei einem Museumsbesuch intensiv mit nur einem Kunstwerk zu beschäftigen und sich Zeit zu nehmen. 

Tor zum Verständnis des Glaubens

„Es gibt hier im Diözesanmuseum so vieles zu entdecken, dass es eine wahre Schatzkammer für die Besucher ist“, stellte Schmitt fest. Und genau dabei wolle das neue „Handbuch der Kirchenpädagogik“ helfen, indem es zentrale und wiederkehrende Elemente in Kunstwerken und Kirchenräumen aufgreift und die damit verbundene Theologie erläutert. „Es soll ein Handbuch für die Praxis sein – für dieses Museum und darüber hinaus.“ Dazu hätten sein Mitautor und er bekannte Bilder christlicher Kunst ausgesucht, die typisch für biblische Darstellungen sind. Diese würden den Leser:innen des Buches erläutert und „damit beschränkt sich der Erkenntnisgewinn nicht auf die besprochenen Bilder, sondern eröffnet einen Zugang zum Verständnis christlicher Kunst insgesamt“, sagt Schmitt. Außerdem gebe das Buch Anregungen dazu, wie diese Kunst gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erschlossen werden kann. „Christliche Kunst ist mehr als Dekoration – sie ist ein Tor zum Verständnis des Glaubens“, betonte der Autor. Wie faszinierend die Beschäftigung mit dieser Kunst ist, das zeigte sich im Diözesanmuseum beim angeregten Gespräch über die gemeinsam betrachteten Tafelbilder.

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