In den Jahren 1940 bis 1943 fanden 193 Menschen mit Behinderung aus Heggbach und 72 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Ingerkingen den Tod in der Vernichtungsanstalt Grafeneck. Weshalb die St. Elisabeth-Stiftung Teilhabe & Inklusion dieses traurige Kapitel der Geschichte Heggbachs bis heute wachhält, erklärte Rita Schultheiß beim Gottesdienst am Gedenktag der Opfer des Holocaust. „Wir tragen die Erinnerung weiter, damit wir aufmerksam bleiben“, betonte das Mitglied des Seelsorgeteams der Einrichtung. „Wir wollen uns einsetzen für Gerechtigkeit, Frieden und die Würde eines jeden einzelnen Menschen.“
Vorbereitet hatte Schultheiß den Gottesdienst zusammen mit den Seelsorgerinnen Rosi Hörmann und Katrin Zeh sowie mit Kerstin Ugi, Seelsorgerin für Menschen mit Behinderung der Dekanate Biberach und Saulgau. Den musikalischen Rahmen gestaltete Aja Gratz. Heute als „Euthanasie“ bekannt, hätten die Nationalsozialisten von „Erlösung“ gesprochen, erinnerte Zeh in ihrer Ansprache. Das Wort Erlösung enthalte eigentlich so viel positive Energie und sei missbraucht worden. Ugi mahnte, dass jetzt vor den Wahlen Wirtshausparolen wie „Deutschland den Deutschen“ auch bei vielen Christ:innen Widerhall fänden. „Dieser braune Sumpf darf niemals wiedererwachen und wir können nicht mehr sagen: Wir haben von nichts gewusst.“





