„Es ist einfach schön zu sehen, wie sich die Menschen über eine wertschätzende kleine Anerkennung freuen und dass wir uns als Kirche herzlich für ihre gute Arbeit bedanken,“ sagt Diözesanreferent und Betriebsseelsorger Ioan Brstiak glücklich. Die Wertschätzung in Form des Schokolämmchens am 28. März kam gut an.
Schokolade und wertvolle Informationen
Ziel der Aktion war, den Kurierfahrer:innen die Unterstützungsangebote in der Region näher zu bringen und ihnen zu vermitteln, dass sie mit ihren Sorgen und Nöten nicht alleine sind. Brstiak ergänzt: „Das Lämmchen ist als Dankeschön gedacht. Wir wollten aber auch Informationen zum Thema Arbeitsrechte und zum Projekt der Betriebsseelsorge streuen. Wenn es Probleme gibt, wissen die Leute, wohin sie sich wenden können. Die Aktion soll die Menschen ermutigen, über Missstände zu sprechen.“ Gleichzeitig konnte sich Ioan Brstiak auch eine Übersicht über die Anzahl der Subunternehmen und der Beschäftigten sowie über die Verteilung der Sprachen am Standort verschaffen, um zielgerechter helfen zu können. In Einzelgesprächen, sowohl mit den Angestellten als auch mit den Disponenten der Subunternehmen, erhielt der Betriebsseelsorger auch Einblicke in die Problemlagen der Beschäftigten. Brstiak möchte die Menschen aus ihrer Anonymität herausholen: „Die Leute arbeiten mit Pauschalverträgen. Vergütete Überstunden gibt es nicht. Die Realität sieht aber so aus, dass sie immer länger arbeiten und dann unter dem Mindestlohn verdienen. Außerdem wissen sie oft nicht, dass ihnen Urlaub zusteht. Wenn wir vor Ort sind, können wir den Menschen Impulse über Ihre Rechte geben.“ Als Betriebsseelsorger arbeitet Brstiak mit verschiedenen Akteuren zusammen, um den Menschen sowohl Unterstützung im Problemfällen als auch Begleitung anzubieten.
Wichtige Kooperationen
Bei der Aktion traf sich Ioan Brstiak mit Mitarbeitern von Faire Mobilität und MIRA auf dem Parkplatz gegenüber vom Amazon-Verteilzentrum. Dort kamen sie mit den Zusteller und Zustellerinnen ins Gespräch und teilten neben Informationsflyer in der jeweiligen Muttersprache auch ein Schokolämmchen als Zeichen von Wertschätzung und Dank für ihren Dienst. Brstiak ist zufrieden: „Die ganzen Dornen, die diese Leute von allen Seiten bekommen, die Ärgernisse, der Mangel an Respekt, der Stress durch den Arbeitgeber und seitens der Kunden, die kein Verständnis für die Sprachmängel der Kurierfahrer:innen haben, diese Dornen sind mit der Aktion zu Rosen geworden.“