Synodaler Weg

"Das war ein unerwartet großer Erfolg"

Bischof Dr. Gebhard Fürst zieht eine erste Bilanz der dritten Synodalversammlung und lobt die gute Atmosphäre während der dreitägigen Veranstaltung mit 218 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Bild: DRS

Kurz nach dem Ende der dritten Synodalversammlung äußert sich Dr. Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, über die Ergebnisse.

Herr Bischof Fürst, in den vergangenen drei Tagen wurden 14 Texte angenommen. Wie beurteilen Sie dieses Ergebnis?

Es war ein riesiges Arbeitspensum, ein hohes Maß an qualifiziertem Austausch auf einem guten Niveau und auch in einer erstaunlich guten Atmosphäre. Deshalb kann man sagen: Das war ein unerwartet großer Erfolg. Aber ich möchte unterscheiden zwischen den Texten in zweiter Lesung, die jetzt Gültigkeit haben für uns, und den Texten, die wir in ersten Lesung miteinander besprochen haben.

Inwiefern?

Bei den Texten in erster Lesung waren sehr viele kontroverse Positionen zu spüren, und die gilt es jetzt für die zweite Lesung so zusammenzuführen, dass wir Mehrheiten erreichen und die Texte verabschiedet werden können. Da muss noch sehr viel Überzeugungsarbeit in den Foren und auch bei uns in der Bischofskonferenz geleistet werde. Es liegen noch große Anstrengung vor uns und wir werden noch sehr viel Mut und Hoffnung investieren müssen. Sehr gut war es an den vergangenen drei Tagen in Frankfurt am Main, wie ich fand, dass wir eine so gute geistliche und spirituelle Begleitung hatten. Hier hat Gottes guter Geist gut gewirkt, durch uns und in uns.

Gibt es Entscheidungen der vergangenen Tage, die für Sie besonders hervorstechen?

Ja, die große Zustimmung in zweiter Lesung zu den beiden Texten des Synodalforums ‚Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag‘: Dem Grundtext und dem Handlungstext ‚Einbeziehung der Gläubigen in die Bestellung des Diözesanbischofs‘. Dieser ist ein wirklicher Schritt der Erneuerung im Hinblick auf eine stärkere Mitwirkung der Gläubigen. Ich sehe nun auch eine Verpflichtung, die Struktur unserer Diözese nach diesen Texten weiterzuentwickeln. Wobei ich sagen möchte, dass unser Rottenburger Modell mit seiner starken Mitverantwortung von Laien in der Kirche durch die Verabschiedung dieser Papiere deutlichen Rückenwind bekommen hat.

Im letzten inhaltlichen Tagesordnungspunkt ging es heute um das kirchliche Arbeitsrecht. Vor dem Hintergrund von ‚OutInChurch‘ war das ein ganz aktuelles Thema. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Ich möchte dies zum Anlass nehmen, um zu sagen, dass kein Mitarbeitender in unserer Diözese aufgrund seiner sexuellen Orientierung Repressalien oder gar eine Kündigung zu befürchten hat.   

Welches Resümee ziehen Sie nach dem Ende der dreitägigen Synodalversammlung?

Ich bin froh und dankbar, dass wir auf einem guten Weg sind, auf dem wir mutig vorangehen können.  

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