Diakonat

Ein Schatz für die Weltkirche

Der Eröffnungsgottesdienst steht am Anfang der Studienkonferenz des IDZ.

Beim Gottesdienst zur Eröffnung der viertägigen Studienkonferenz des Internationalen Diakonatszentrums mit dem Titel „Diakone: Frohe Zeugen der Hoffnung“. Mit dabei sind (von rechts): Diakon Erik Thouet, Kardinal Oswald Gracias, Bischof Dr. Klaus Krämer und Domkapitular Dr. Heinz-Detlef Stäps (rechts). Bild: IDZ

Eröffnung der IDZ-Studienkonferenz

Bischof Dr. Krämer bei seinem Grußwort im unweit von Rom gelegenen Tagungsort „Fraterna Domus“. Bild: IDZ

Abendessen nach Eröffnung der IDZ-Studienkonferenz.

Beim gemeinsamen Abendessen nach dem Konferenzbeginn. Bild: IDZ

Internationales Diakonatszentrum (IDZ) lädt zu Studienkonferenz und Bischof Dr. Krämer übernimmt auf Aufgabe des Protekors. Tagung im Vatikan folgt.

Gemeinsam mit Kardinal Oswald Gracias aus Bombay/Indien, der auch Mitglied des neunköpfigen Kardinalsrates um Papst Franziskus ist, zelebrierte Dr. Klaus Krämer, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, am gestrigen Montagabend den Gottesdienst zur Eröffnung der viertägigen Studienkonferenz des Internationalen Diakonatszentrums (IDZ) mit dem Titel „Diakone: Frohe Zeugen der Hoffnung“.

Für eine diakonische Kirche

Sein anschließendes Grußwort eröffnete Bischof Dr. Krämer an dem unweit von Rom gelegenen Tagungsort „Fraterna Domus“ mit einer Zusage: „Sehr gerne und aus voller Überzeugung“ bejahe er die Anfrage des IDZ-Präsidenten und übernehme die Aufgabe des Protektors für das IDZ. „Als solcher sagt er dem IDZ für seine Ziele und Aufgaben und für die Zukunft seine tatkräftige Unterstützung zu. Für eine diakonische Kirche, die sich ganz im Sinne von Papst Franziskus an die Seite der Menschen stellt, die vergessen werden und deren Würde bedroht wird“, sagt Erik Thouet aus dem IDZ-Vorstand, der in der Diözese Rottenburg-Stuttgart für die Ausbildung der Ständigen Diakone in Heiligkreuztal verantwortlich ist.  

Zu einem harmonischen Ganzen

Besonders wichtig für ihn sei, dass das IDZ eine internationale und eine weltkirchliche Einrichtung ist, betonte der Bischof und sagte: „Ich habe als Leiter der Hauptabteilung ‚Weltkirche‘ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dann als Präsident der Päpstlichen Missionswerke Missio in Aachen und des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘ immer wieder die Erfahrung machen dürfen, wie bereichernd es ist, dass wir eine Weltkirche sind. Wir können von dem Glauben der Menschen in anderen Regionen unserer Erde so viel lernen. Das ist doch der große Schatz des IDZ: Dass wir aus so unterschiedlichen Regionen unserer Kirche kommen, mit ganz unterschiedlicher Geschichte, unterschiedlichen Herausforderungen und Hoffnungen, ja auch mit unterschiedlichen theologischen Ansätzen. Doch wenn wir diese Unterschiede nicht als Dissonanzen wahrnehmen, sondern als verschiedene Stimmen, die sich gegenseitig bereichern und verändern und so gemeinsam zu einem harmonischen Ganzen beitragen, dann können wir den Schatz des IDZ fruchtbar machen für die ganze Kirche.“

„Frohe Zeugen der Hoffnung“

Rund 140 Teilnehmer aus 27 Ländern von allen Kontinenten nehmen an der Konferenz teil, die bis Donnerstag dauert. Neben Diakonen, Ehefrauen der Diakone und Priestern, gehören auch Vertreter der Ökumene mit zu den Teilnehmer:innen, sagt Thouet. Der Konferenztitel „Frohe Zeugen der Hoffnung“ sei schon in der Vorbereitung ein wichtiges Zeichen für die Veranstalter gewesen und es sei eine gute Überschrift, um die Diakone in ihrem Dienst zu stärken. „Nicht jammern, sondern frohe Zeugen sein – auch in einer Zeit, in der es politisch wie auch kirchlich gesehen kritisch ist. Das ist doch unsere Aufgabe als Christen“, stellt Thouet fest.

 

Die weitere Woche in Rom

Auch nach dem Ende der Studienkonferenz am Donnerstag geht es für die Besucher:innen aus Württemberg in Rom weiter. So wird der IDZ-Vorstand bei einer international besetzten Tagung des vatikanischen „Dikasteriums für den Klerus“ mit auf dem Podium vertreten sein. „Wir waren vergangenes Frühjahr gemeinsam mit Dr. Heinz-Detlef Stäps, dem Leiter unserer Hauptabteilung ‚Weltkirche‘ zu Besuch in Rom und hatten auch das Dikasterium besucht. Ich denke, dass die Tagungseinladung auch eine Frucht dieses Besuches ist. Das ist für uns ein starkes Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung“, freut es IDZ-Vorstandsmitglied Erik Thouet. Inhaltlich gehe es bei der Tagung um das Wirken des Diakons in einer missionarischen und synodalen Kirche. Zum Ende der Woche soll dann im Rahmen des Heiligen Jahres ein weiteres besonderes Ereignis im Kalender stehen: Die Weihe von 50 Diakonen aus unterschiedlichen Ländern durch Papst Franziskus auf dem Petersplatz.

Zum IDZ und zum Amt des Ständigen Diakons:

Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde das Amt des Diakons – das auch als das Amt des „Ständigen Diakons“ bezeichnet wird und verheirateten Männern offensteht – als eigenständiges Amt in der katholischen Kirche geschaffen. Der Diakon bringt ein besonderes und unverzichtbares Charisma in die Kirche ein und in seinem Wirken steht die Sorge um die Armen und Bedrängten aller Art an erster Stelle. Bischof Dr. Krämer beschrieb es in seiner Eröffnungsrede so: „Ohne Zweifel gehört es zu den Grundaufgaben der Kirche, sich um die Menschen am Rand zu kümmern, um die Armen und Hungernden, um die Verfolgten und Heimatlosen, um die Kranken und Sterbenden. Schon in der alten Kirche war diese Aufgabe in besonderer Weise den Diakonen anvertraut. In der Stadt Rom war der Archidiakon schon im dritten Jahrhundert für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens zuständig und seine Aufgabe war es, dieses für die Bedürfnisse der Armen einzusetzen. Auch wenn heute viele liturgischen und pastoralen Aufgaben hinzugekommen sind, bleibt das doch die Kernaufgabe eines jeden Diakons: Zu den Menschen am Rand zu gehen und ihnen zu bezeugen, dass Christus selbst sich ihnen zuwendet in dienender Liebe.“ Der Diakon sei der explizit Beauftragte, der dafür sorgt, dass diese Grunddimension von Kirche niemals verloren gehen kann. „Er ist der rechte Arm der Kirche in die sozialen Brennpunkte, in die bedrängendsten Situationen des Menschseins hinein. Er hilft der Kirche, dort zu handeln und zu helfen, wo nicht alle hingehen können oder wollen.“

Die weltweit ersten Ständigen Diakone wurden 1968 in den Diözesen Köln und Rottenburg-Stuttgart geweiht, bereits drei Jahre nachdem das Internationale Diakonatszentrum (IDZ) als kirchlich anerkannter Verein mit Sitz in Freiburg gegründet worden war. 1992 siedelte das IDZ nach Rottenburg über, wo es seither beheimatet ist. Das IDZ versteht sich als Ort, an dem die Idee des Diakonats und des diakonischen Dienstes auf weltkirchlicher Ebene gefördert wird. Das Zentrum sammelt Erfahrungen, Überlegungen und Initiativen mit dem Diakonat in aller Welt, macht diese zugänglich und bietet allen am Diakonat Interessierten seine Dienste an. Zudem veröffentlicht das IDZ die Zeitschrift „Diaconia Christi“, in der die Lebenswirklichkeit und der Arbeitsalltag von Diakonen weltweit geschildert werden. So fördert das IDZ weltweit das Amt des Diakons in einer Kirche mit diakonischem Angesicht und versteht sich als ein Zusammenschluss von Bischöfen, Priestern, Diakonen, Theologen und Laien. Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten Gerald DuPont (USA), den beiden Vizepräsidenten Gilbert de Lima (Indien) und Erik Thouet (Deutschland) sowie Marie-Francoise Maincent-Hanquez (Frankreich) und Geschäftsführer Kilian Schadt, der die Studienkonferenz bei Rom organisiert hat. Dort werden in dieser Woche auch die Vorstandsmitglieder und die Delegierten des IDZ neu gewählt. Weltweit gibt es inzwischen über 50.000 Ständige Diakone. In Deutschland sind aktuell rund 3300 Ständige Diakone im Einsatz, in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind es 290.

Weitere Nachrichten

Diözesanrat
Das letzte Treffen des Geschäftsführende Ausschusses des 11. Diözesanrats.
Der Geschäftsführende Ausschuss des 11. Diözesanrats kommt zu seiner abschließenden Sitzung zusammen und Mitglieder ziehen Bilanz.
Weiterlesen
Kirchenjahr
Die Personen stehen in bunten Kostümen auf der Bühne, singen und tanzen.
Was es mit den Rittern der Schwafelrunde auf sich hat und weshalb sie in der Fasnet von Altdorf-Weingarten nicht mehr wegzudenken sind.
Weiterlesen