Nachruf

Prägende Priestergestalt und geschätzter Ratgeber

Prälat Franz Glaser war von 1997 bis 2009 Domkapitular und Leiter der Hauptabteilung V „Pastorales Personal" im Rottenburger Ordinariat. Er starb am 22. März in Ulm. Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart trauert um Prälat Franz Glaser. Der langjährige Domkapitular verstarb am 22. März im Alter von 85 Jahren.

„Prälat Franz Glaser war ein erfahrener Seelsorger, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität stand und zugleich durch eine tiefe Spiritualität und eine unerschütterliche Treue zur katholischen Kirche geprägt war“, sagt Prälat Dr. Klaus Krämer, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators. „Als langjähriger Personalchef der Diözese war er für viele Priester und zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral unserer Diözese ein treuer und verlässlicher Wegbegleiter. Weit über die kirchlichen Grenzen hinaus war er ein von vielen geschätzter Ratgeber und Gesprächspartner. Mit ihm verliert die Diözese Rottenburg-Stuttgart eine ihrer profiliertesten und prägenden Priestergestalten“, so Krämer weiter.

Zwölf Jahre lang war Prälat Glaser für die Priester und Laienmitarbeiter in der Seelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart verantwortlich. Zuvor wirkte er in verschiedenen Funktionen vor allem in seiner oberschwäbischen Heimat. Das Wesentliche im Dienst der Kirche sei es, die Gegenwart Gottes unter den Menschen wach zu halten. „Verwaltung und Leitung gehört selbstverständlich zum Priesterberuf dazu; das Wichtigste ist aber immer noch das Geistliche und der Umgang mit den Menschen“, lautete ein Lebensmotto Glasers. Zeitlebens geprägt und begleitet habe ihn auch sein Primizspruch, der von dem inzwischen heiliggesprochenen Wüstenmissionar und Ordensgründer Charles de Foucauld (1858-1916) stammt: „Ich will tun, was ich kann, und Gott wird tun, was er will. Beten Sie für mich, dass ich so lebe, dass sich Gott meiner bedienen kann, um ein wenig Gutes zu wirken.“

Franz Glaser wurde am 30. Juli 1938 in Aufhofen (Schemmerhofen) im Landkreis Biberach geboren. Nach der Priesterweihe am 18. Juli 1965 in Riedlingen und seinen Vikarsjahren in Bolheim, Stuttgart-Rot und Urach wurde er im Juni 1970 Stadtpfarrer von Urach. Von 1977 bis 1982 wirkte er als Pfarrer in Baindt (Kreis Ravensburg) und als Studentenseelsorger an der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

Im November 1982 kam er als Pfarrer an die Pfarrei St. Blasius in Ehingen an der Donau, zu der auch die Betreuung der Gemeinde Nasgenstadt gehörte. Im Laufe der folgenden Jahre kamen zusätzliche Aufgaben als Pfarrverweser in Altsteußlingen und Gamerschwang dazu. Im Oktober 1984 wurde Glaser zum Kreisdekan des Alb-Donau-Kreises gewählt und übte dieses Amt bis Juli 1996 aus. Parallel dazu, von Ende 1990 bis 1997, war er Dekan des Dekanats Ehingen. Im September 1997 berief ihn der damalige Bischof Walter Kasper als Domkapitular nach Rottenburg und übertrug ihm die Verantwortung für das gesamte in der Seelsorge der Diözese tätige Personal. Seinen Ruhestand verbrachte Glaser ab 2009 in Untermarchtal.

Requiem und Beisetzung von Prälat Franz Glaser finden am 3. April 2024 um 10.30 Uhr in Schemmerhofen statt.

Livestream Requiem und Beerdigung in Schemmerhofen

Die Seelsorgeeinheit Schemmerhofen überträgt das Requiem für Prälat Franz Glaser und die anschließende Beerdigung am Mittwoch, 3. April ab 10.30 Uhr live in ihrem YouTube-Kanal.

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