Pilgern

Der Jakobsweg bekommt ein neues Teilstück

Symbolbild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Arkadius Guzy

15 Kilometer von Bad Cannstatt nach Esslingen: Der Wegabschnitt wird am 22. Juli eingeweiht, Kennzeichnung und Eintrag ins Verzeichnis folgen später.

Noch sind die Muschelzeichen nicht angebracht, die den Jakobusweg begleiten, der neue Pilgerweg aber steht fest: Von der Liebfrauenkirche in der Wildunger Straße geht es über die Rommelshausener Straße, die Lerchenheide, den Kappelberg den Rotenberg weiter zur Esslinger Neckarhalde und dann bis zur Jakobusstatue in der Esslinger Frauenkirche. Den Pilgerstempel holen sich die Pilgernden zum Abschluss nach etwa vier Stunden im Münster St. Paul in der Esslinger Innenstadt.

"Der Pilgerweg steht sinnbildlich für den eigenen Lebensweg und gibt uns Gelegenheit wandernd vor Gott das eigene Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu reflektieren", sagt Andreas Krause, der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar, der bei der Eröffnung am 22. Juli den Pilgerweg mit spirituellen Impulsen begleitet (siehe unten).

Schweigen, Begegnung, Gespräche

Von der Lerchenheide aus werden die Pilgernden mit dem Blick auf Bad Cannstatt innehalten und zurückblicken, eine weitere Station für Reflexion wird der Kappelberg sein, wo es um Grenzen und Grenzüberschreitungen gehen soll. "Wir laufen ein kleines Stück schweigend. Die restliche Wegstrecke bleibt viel Zeit für Gespräche und Begegnungen, denn auch das gehört zum Pilgern dazu: Begegnung mit Gott und mit anderen Menschen, Begegnung mit der Natur und mit sich selbst", sagt Pfarrer Krause.

Die Idee, ein Verbindungsstück zum Jakobuspilgerweg zu eröffnen, kam mit der Restaurierung der Jakobusstatue in diesem Jahr. Die Statue war nach der Innenrenovierung der Liebfrauenkirche nicht mehr aufgestellt worden. Auf Initiative des Kirchengemeinderats wurde die Statue in den vergangenen Monaten restauriert und bereits am Palmsonntag wieder in einer Nische der Liebfrauenkirche aufgestellt. Die 4300 Euro für die Restauration hat die Flohmarktgruppe der Gemeinde gesammelt, 5000 Euro für die Aufstellung in der Liebfrauenkirche konnte von einem Erbe von Josef Reichart finanziert werden. Josef Reichart war selbst lange Jahre Pfarrer in Bad Cannstatt und begeisterter Pilger.

Langfristig plant die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar gemeinsam mit der evangelischen Kirche in Bad Cannstatt das Verbindungstück in Bad Cannstatt noch weiterzuführen und zwar von der Liebfrauenkirche aus über die Uff-Kirche und die Lutherkirche und die Stadtkirche zur Martinskirche. "Dann hätten wir eine Verbindung zwischen dem Martinsweg und dem Jakobuspilgerweg", sagt Andreas Krause.

Offizielle Eröffnung des neuen Teilstücks

Jetzt aber werden die Pilgernden erst einmal das neue Verbindungsstück von der Liebfrauenkirche zum Münster St. Paul in Esslingen erkunden. Sie starten am 22. Juli um 9 Uhr vor der Jakobusstatue in der Liebfrauenkirche. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer mitpilgern möchte, kann einfach zur Liebfrauenkirche kommen. Mitbringen sollten die Pilgernden ausreichend Trinken, feste Schuhe, eine gute Kondition, gegebenenfalls ein Vesper und je nach Wetterlage Sonnenschutz. Die Strecke beträgt rund 15 Kilometer, mit den Impulspausen ist mit etwa vier Stunden zu rechnen.

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