Kunst

Der Lauf der Dinge

Maler und Pfarrer Andreas Jauss. Bild: Stadtdekanat Stuttgart

Ausstellung mit Maler und Pfarrer Andreas Jauss: Ab Pfingstmontag, 29. Mai, sind seine Bilder in der Stuttgarter Steigkirche zu sehen.

„Meer“ heißt das Titelbild der Ausstellung „Der Lauf der Dinge“. Ein Bild mit Öl gemalt, realistisch wie ein Foto und so lebendig, dass man beim Betrachten das Meeresrauschen hört. Der Künstler ist Pfarrer Andreas Jauss. Ein Spätberufener, der mit 57 Jahren zum Priester geweiht wurde.

Bei der Ausstellung sind 45 Bilder von seinen Anfängen bis heute zu sehen. „Als Künstler war ich immer ein Suchender, erst seit ich meiner Berufung als Pfarrer gefolgt bin, fühle ich mich vollständig“, so der 63-Jährige. Er freut sich, dass bei der Vernissage am Pfingstmontag, 29. Mai, Friedhelm Mennekes SJ in die Ausstellung einführt: „Das ist eine große Ehre für mich, er ist ein wichtiger Brückenbauer zwischen Kirche und Kunst.“

Gefilterte Wirklichkeit

Fotos sind die Ausgangspunkte der Bilder von Andreas Jauss. Seine Gemälde sind jedoch keine abgemalten Fotografien. „Meine Bilder entwickle ich aus mehreren Fotos. Ich filtere die Wirklichkeit, lasse Dinge weg und füge Motive hinzu, sodass etwas Neues entsteht“, erzählt der Künstler, der Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe studierte.

In seinen Gemälden setzt er sich mit dem Unterwegssein auseinander und sucht nach dem Interessanten im Alltäglichen. Dabei geht es ihm nicht nur darum, Orte abzubilden, sondern auch seinen persönlichen Lebensweg zu zeigen. Schon früh erfuhr er „kleine Berufungserlebnisse“, gefolgt ist er seiner Berufung viel später. „Es geht das Eine nicht ohne das Andere. Mir würde etwas ganz Wichtiges fehlen, wenn ich diese Berufung nicht angenommen hätte“, sagt Andreas Jauss, der seit anderthalb Jahren Pfarrer in der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar ist.

Alles in Balance

Die ersten Bilder der Serie „Im Lauf der Dinge“ malte Andreas Jauss bereits 1998 für seine Diplomarbeit. Jahr für Jahr führt er die Serie fort. Die 30 x 40 Zentimeter großen Schwarz-Weiß-Bilder dokumentieren, wie sich die Welt und die Sichtweise des Malers verändern.

Eines davon ist Andreas Jauss besonders ans Herz gewachsen. Das Bild aus dem Jahr 2001 zeigt eine aufgeschlagene Bibel auf einer weißen Tischdecke, dahinter ein Glas Wasser und eine Plastikflasche. „Die Bibel ist ein Zeugnis meines Glaubens. Das Wasser steht für meine eigene Klarheit, die ich versuche auszudrücken. Und die Plastikflasche symbolisiert, dass es mir wichtig ist, im Jetzt zu leben“, erklärt Andreas Jauss.

Kunst ist für ihn eine Gabe, die von Gott kommt und deshalb ist es ihm wichtig, sie auszuüben. „Ich bin ein erfüllter Mensch. Ich habe die Kunst auf der einen und das Geistliche auf der anderen Seite. Das ist mir wichtig und schafft Balance“, so Andreas Jauss. Und diese innere Balance ist auch in seinen Bildern spürbar.

Weitere Informationen

29. Mai 2023 um 11 Uhr:
Vernissage, Einführung: Friedhelm Mennekes SJ

11. Juli 2023 um 19 Uhr:
Gallery-Talk mit Andreas Jauss

Öffnung nach Vereinbarung:
07 11/54 44 06

Ausstellungsort:
Steigkirche, Auf der Steig 21, 70376 Stuttgart
www.steig-kirchengemein.de

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