"Wir haben jetzt einen peruanischen Papst"
Zum ersten Mal wurde mit der Wahl von Papst Leo XIV ein US-Amerikaner zum Nachfolger Petri gewählt, doch in Peru sieht man das anders. Dort ist der Papst einer von ihnen. So wandte sich Robert Francis Prevost bei seiner ersten Ansprache nach seiner Wahl zum Papst zuerst an die Katholiken in seiner langjährigen Heimat Chiclayo – auf Spanisch und nicht auf Englisch. Juliane Hernandez aus der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart und für alle Projekte aus Peru zuständig bestätigt: „Die Peruaner freuen sich über die Papstwahl und sehen Papst Leo als einen der ihren an, auch wenn er in USA geboren ist. Letzte Woche hat eine Mitarbeiterin der Caritas aus dem Nachbarbistum Jaén, die zu Besuch in Rottenburg war, gleich eingangs unseres Gesprächs ganz freudig erzählt: "Wir haben jetzt einen peruanischen Papst". Dass er einen Teil seiner ersten Ansprache als Pontifex vom Balkon auf Spanisch an "seine geliebte Diözese Chiclayo und an das peruanische Volk" gerichtet hat, ist dort mit Freude wahrgenommen worden.“
Einer, der sich kümmerte
Als Papst Leo XIV noch Bischof von Chiclayo war, hatte Peru mit vielen Katastrophen, wie der extremen Erwärmungen des Pazifiks und dadurch verursachte Überschwemmungen oder auch die Covid-Pandemie zu kämpfen. Dazu kam die Korruption im Land und die mangelhafte Infrastruktur. Immer identifizierte sich der ruhige, bodenständige, einfache Robert Prevost mit den Gläubigen in Peru und ganz besonders mit den Bedürftigen. In seiner peruanischen Heimat war der damalige Bischof Prevost nicht als besonders gesprächig bekannt. Er war jedoch einer, der sich sofort kümmerte, wenn Menschen mit einem Anliegen zu ihm kamen. Und so kümmerte er sich auch um die Belange der Karmelitinnen im Kloster "Nuestra Señora de la Paz y San José", die seit 1991 in der Diözese Chiclayo wohnen.
Hostien für den eigenen Lebensunterhalt und den Unterhalt des Waisenhauses
Obwohl die Karmelitinnen, damals 15 Schwestern und zwei Novizinnen, für das kontemplative Leben sind, unterhalten sie in Chiclayo ein kleines Waisenhaus für Mädchen. Zur Selbstversorgung des Klosters und zum Unterhalt des Waisenhauses werden dort Hostien hergestellt, die auch an fünf nördliche Diözesen in Peru, sowie an einige Pfarreien und Kongregationen in weiteren nördlichen Regionen geliefert werden. Die Produktion begann mit gespendeten Maschinen, die irgendwann sehr reparaturanfällig waren und für die es keine Ersatzteile mehr gab. Auf Grund von mehr Bestellungen brauchten die Karmelitinnen eine einfache aber moderne, neue Hostienbackmaschine - die monatliche Produktion betrug inzwischen 900.000 Hostien zur Kommunion und 30.000 für die Eucharistie.








