Kirchenjahr

Die Auferstehung als Höhepunkt

Die angestrahlte Figur des Auferstandenen mit Fahne und vor einem goldenen Strahlenkranz.

Der Auferstandene mit Siegesfahne und Strahlenkranz steht auf dem Felsengrab mit weggewälztem Stein - Foto: DRS/Waggershauser

Bei der Passions- und Osterkrippe in der Kirche St. Nikolaus in Alttann bei Wolfegg überstrahlt der Auferstandene die Szenen aus der Karwoche.

Krippe - da denken die meisten an Weihnachten. Als Roland Seyboldt die Passions- und Osterkrippe in der Alttanner Nikolauskirche Ende März aufgestellt hat, deutete das winterliche Wetter draußen auch eher in diese Richtung. Doch im zentralen Gebäude der figürlichen Darstellung, wo die Betrachtenden die Heilige Familie samt Ochs und Esel vermuten würden, sitzt Jesus mit seinen Jüngern an einer langen Tafel und feiert das Abendmahl. Kleine Lämpchen setzen diese und andere Stationen effektvoll in Szene. Der höchstgelegene Ort der Krippenlandschaft und damit ihr Höhepunkt glänzt jedoch über allem. Der angeleuchtete Auferstandene mit Siegesfahne und goldenem Strahlenkranz steht über dem leeren Grab und macht klar: Es ist Ostern.

Das Osterfest setzt aber die Karwoche voraus. Krippenbauer Peter Meyer und seine inzwischen verstorbene Frau Marlene haben links des Abendmalsaals eine orientalisch anmutende Stadt mit steinernem Tor geschaffen. Dadurch zieht Jesus auf einer Eselin ein und Menschen jubeln ihm mit Palmzweigen zu. Auf einem Balkon darüber steht Statthalter Pontius Pilatus mit den Gefangenen Jesus und Barabbas, einem Räuber. Er fragt das Volk, welchen von beiden er freilassen soll. Die Hügellandschaft rechts beginnt unten im Garten Getsemani. Dort stärkt ein Engel Jesus in seiner Todesangst, während seine Jünger schlafen. Weiter oben bricht der Heiland, begleitet von Soldaten, unter dem Kreuz zusammen.

Hinter dem Kreuz leuchtet Ostern bereits auf

In der Mitte über der Abendmahlszene haben die Meyers die Kreuzigung platziert. Maria umklammert den Balken zu Füßen ihres toten Sohnes. Am gemalten Himmel dahinter deutet sich in feurigen Farben aber bereits der Ostermorgen an. "Die große Vielfalt an Szenen beeindruckt die Leute", weiß Seyboldt vom vergangenen Jahr, als die Krippe erstmals in der Kirche zu sehen war. Rita Motz berichtet von Besucher:innen, die bis von Friedrichshafen oder Biberach angereist sind und zum Teil sehr lange verweilten. "Sie waren begeistert, dass ein älterer Mann eine solche filigrane Feinarbeit auf engstem Raum geleistet hat", erzählt die Mesnerin.

Peter Meyer ist inzwischen 83 Jahre alt und zog vor wenigen Tagen nach Ulm in die Nähe seines Sohnes. Für ihn war der Krippenbau ein großes Hobby. Die Figuren für seine Kunstwerke kaufte er in Südtirol. Als Seyboldt, der in Alttann aufgewachsen ist und gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats war, den Senior einmal besuchte, bekam er eine Vielzahl von Weihnachtskrippen zu sehen - und eben auch die Passions- und Osterkrippe. So kam der heutige Lektor und Wortgottesdienstleiter auf die Idee, diese in St. Nikolaus aufzustellen. Die Kirche sei tagsüber geöffnet, versichert er, und der Auferstandene überstrahle den Leidensweg dort mindestens noch bis Pfingsten.

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