Kirche

Die Kirche hat eine Vorbildfunktion

Heiko Hauger und Marian Antoni vom Projekt „Queersensible Pastoral“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Foto: drs/ Nelly Swiebocki-Kisling

Interview mit Heiko Hauger und Marian Antoni, die sich in der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Projektstelle „Queersensible Pastoral“ teilen.

Im Oktober 2024 wurde auf Wunsch der Diözesanleitung für das Projekt Queersensible Pastoral eine Stelle in der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft eingerichtet. Marian Antoni und Heiko Hauger teilen sich die Projektstelle in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die zunächst für drei Jahre eingerichtet wurde. In 21 von 27 Diözesen in Deutschland gibt es bereits Ansprechstellen, die auf die Erfahrungen und Bedürfnisse von LGBTIQ+ Menschen (Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intergeschlechtlich, queer und andere) eingehen und sie in ihrer seelsorgerischen Praxis einschließt. Unterstützt wird diese Initiative unter anderen vom Diözesanrat und von der diözesanen Gruppe der Initiative „ OutInChurch – für eine Kirche ohne Angst“, einen Verein, der sich für queere Belange und Rechte innerhalb der katholischen Kirche stark macht.

Ein Gespräch mit den beiden Projektreferenten Heiko Hauger und Marian Antoni:

Seit Anfang 2025 teilen Sie sich eine Stelle. Was haben Sie als Erstes gemacht?

Heiko Hauger: Die Kirche hat eine Vorbildfunktion, deshalb war eine der ersten Fragen auch: Wie gehen wir miteinander im Dialograum Kirche um? Zunächst haben wir also die Ausgangslage analysiert. Uns ging es an der Stelle darum, dass Personen, die schon lange auch innerhalb der Kirche für queere Rechte und Belange engagiert sind, durch uns nicht ersetzt werden können und sollen. Im Kontakt mit Vereinen, Verbänden und Einrichtungen, die sich gesamtgesellschaftlich für queere Menschen einsetzen, wollen wir nicht diejenigen sein, die nun im Austausch die religiösen Überzeugungen überstülpen. Uns geht es vielmehr darum, uns mit den verschiedenen Gruppen zu vernetzen.

Warum ist die Stelle in zwei 50 Prozent-Stellen geteilt?

Marian Antoni: Ich habe mir von Beginn an eine geteilte Stelle gewünscht und bin froh, dass wir nun tatsächlich zu zweit den Auftrag wahrnehmen können. Denn so können wir mit den unterschiedlichen Perspektiven und den Erfahrungen, die wir beispielweise aufgrund unserer verschiedenen Generationszugehörigkeit und persönlichen Verortungen innerhalb der Queeren Community mitbringen, die Vielfältigkeit des Themas im Team diskutieren und produktiv in die Arbeit einfließen lassen.

Muss die Kirche denn die gesamte Vielfalt menschlicher Unterschiedlichkeiten vertreten?

Marian Antoni: Menschen, die sich außerhalb der heteronormativen Geschlechts- und Beziehungsvorstellungen verorten, müssen nicht selten unter großem Ringen und mit intensiven Auseinandersetzungen verbunden, in ihre eigene Identität hineinwachsen. Sich selbst anzunehmen und sich immer mehr selbst zu finden hat viel mit der christlichen Message der Menschwerdung zu tun. Das kann auch bedeuten, dass Menschen auf ihrem persönlichen Weg durch Dunkelheiten hindurchmüssen, um die eigene Identität zu entdecken und in ihrem Leben zur Entfaltung bringen zu können.

Heiko Hauger: Wir als Kirche sind berufen alle Menschen zu begleiten. In der Kirche ist die gesamte Vielfalt schon immer da. Der Unterschied ist heute, dass queere Menschen in ihrer ganzen Vielfalt zunehmend sichtbar sind – und das ist auch gut so. Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger:innen Christi, wie es sinngemäß in der Pastoralkonstitution des II. Vatikanischen Konzils heißt. Gerade Menschen, die sich nicht in der Mehrheit befinden, bedürfen unserer Begleitung in ihrer Selbstwerdung und -findung. Das ist eine originäre Aufgabe von Seelsorge. Viele wissen nicht, dass das Suizid-Risiko bei LGBTIQ+-Teenagern um ein Vielfaches erhöht ist. Wenn verzweifelte Menschen sich von uns nicht alleingelassen fühlen, dann macht unsere Arbeit Sinn.

Marian Antoni: Die Bibel bezeugt eine existentielle, teils auch heftig durchlittene Befreiungsgeschichte der Menschen mit ihrem Gott, die am Ende die Menschen ins Leben führen möchte. Vor diesem Hintergrund schmerzt es mich, wenn aus fundamentalistischen Positionen heraus einzelne Sätze der Heiligen Schrift ohne kritischen Kontext aufgegriffen und gegen die Würde und die Freiheit anderer Menschen missbräuchlich in Anschlag gebracht werden. Die Spannungen von lehramtlichen Aussagen und erfahrener Lebenswirklichkeit gelingend in Alltagsleben und Glaubenspraxis zu integrieren, geht mitunter mit erheblicher Belastung einher.

Wie ist, in diesem Zusammenhang, „Seelsorge“ zu verstehen und welche Aufgabe hat für Sie in der Projektstelle das Thema „Begleitung“?

Marian Antoni: In der Auseinandersetzung mit dem Thema der spirituellen Selbstbestimmung stellte ich mir vor kurzen die Frage: Wie ist eigentlich Seelsorge zu verstehen? Was bedeutet der Begriff Pastoral oder welche Aufgabe hat Begleitung für uns an der Projektstelle? Ich stieß auf einen Gedanken, der sich vielleicht im weiteren Sinne auf unsere Arbeit übertragen lässt: (Seelsorgliche) Begleitung kann heißen, Platzhalter:in der Hoffnung zu sein. Wenn Menschen schwere oder heraufordernde Zeiten erleben, kann es hilfreich sein, an ihrer Stelle oder mit ihnen gemeinsam einen Raum der hoffenden Perspektive offen zu halten. Für queere Menschen kann das etwa bedeuten am Glauben an eine positive Zukunft festzuhalten. Oder meiner inneren Überzeugung zu trauen, dass der eingeschlagene Weg (zum Beispiel des inneren oder äußeren Coming-Outs) der richtige ist, auch wenn mir gerade juristische Herausforderungen oder Ablehnungserfahrungen entgegenschlagen, ich Zweifel an meiner sozialen oder religiösen Beheimatung spüre, und so weiter.

Was ist Ihre Vision?

Heiko Hauger: Wir wollen das Thema in die Gesellschaft an möglichst viele Orte der Diözese bringen, nicht nur in Stuttgart, sondern auch im ländlichen Bereich. Wir wünschen uns eine echte Wertschätzung von queeren Lebensformen und Identitäten, weg von einer kühlen Toleranz, hin zu „echt queer geliebt“.

Marian Antoni: Wir möchten, dass queere Menschen sich im Raum der Kirche als gesehen, sicher und gleich an Würde und Respekt erfahren und dass sich unsere Diözese zu einem Vorbild der Gesellschaft entwickelt, dass Kirche sich solidarisch einsetzt und klar zu Wort meldet.

Gibt es für die Umsetzung Ihrer Vision schon konkrete Meilensteine?

Marian Antoni: Wir haben aktuell mehrere Ebenen und Personengruppen im Blick. Zum einen möchten wir online, einen kleinen Marktplatz aufbauen, der Veranstaltungshinweise und Angebote für queere Menschen, auch für Eltern und Familien von queeren Menschen oder interessierten Unterstützer: innen, enthält. Gemeinsam mit der diözesanen OutInChurch-Gruppe veranstalten wir einen Besuch und eine Führung in der Ausstellung „Wish You Were Queer“ in Schwäbisch Gmünd. In Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung sind Kino-Abende in der Planung. Darüber hinaus sind wir in einer größeren Kooperationsgemeinschaft mit involviert bei den Vorbereitungen zu einer zweiten Auflage der Tagung „Queere Menschen und die Kirchen“, die im letzten Jahr an der Akademie der Diözese Rottenburg Stuttgart in Hohenheim stattfand. Es ist bereits der zweite Teil, da die erste Veranstaltung 2024 auf enorm große Resonanz stieß.

Und wir sind gerade dabei ein Netzwerk und Kooperationen mit Akteuren in der Community aufzubauen, etwa mit der Bundesarbeitsgemeinschaft LSBTI*-Pastoral (Verschiedenheit wertschätzen - LSBTI*-Pastoral in der katholischen Kirche). Unsere derzeitige Vision beeinhaltet auch ein Qualifikationsangebot für queersensible Seelsorger: innen. Mit ähnlichen Formaten machen momentan die ersten Diözesen gute Erfahrungen. Vor allem möchten wir uns mit Verbänden, Vereinen und Akteur:innen vernetzen, die in der Beratung von unterschiedlichen queeren Zielgruppen arbeiten oder pädagogische Bildungsveranstaltungen anbieten.

Heiko Hauger: Wir wünschen uns Gemeinden, in denen sensibel mit der Vielfalt von sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten umgegangen wird. Wir möchten gemeinsam mit unterschiedlichen kirchlichen Akteur:innen in den Blick nehmen, wie sich pastorale Diversität in der Diözese abbildet, beispielsweise in der Sprache der Verkündigung, in verwendeten Bildern und repräsentierten Personengruppen. Und wir arbeiten daran, zusammen mit Kolleg:innen auf verschiedenen pastoralen Ebenen, dass Menschen im kirchlichen Raum keine Diskriminierung erfahren. Nur um einige Schritte zu nennen.

Wird das Angebot der Kirche in der Queeren Community angenommen?

Heiko Hauger: Momentan handelt es sich primär um die Aufnahme von Kontakt, den Ausbau von Netzwerken und das Gespräch über mögliche Kooperationen. Wir machen die Erfahrung, dass es innerhalb der Community viele offene Türen und Interesse an unserer Stelle gibt. Queere Menschen, die sich als religiös verstehen, haben die Sehnsucht in ihren religiösen Gemeinschaften Beheimatung zu finden und Glauben authentisch gemeinschaftlich zu leben. Sie erleben Glauben oft sogar stärker und wollen in der Kirche nicht ausgeschlossen werden.

Welche persönliche theologische und aus dem Glauben heraus formulierten Überzeugungen, Werte und Menschenbilder motivieren Sie für Ihre Arbeit?

Heiko Hauger: Für mich ist das Engagement für die Anliegen queerer Menschen in Kirche und Gesellschaft ein Herzensthema. Es ist mir auf den Leib geschrieben. Als queere Menschen sind wir Teil der Kirche. Die Sache Jesu braucht Begeisterte, seine Geistkraft bewegt alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität. Seine befreiende Botschaft gilt wirklich allen Menschen. Dafür möchte ich gehen und arbeiten.

Marian Antoni: Ich wünsche mir und hoffe auf eine Kirche, in deren Innerstes sich die Lebensgeschichten und Glaubenszeugnisse von queeren Menschen neben zahlreichen und ebenso bunten anderen, selbstverständlich mit einschreiben können. Ich wünsche mir und hoffe auf eine Kirche, die sich in Solidarität mit queeren Leben übt, solange Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtliche Identität, Ablehnung, Diskriminierung und Gewalt erleiden –  egal ob in verdeckten oder offensichtlicheren Formen. Für dieses Mehr an Sicherheit, Freiheit und Lebensfülle möchte ich in unserer Diözese Gelegenheiten und Angebote schaffen, damit queere Leben sich entfalten und so für alle Menschen bereichernde Beispiele gelebten Christlichen Glaubens werden können.“

Am 26. Juli findet die Stuttgart Pride, CSD statt, gegen Diskriminierung und für mehr Toleranz

Wofür demonstrieren die Teilnehmenden?

Marian Antoni: Das diesjährige Motto lautet: „Nie wieder still! Laut für Freiheit. Stark für Vielfalt“. Es geht darum, dass die Menschen in ihrer Vielfalt zu Wort kommen. Es geht uns um Sensibilitäten, die sich auch schon im Kleinen und in Details ausdrücken können. Es geht um Sichtbarkeit, Bewusstsein und grundlegende Sicherheit. Damit die Menschen, alle Menschen, gleichwertig, gleichwürdig und sicher leben können. Wir von der Queersensiblen Pastoral und der BDKJ (Dachverband von katholischen Jugendverbänden), der schon lange dabei ist, sowie die Caritas werden am Stuttgart Pride teilnehmen.

Warum ist der CSD heute, Ihrer Meinung nach, noch so wichtig?

Marian Antoni: Im Moment beobachten wir, wie die Toleranz wieder Rückschritte erleidet. Der Queeren Community wird mittlerweile von manchen Seiten ihre Sichtbarkeit vorgeworfen. Fundamentalistische religiöse Narrative werden von extremen, politisch agierenden Gruppierungen herangezogen und für ihre Zwecke radikal umgedeutet und für die Begründung von Ablehnung und Hass missbraucht. Dagegen setzen wir aktiv Zeichen.

Heiko Hauger: Die gesamtpolitische Situation hat sich verändert. Auch in Deutschland nimmt die Gewalt gegen Minderheiten wieder zu, auch gegen die Queere Community. Dazu kommt, dass Menschen zuerst in ihre eigene Sichtbarkeit und Identität hineinwachsen müssen. Der CSD will all diesen Menschen Mut machen.

Inwiefern ist Kirche auf dem CSD präsent?

Heiko Hauger: Vor der Parade feiern wir in der Johanneskirche am Feuersee einen ökumenischen Gottesdienst zum Thema des diesjährigen Stuttgarter CSD „Nie wieder still!“ Das Motiv, andere zum Schweigen bringen zu wollen, findet sich auch im Lukasevangelium. Im Rahmen des Gottesdienstes möchten wir die Aussage Jesu „Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien“ (Lk 19,40) vertieft in den Blick nehmen und sie mit den Erfahrungen von queeren Menschen in der Gesellschaft verbinden.

Marian Antoni: Im Anschluss nehmen wir, gemeinsam mit dem BDKJ Rottenburg-Stuttgart Mitgliedern der Initiative OutInChurch und der Caritas, an der Demonstration teil. Am Sonntag sind wir gemeinsam mit der Allianz „Vereint unterm Regenbogen - Schalom, Salam, Merhaba und Grüß Gott*“ auf der Info-Meile präsent.

Zu Heiko Hauger und Marian Antoni vom Projekt „Queersensible Pastoral“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart:

Marian Antoni studierte Theologie und Erziehungswissenschaft und hatte in der Erzdiözese Freiburg im Referat Frauen - Männer - Gender die Referentenstelle für Frauen*/FINTA*Pastoral in der Region Bodensee-Hohenzollern inne (* steht für FINTA. Das Akronym steht für Frauen, Intergeschlechtliche, Nichtbinäre, Trans- und Agender Personen). Bevor er zur Diözese Rottenburg-Stuttgart kam, hat Marian Antoni Workshops zu diesem Thema gegeben. Engagement am Jugendspirituellen Zentrum „DerBerg“, katholische Hochschulgemeinde Tübingen. Zuletzt Ausbildung als Geistlicher Begleiter für Junge Menschen am Zentrum für Berufungspastoral in Frankfurt St. Georgen absolviert.

Heiko Hauger hat Katholische Theologie studiert. Seit über 18 Jahren engagiert er sich für den Queergottesdienst in St. Fidelis in Stuttgart. Nach seinem Studium hat er fast zwei Jahrzehnte für ein Beerdigungsinstitut gearbeitet und Menschen in Trauer begleitet. Durch die Änderung der Grundordnung wurde die Arbeit jetzt in der Diözese möglich. Heiko Hauger sagt: „Ich bleibe dabei, weil wir alle zusammen Kirche sind und hoffend miteinander unterwegs auf den Spuren Jesu.“

 

Anhang: Impuls zum Pride Month / CSD von Heiko Hauger

In mehr als 120 Orten in ganz Deutschland finden dieses Jahr CSDs statt. Menschen stehen solidarisch zusammen, zeigen Präsenz, kämpfen für die Rechte queerer Menschen und feiern Vielfalt. Beim Empfang der Landesregierung zum CSD hielt Sozialminister Manfred Lucha ein Plädoyer für den Einsatz für queere Menschen und ihre Rechte. Er zitierte Hannah Arendt mit dem Satz: „Das Wesen der Politik ist die Freiheit.“ Wie zerbrechlich diese Freiheit ist und damit die Demokratie, zeigt sich derzeit allzu deutlich. Die Rechte queerer Menschen sind weltweit in Gefahr bzw. es gibt Versuche, das Rad wieder zurückzudrehen. Die Gewalt- und Straftaten gegenüber queeren Menschen nehmen auch in Deutschland wieder zu.

Wo Freiheit in Gefahr kommt, sind wir alle aufgefordert, unsere Stimme zu erheben. „Nie wieder still! Laut für Freiheit, stark für Vielfalt“ lautet das Motto des Stuttgart Pride. Freiheit fällt nicht vom Himmel. Sie entsteht dort, wo Menschen sich zeigen – mit ihrer Geschichte, ihrer Liebe, ihrem Glauben, ihrer Identität. Dort, wo Vielfalt nicht versteckt werden muss. Und sie bleibt nur lebendig, wenn wir sie miteinander schützen und füreinander einstehen.

Gerade als Christ:innen glauben wir an die Würde jedes Menschen – nicht erst, wenn es der Mehrheit gefällt. Wer Jesus folgt, folgt einem Menschen, der an den Rändern stand. Der sich nicht weggeduckt hat, wenn Ausgegrenzte Schutz brauchten. Der nicht schwieg, wenn andere geschwiegen haben. „Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien" (Lk 19,40). Dieser Satz aus der Lukaspassion steht im Zentrum des ökumenischen Gottesdienstes direkt vor der Parade. Der BDKJ lädt dazu ein. Junge Katholik:innen waren unter den Ersten, die beim CSD als kirchliche Gruppe Flagge zeigten und die queere Community in ihren Anliegen unterstützen.

Wenn wir als Kirche beim CSD Gesicht zeigen, geht es nicht „nur“ um queere Rechte. Es geht um unsere Demokratie. Es geht um die Freiheit, so zu leben, wie Gott uns gemeint hat. Und es geht um Verantwortung:

Denn Freiheit ist brüchig.

Wenn wir schweigen, bricht sie;

wenn wir zuschauen, wird sie kleiner.

wenn wir uns verstecken, verschwindet sie.

Wir feiern die Vielfalt Gottes und schützen damit die Freiheit, die Gott uns geschenkt hat.

Wir setzen uns mutig, bunt und entschlossen ein für eine Gesellschaft und für eine Kirche, in der alle Platz haben.

Heiko Hauger, Referent im Projekt Queersensible Pastoral der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Veröffentlicht als Monatsimpuls beim Verband Katholisches Landvolk (VKL).