Bischof Dr. Klaus Krämer hat auf der ersten Pastoralreise nach seiner Weihe im Dezember 2024 Jordanien besucht, um sich vor Ort ein Bild über die von der Diözese Rottenburg-Stuttgart finanziell unterstützten Projekte im Kontext von Flucht und Vertreibung von Caritas International zu machen.
Bereits seit 2014 werden von der Hauptabteilung Weltkirche in Rottenburg Geflüchtete in Jordanien unterstützt. In dem kleinen Land im Nahen Osten mit 11,5 Millionen Einwohnern sind aktuell rund 1,8 Millionen Geflüchtete registriert - die meisten davon sind Palästinenser und Syrer, gefolgt von Menschen aus dem Irak und dem Sudan. „Nur der Libanon hat im Verhältnis zu seiner Gesamtbevölkerung noch mehr Geflüchteten Schutz gegeben als Jordanien“, erklärte Omar Abawi, der Programmchef von Caritas Jordanien, dem Bischof bei seinem Besuch in der Caritas-Zentrale in Jordaniens Hauptstadt Amman. Da die jordanische Regierung die Registrierung von Geflüchteten durch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen im März 2019 untersagt hat, dürfte die Dunkelziffer allerdings deutlich höher sein.
Flüchtlingshilfe der Diözese
Im Gegensatz zu registrierten Geflüchteten haben diese sich illegal im Land aufhaltenden Menschen keinen Zugang zu staatlicher Unterstützung. Caritas Jordanien gewährt seine Hilfe allen Menschen unabhängig von Aufenthaltsstatus, Nationalität und Religionszugehörigkeit. Das Hilfswerk ist seit 1968 in Jordanien tätig und betreibt dort 20 Einrichtungen, in denen Menschen unter anderem medizinische Hilfe und psychosoziale Unterstützung bekommen.
Bischof Dr. Klaus Krämer hat bei seinen Besuchen in zwei Caritas Zentren in Amman und bei mehreren Besuchen von Flüchtlingsfamilien in ihren Wohnungen mit Menschen aus Syrien, dem Irak und dem Sudan gesprochen. „Ich habe gesehen unter welchen schwierigen Bedingungen vor allem die nicht registrierten Flüchtlinge leben müssen. Diese Menschen sind in besonderer Weise auf unsere Hilfe angewiesen. Und da leistet Caritas Jordanien ausgezeichnete Arbeit. Wir freuen uns, dass die Mittel, die wir weltweit für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung stellen, hier sehr gut eingesetzt werden“, sagte Bischof Dr. Klaus Krämer. Im vergangenen Jahr hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart weltweit 4,8 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. Auf den Nahen Osten entfielen dabei rund 1,3 Millionen Euro. Davon wurden in Jordanien Projekte mit 550.000 Euro gefördert. Damit ist Jordanien ein Schwerpunkt der weltkirchlichen Arbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Bereich von Flucht und Vertreibung.




