Noch bis Freitag sind Mitarbeiter des Orgelbaubetriebs Lenter aus Großsachsenheim damit beschäftigt, die neue Orgel in der Kirche St. Josef in Weinsberg klanglich auf ihren Standort abzustimmen. Danach kann die Kirchengemeinde am Sonntag, 9. Februar, nicht nur die Weihe des Instruments feiern.
Denn nach fast 29 Monaten wird die Kirche wiedereröffnet. Während in dieser Zeit die Gottesdienste im Gemeindesaal stattfanden, wurde das Innenleben der Kirche renoviert, wie Wolfgang Greven erklärt. Der Kirchenpfleger zählt die wichtigsten Änderungen auf: neue Elektrik, sparsamere Beleuchtung und Bankheizung, neuer Boden.
Herausfordernde Bauzeit
Die Kirche St. Josef entstand in der Nachkriegszeit, als die Zahl der Katholikinnen und Katholiken im Ort deutlich anwuchs. Im Jahr 1952 wurde sie geweiht. Die Orgel, mit der sie ausgestattet wurde, sei „nicht aus einem Guss“ gewesen, wie Greven sagt. Sie war aus Teilen anderer Orgeln zusammengestückelt. Vor einigen Jahren offenbarte ein Gutachten die Schwachstellen des Instruments. Eine Reparatur erwies sich als nicht wirtschaftlich. Ein Ersatz musste also her.
Die Orgelbau-Werkstatt Lenter in Großsachsenheim bekam den Auftrag für einen Neubau. In dem Zusammenhang wurde überprüft, ob die Stromleitungen noch ausreichend sind – mit dem Ergebnis, dass die Elektrik in der Kirche erneuert werden musste. Dies wiederum zog weitere Anpassungen nach sich. So führte eins zum anderen. Die eine oder andere für die damalige Bauzeit typische Überraschung tauchte außerdem auf: Der Boden war beispielsweise zum großen Teil nur aufgeschüttet, sodass ein neuer Beton- und Estrichboden eingebaut werden musste. Eine weitere Herausforderung bildeten die Material- und Personalprobleme bei den Handwerksbetrieben. Der ursprünglich angedachte Eröffnungstermin zu Ostern 2024 ließ sich nicht halten. Laut Greven kommen der Orgelneubau und die Renovierung auf einen Gesamtumfang von rund 1,4 Millionen Euro.
Eröffnungsfest am Sonntag
Neben ihm begleitete ein Fachbeirat die Arbeiten. Dem Gremium gehörten auch zwei Gemeindemitglieder an, die den Kirchenbau Anfang der 1950er Jahre miterlebt hatten und deshalb wichtige Hinweise geben konnten.
Wie sich der jetzt grundlegend sanierte Kirchenraum zusammen mit der neuen Orgel präsentiert, können alle am Sonntag, 9. Februar, erleben. Im Gottesdienst ab 10.30 Uhr wird Weihbischof Dr. Gerhard Schneider die neue Orgel weihen. Zur Wiedereröffnung der Kirche gibt es anschließend ein Fest mit Essen und Trinken und verschiedenen Aktionen. Eine Taizé-Andacht ab 17 Uhr bildet den Abschluss des Festtags.
Konzert mit dem Chor Coro Allegro
Sie soll einen Vorgeschmack auf neue Gottesdienstformen bieten, die sich nun in der Kirche etablieren sollen. Dafür sind die vordersten drei Bankreihen ausgebaut und durch Stühle ersetzt worden, was zum Beispiel für Andachten mehr Flexibilität ermöglicht. In der Kirche gibt es zudem einen Beamer und eine ausfahrbare Leinwand.
Er wolle sich auch darum kümmern, dass die neue Orgel nicht nur bei den Gottesdiensten im Mittelpunkt stehe, sagt Greven. Bis Sommer soll es jeden Monat eine Veranstaltung geben. Den Anfang macht der Chor Coro Allegro mit einem Konzert zugunsten der neuen Orgel am 23. Februar. Auch der Erlös aus dem Eröffnungsfest fließt dem zur Finanzierung der neuen Orgel notwendigen Spendenbetrag zu.




