Häuser, Wasser und Würde
Seit Beginn des Projekts wurden zehn Familienhäuser in der neuen Siedlung Tinpuz (Waroav) gebaut. Jede Familie erhielt einen Hektar Land, um Nahrung anzubauen und Einkommen zu erwirtschaften.
Doch die Herausforderungen bleiben groß: Es fehlt an Mitteln für den Bau weiterer „klimasmarter Häuser“, die über sanitäre Anlagen, Küche und Zugang zu sauberem Wasser verfügen. „Ein sicheres Zuhause bedeutet mehr als nur ein Dach über dem Kopf“, erklärt Rakova. „Es bedeutet Würde und Stabilität für Familien, die alles verloren haben.“
Die Finanzierung des Projekts erfolgt vor allem durch kirchliche Organisationen aus Deutschland, Australien, den USA und dem Vereinigten Königreich.
Zwischen Politik, Kirche und Klima
Die Zusammenarbeit mit der Diözese Bougainville war entscheidend für den Erfolg: Sie stellte das Land zur Verfügung, auf dem die neue Siedlung entsteht. Die Beziehungen zu staatlichen Stellen sind dagegen kompliziert. „Manche Behörden glauben, wir wollten alle Atollbewohner umsiedeln“, sagt Rakova. „Doch wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Carteret-Gemeinschaft. Nur so können wir ihre kulturellen Werte bewahren.“
Trotz der bürokratischen Hürden pflegt Tulele Peisa enge Kontakte zu internationalen Netzwerken wie dem Pacific Rising Partnership und der Pacific Feminist Coalition, die das Projekt global bekannt machen und politische zu unterstützen.
Klimaflucht ist mehr als ein ökonomisches Problem
Für Rakova ist klar: Klimaflucht darf nicht nur in Geld gemessen werden. „Wenn Menschen ihre Insel verlassen müssen, verlieren sie mehr als Land:Sie verlieren Geschichte, Sprache, Spiritualität. Diese Verluste sind nicht bezahlbar.“
Deshalb dokumentiert Tulele Peisa Geschichten und Lieder der Carteret Islanders, um sie in Bildungsprogrammen zu vermitteln. „Unsere Kinder sollen wissen, woher sie kommen. Das stärkt ihre Identität und bewahrt unsere Kultur.“