Persönliches

„Diener eurer Freude“

„Nicht Herren eures Glaubens sind wir, sondern Diener eurer Freude“ lautet der Primizspruch von Pfarrer Josef Höfler, der am 19. Januar seinen 80. Geburtstag feiert. Foto: DRS/Jerabek

Bei den Menschen sein und mit ihnen Eucharistie feiern – das ist der rote Faden im Leben von Pfarrer Josef Höfler. Am 19. Januar wird er 80.

„Mein Gott, wie schön ist deine Welt“ – dieses Stoßgebet hat Josef Höfler oft auf den Lippen, wenn er aus dem Fenster schaut. Von seiner Wohnung an der Kirchstraße in Lippach, direkt gegenüber der Kirche St. Katharina, hat er einen schönen Blick über die Jagstauen und die Felder in Richtung der bewaldeten Hügel des Grombergs. „Ich fühle mich sehr wohl hier und ich hoffe, dass ich hier bleiben darf“, sagt er. Seit fast zehn Jahren ist der Priester als Pensionär in Lippach in der Seelsorgeeinheit Kapfenburg zuhause. Und nach wie vor gern im Einsatz.

In der Regel jeden Tag feiert Höfler eine Heilige Messe in einer der fünf Gemeinden der Seelsorgeeinheit. „Das ist katholisch: Die Messe gehört zum Leben. Dafür bin ich geweiht worden“, sagt er ganz selbstverständlich und fügt gleich hinzu: „Ich bin froh und dankbar, dass ich das noch machen kann.“ Nur das Treppensteigen werde zunehmend beschwerlich.

Rund 21.000 Heilige Messen gefeiert

Demnächst werden es 21.000 Messen sein, die er in seinem langen Priesterleben zelebriert hat – ein Leben, das 1942 in Neumarkt in der Oberpfalz begann und das mit der Priesterweihe in seiner Heimatkirche, der Hofkirche, am 5. Juli 1970 seine entscheidende Richtung bekam. „Nicht Herren eures Glaubens sind wir, sondern Diener eurer Freude“ (2 Kor 1,24) lautete sein Primizspruch, den er übrigens mit Joseph Ratzinger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., gemeinsam hat.

Seine religiöse Prägung verdankt Josef Höfler neben seinem Elternhaus besonders auch den Comboni-Missionaren, die seinerzeit gerade das Missionsseminar St. Paulus in Neumarkt eröffnet hatten. In die Fußstapfen Daniel Combonis wollte er treten, als er sich für das Noviziat in dem internationalen Missionsorden entschied. Doch sein Weg nach der Diakonenweihe führte nicht nach Afrika, sondern nach Brixen in Südtirol, wo er zwei Jahre als Erzieher wirkte. Danach wurde er als Präfekt ins Josefinum nach Ellwangen gesandt – das einst wohl nicht zu seinen Wunschzielen zählte: „Von Südtirol zu den Schwaben“, habe er sich damals gedacht, „schlimmer geht’s ja nimmer“.

Jugendarbeit wichtig

Dass er die Schwaben rasch liebgewann – und die Schwaben ihn – zeigt sich vielleicht am besten daran, dass Josef Höfler nach der Schließung des Josefinums 1981 in den Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart wechselte und Pfarrer in Schwabsberg wurde. 2003 bekam er dann die gesamte Leitung der Seelsorgeeinheit Neuler/Rainau übertragen. Vielleicht ist es gerade seine beherzte und direkte Art und zugleich sein Humor, gepaart mit Zuverlässigkeit und Bescheidenheit, die bei den Menschen hier gut ankommen.

Zeitlebens liegt ihm die Jugend am Herzen. Regelmäßige Ministrantenstunden in jeder seiner Pfarreien waren ihm ebenso wichtig wie der Religionsunterricht. „Bei mir gab’s keine Religionsstunde ohne Gebet“, sagt er rückblickend. Bis heute freut er sich über eifrige Ministranten, deren Dienst er auch als eine gute Qualifikation fürs spätere Leben sieht, „weil man Verantwortung lernt“. In Schwabsberg, so erinnert er sich, seien etliche Vereinsvorstände früher Ministranten gewesen.

Den Glauben im Alltag verankern

Das religiöse Leben zu verlebendigen, darauf komme es an. Auch kleine Gesten wie das elterliche Segnen der Kinder, bevor sie zur Schule aufbrechen, oder das dankbare Bezeichnen des Brotes mit dem Kreuz, bevor es aufgeschnitten wird, trügen dazu bei, den Glauben im Alltag zu verankern. Das bloße Ändern von Strukturen wie beim Synodalen Weg führe nicht zum Ziel, ist Höfler überzeugt.

Weil nur glauben kann, wer seinen Glauben kennt, engagierte sich Pfarrer Höfler unter anderem für die Cursillo-Bewegung, unterrichtete 20 Jahre lang an einer Krankenschwesternschule, wirkte sieben Jahre als Militärpfarrer. Bis heute ist er Präses für die Mesner im Dekanatsbezirk Ellwangen. Und immer wieder kommt er gern darauf zu sprechen, was im Zentrum seines priesterlichen Lebens steht: die Feier der Eucharistie. Auch an seinem runden Geburtstag will er eine Heilige Messe feiern.

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