Liebe Freunde,
ich möchte ein bisschen darüber erzählen, wie es momentan in der Ukraine ist.
Wir sprechen oft von den drei Jahren des Krieges, aber in Wirklichkeit sind es schon 11 Jahre. Stellt euch vor, es gibt bereits eine Generation von Kindern, die 11 Jahre alt ist und nicht weiß, wie es ist, nicht im Krieg zu leben.
Es ist eine sehr schwierige Zeit, vor allem, wenn ständig Sirenen und Bombardierungen zu hören sind – besonders nachts. Manchmal schaffen wir es tagelang nicht, richtig zu schlafen, da es immer wieder Alarme gibt und man ständig in Sorge ist. Es ist körperlich und seelisch sehr anstrengend.
Was machen wir in dieser Situation? Wir versuchen, unseren Alltag so gut wie möglich zu organisieren, auch wenn es viele Einschränkungen gibt. Es ist nicht immer einfach, aber wir halten zusammen, unterstützen uns gegenseitig und sind aufeinander angewiesen. Die Gemeinschaft wird noch wichtiger.
Was die Stromversorgung angeht, gibt es oft Stromausfälle, vor allem in den Abendstunden. Es ist nicht selten, dass wir Stunden oder sogar Tage ohne Strom sind, was das Leben noch schwieriger macht. Wir müssen uns oft mit Kerzen und Notstromgeneratoren behelfen. Es ist ein ständiger Kampf, aber wir geben nicht auf.
Unsere Alltagsroutine hat sich stark verändert. Wir müssen sehr flexibel sein und auf vieles vorbereitet sein – sei es, um schnell in einen Schutzraum zu gehen oder uns an plötzliche Änderungen anzupassen. Aber wir sind immer noch hier und kämpfen weiter, auch wenn es schwer ist.
Aber trotz all dem versuchen wir, unser Leben voll zu leben, wie nie zuvor. Denn morgen könnte nicht kommen, und deshalb genießen wir jeden Moment, den wir haben.
Früher haben wir nie richtig verstanden, wie wichtig die Worte "Ich wünsche dir einen friedlichen Himmel über deinem Kopf" waren, die wir am Ende von Briefen (in meiner Kindheit) geschrieben haben. Heute weiß jeder von uns, wie viel diese Worte wirklich bedeuten.
Liebe Grüße aus der Ukraine,
Olena