Strahlende Kinderaugen und viele zufriedene und entspannte Eltern – das konnte man sehen, wenn man am vergangenen Sonntag beim Brot.Zeit.Fest war.
Schon zum Mitmach-Picknickdecken-Gottesdienst strömten die Besucher:innen ins Freilichtmuseum. Die Wiese vor der Scheune war gut gefüllt mit Kindern und ihren Familien auf zahlreichen, bunten Picknickdecken. Begleitet von guter Musik der Jugendband aus der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes in Nürtingen erlebten die Besucher:innen einen Gottesdienst, der viele verschiedene Elemente und Überraschungen bereithielt.
„Die Samen nicht von der Angst klauen lassen“
„Vom Korn zum Brot“ - unter diesem Motto stand auch der Gottesdienst. Pfarrer Roland Conzelmann aus Beuren ging darauf in seiner Predigt ein. Unterstützung bei der Predigt bekam er von Maus Korni. Das neue Maskottchen des Familientags zog alle Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Ausgehend von der Geschichte vom Sämann deutete Conzelmann die verschiedenen Böden, auf die Samen fallen können, auf die heutige Zeit. Er verglich dabei die Samen mit guten Worten, die manchmal nicht immer in den Herzen der Menschen wirken können: „Wir müssen aufpassen, dass uns unsere wertvollen Samen nicht von den Sorgen geklaut werden“ und brachte dabei auch die schwierige Weltlage in Worte, die meist auch an den Kindern nicht vorbeigeht. Conzelmann ermutigte die Kinder und ihre Familien in dieser Zeit, dass sie sich nicht von der Angst einnehmen lassen sollen. „Lass die Angst nicht in dein Herz“, ermutigte er die Anwesenden des Gottesdienstes. Die Maus Korni hörte dabei aufmerksam zu.
Ein inklusives Fest für alle
Der Gottesdienst, aber auch die Mitmachstationen am Nachmittag, waren dabei kindgerecht und inklusiv gestaltet. So wurde beispielsweise der Gottesdienst von Raphaela Vogel, Seelsorgerin bei Menschen mit Hörbehinderung, in Gebärdensprache übersetzt, zu den Liedern und Gebeten gab es passende Bewegungen und der Bibeltext wurde den Kindern von ihren Eltern quasi auf den Rücken geschrieben in einer wohltuenden Massage. Die Kinder konnten dabei die Worte aus der Bibel ganz neu erleben und fühlen. Am Ende des Gottesdienstes gingen Spendenkörbchen durch die Reihen. Der Erlös von 750 Euro geht an die Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen. Geschäftsführerin Biluge Mushegera zeigte sich sehr glücklich über das Spendenergebnis, das Kindern und Jugendlichen in unserem Landkreis Teilhabe ermöglicht, die ihnen ansonsten aufgrund ihrer finanziellen Mittel selten ermöglicht werden kann. „Wir sind zwar ein reicher Landkreis, aber trotzdem gibt es bei uns immer noch viele Kinder und Jugendlichen, die wenig Geld haben“, verdeutlichte Landrat Musolf das wichtige Engagement der Kinderstiftung in seiner Ansprache nach dem Gottesdienst.
Der Landrat war vom Gottesdienst sichtlich beeindruckt. „Bei den Bewegungen zu den Liedern bin ich koordinativ schon etwas durcheinander gekommen“, gestand er den anwesenden Familien in seinem Grußwort. Er zeigte sich beeindruckt vom vielfältigen Programm und dem großen Engagement der verschiedenen Kooperationspartner. Neben dem Freilichtmuseum Beuren und dem Landkreis haben das katholische Dekanat Esslingen-Nürtingen, die evangelischen Kirchenbezirke Nürtingen und Esslingen sowie die Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen das Brot.Zeit.Fest 2025 organisiert.
Bunte Stationen am Nachmittag
Nach dem Gottesdienst war im Freilichtmuseum an zahlreichen Stationen sehr viel geboten. Die Kinder konnten sich gemeinsam mit ihren Eltern auf eine Entdeckungsreise „Vom Korn zum Brot“ machen, wo sie erlebten, wie aus dem vom Feld geernteten Korn schlussendlich Brot wird. Vom Ernten, dem Dreschen der Ähren im Takt über das Sieben und Mahlen bis zum Brot Backen – die Kinder lernten dabei nicht nur vieles, sondern durften auch selbst aus ihren anfangs geernteten Samen ihr eigenes Brötchen backen. Dabei kam auch das Essen nicht zu kurz. So saßen die Kinder mit ihren Familien gemeinsam an einem Tisch in einer der Häuser des Freilichtmuseums und aßen das frisch gebackene Brot.
Viele weitere Stationen der Kooperationspartner machten das Freilichtmuseum zu einem bunten und spannenden Ort. Bei einer Segensstation von Bezirksjugendpfarrer Ulrich Enderle konnten sich die Familien gegenseitig einen Prickel-Segen zusprechen, der dank einer Tüte Brausepulver richtig erlebt werden konnte. Das katholische Jugendreferat verwandelte beim Kinderschminken die Wangen der Kinder in Marienkäfer, Schmetterlinge und viele andere Tiere, bei der Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen konnte Popcorn genascht werden, die Kinder konnten auf alten Traktoren mitfahren und nebenan bei Dorothe Schohe, Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung, inklusive Spiele erleben, wie beispielsweise selbst riesige Seifenblasen machen. Auch am neuen Spielplatz „An der Gänseweide“ konnten die Kinder die Entdeckungsreise der Ähren zum Brot spielend erleben. Der Spielplatz war sicherlich der große Treffpunkt der Familien am Brot.Zeit.Fest.
„Es war ein toller Tag“
Einen humorvollen Abschluss gab es durch den Clown und Zauberer Campino, der den Platz vor der alten Scheune nochmals gut füllen ließ. Er sorgte mit vielen Witzen, lustigen Liedern, einer Messerjonglage und verblüffenden Zaubertricks für gute Stimmung und einen tollen Abschluss.
„Es war ein rundum gelungener Tag, wir sind alle sehr zufrieden“, resümierte Andrea Weber, Referentin für Partnerschaft und Familie im Dekanat Esslingen-Nürtingen, den Tag im Freilichtmuseum Beuren. „Es ist einfach ein tolles Miteinander aller Kooperationspartner; das macht das Brot.Zeit.Fest so besonders“, ergänzte Daniel Kondratiuk vom Freilichtsmuseum Beuren.
Zum Schluss verkündete Andrea Weber den Termin für das nächste Brot.Zeit.Fest: Am 12. Juli 2026 wird sich das Freilichtmuseum wieder in einen bunten Ort für die Familien verwandeln.




