Altar

Ein Tisch auf goldenen Pilgerstäben

Die genannten Personen knien auf der Stufe vor dem Altar. Im Hintergrund ist die Apsis mit dem Hochaltar zu sehen.

Neben Weihbischof Matthäus Karrer knien die konzelebrierenden Priester, der Diakon und die Pastoralreferetin vor dem neuen Altar, während dort Weihrauch als Zeichen des aufsteigenden Gebets verbrannt wird - Foto: Marcel Amrein

Die Kirchengemeinde St. Konrad und Willebold in Berkheim feierte mit dem Patrozinium auch die Weihe des neuen Zelebrationsaltars.

Eine ganze Reihe von goldfarbenen Stäben trägt die marmorierte rote Steinplatte des neuen Zelebrationsaltars in der Berkheimer Kirche. Der Rottenburger Weihbischof Matthäus Karrer feierte am ersten Adventssonntag mit der Kirchengemeinde das Fest ihres Patrons Konrad von Konstanz und weihte den Altar, den der Stuttgarter Bildhauer Joachim Sauter geschaffen hatte.

Wie Bischof Konrad im 10. Jahrhundert pilgerte auch der Berkheimer Ortsheilige Willebold 250 Jahre später ins Heilige Land nach Jerusalem. Auf dem Rückweg in seine Heimat Calw soll er in Berkheim eingekehrt und entkräftet gestorben sein, woraufhin die Glocken von alleine zu läuten begonnen hätten.

In seiner Predigt ging Karrer auf die beiden Kirchenpatrone ein, deren Pilgerstäbe symbolisch neben vielen
anderen wie Lebenslinien den neuen Altar durchziehen. Kirchen seien auch heute Kraftorte für Menschen auf dem Pilgerweg ihres Lebens, betonte der Weihbischof. Er lud ein, die gerade in Oberschwaben zahlreichen Kirchen und Kapellen aufzusuchen und dort innere Kraft zu sammeln - besonders in krisenhaften Zeiten wie diesen.

Verbindung zu den Prämonstratensern

Bevor Karrer die Altarplatte an fünf Stellen salbte und darauf Weihrauch entzündete, setzte er - wie im Weiheritus vorgesehen - Reliquien am Fuß des Altars bei. Dass Berkheim Überreste des Heiligen Norbert, Gründer der Prämonstratenser-Chorherren, und des Heiligen Hermann Joseph, der diesem Orden angehörte, erhielt, ist kein Zufall. Der Ort gehörte zum Einzugsbereich des ehemaligen Klosters in Rot an der Rot.

Rot und Berkheim gehören inzwischen zur Seelsorgeeinheit Rot-Iller, die seit 2019 wieder ein Prämonstratenser als Pfarrer leitet. Pater Johannes-Baptist Schmid gehört zum Kloster Roggenburg, stammt aber aus Gutenzell. Sein Mitbruder Dr. Gabriel Wolf aus der Abtei Windsberg, das zwischen Regensburg und Passau liegt, ist als Generalpostulator des Ordens für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren zuständig. Er trug die Reliquien persönlich in die Kirche, die Berkheim ihm zu verdanken hat.

Unter den Mitfeiernden aus der ganzen Seelsorgeeinheit, den Kirchengemeinderäten, dem Pastoralteam, den örtlichen Vereinen sowie Vertretern aus Politik und Gesellschaft konnte Pater Johannes-Paptist auch die Planer, Firmen und Handwerker begrüßen, die bei der Neugestaltung des Altarraums und beim Einbau der neuen Heizanlage mitwirkten. In Zusammenarbeit mit Architekt Siegfried Locher und Rosina Schmid vom Bischöflichen Bauamt hätten sie eine gelungene Verbindung zwischen Alt und Neu geschaffen, die nun in einem beeindruckenden Gottesdienst unter den Klängen von Mozarts ihrer Bestimmung übergeben wurde.

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