Vor 150 Jahren, am 23. Januar 1876, wurde Rupert Mayer in Stuttgart geboren und kurz darauf in St. Eberhard getauft. Eine Ausstellung im Haus der Katholischen Kirche beleuchtet das Leben des außergewöhnlichen Priesters und Ordensmannes, der früh die Menschenverachtung im Nationalsozialismus erkannte und der sich trotz vieler Inhaftierungen viele Jahre nicht mundtot machen ließ. Die Ausstellung gibt vom 23. Januar bis 14. Februar Einblick in seine Überzeugungen, die ihn zum entschiedenen Gegner des Nationalsozialismus machten. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 23. Januar, um 19.30 Uhr mit einer Hinführung durch Christian Handschuh, Professor für Kirchengeschichte und christliche Identitäten.
Pater Rupert Mayers bekanntester Satz ist auch heute noch aktuell: „Ich werde ihnen ganz klar sagen, dass ein deutscher Katholik niemals Nationalsozialist sein kann.“ In der Münchner Michaelskirche predigte er lange nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten trotz Redeverbotes offen gegen das NS-Regime, was ihm mehrere Inhaftierungen, unter anderem im Konzentrationslager Sachsenhausen, einbrachte. Von den Nationalsozialisten wurde er schließlich im Kloster Ettal unter Arrest gestellt. Schon bald nach Kriegsende starb Rupert Mayer am 1. November 1945 zu Beginn einer Predigt.
Für die Menschen in größter Not da
Die Ausstellung zeigt verschiedene Stationen im Leben des Ordensmannes. Schon eine kleine Episode aus der Kindheit macht die soziale Haltung von Rupert Mayer deutlich: Die Mutter musste immer wieder neue Kleider für den Jungen anschaffen, weil dieser alles an bedürftige Kinder verschenkte. Später in München kümmerte er sich für den Jesuitenorden um so genannte in die Großstadt Zugezogene und generell um Menschen, die in großer Armut lebten. Mayer und seine Unterstützerinnen und Unterstützer verteilten Lebensmittel und Kohle zum Heizen, um den Menschen das Überleben zu sichern. Der Priester ging zu den Menschen in die großen Mietshäuser, half dort, wo die Not am größten war. Zusammen mit seinen Unterstützerinnen und Unterstützern organisierte Mayer noch zu einer Zeit Caritas-Sammlungen, als diese von den Nationalsozialisten längst verboten waren.





