Kultur

Ein Verrat neu betrachtet

Alice Katharina Schmidt

Alice Katharina Schmidt bestreitet das Monolog-Stück. Foto: Sonja Ramm/Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne ist mit dem Monolog-Stück „Judas“ in der Christus-König-Kirche zu Gast.

Einen ungewöhnlichen Einstieg in die Karwoche bietet die Kirchengemeinde St. Michael, Wächter des Zabergäus. In der Brackenheimer Christus-König-Kirche ist am Dienstag, 26. März, ab 19.30 Uhr, das Stück „Judas“ in einer Aufführung der Badischen Landesbühne zu sehen.

In dem Monolog der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans kommt Judas, der bis heute für den Verräter schlechthin steht, selbst zu Wort. „Sein Kuss veränderte die Welt. Aber kennen wir die ganze Wahrheit?“, fragt der Ankündigungstext der Landesbühne. In dem Stück beschreibt Judas seinen Werdegang zum Jünger Jesu. Er schildert seine Tat, denkt über sie nach, verteidigt und rechtfertigt sich.

„Er tritt aus dem Schatten der Schmähung, um uns zu zeigen, dass sich die Geschichte auch anders erzählen lässt, als Dienst eines Freundes nämlich, der Jesus half, seinen Plan in die Tat umzusetzen: zu sterben, um damit unsterblich zu werden“, heißt es in der Beschreibung zum Stück.

Neue Facetten eines Charakters

Er finde es absolut spannend, dass in dem Monolog der Jünger Jesu selbst zu Wort komme, er seine Geschichte erzähle, sagt Pfarrer Oliver Westerhold. „Er gibt Anteil an der Komplexität von Beziehung und Freundschaft, interagiert mit dem Publikum und erzählt die Geschichte, die alle zu kennen glauben, neu, anders und weiter. Das Licht fällt an diesem Abend auf nicht bedachte, ganz andere Facetten eines Charakters und seines Lebens und Liebens“, erklärt Westerhold die Besonderheit des Stücks. Der Jünger komme dadurch aus seiner „Verräter-Schublade“ und lasse sich danach vielleicht nicht mehr so leicht nur einer Schublade zuordnen.

Die Aufführung der Badischen Landesbühne, eine Übernahme der Inszenierung vom Theater der Altmark – Landestheater Sachsen-Anhalt Nord, hatte erst im Februar Premiere. Sie wird ausschließlich in Kirchen gespielt. Der Eintritt ist in Brackenheim frei. Um Spenden wird gebeten.

Für Westerhold bietet das Gastspiel eine tolle Möglichkeit, „die Karwoche thematisch zu beginnen und sich einstimmen zu lassen in das, was wir in diesen Tagen feiern“.

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