Tod und Trauer

Ein Weg durch die Trauer

Die Stationen bringen die Situation zur Sprache, wenn ein Kind früh stirbt.

Die Stationen bringen die Situation zur Sprache, wenn ein Kind früh stirbt. Foto: Iris Schmitt

Mitglieder des Sternenkinderweg-Teams stellen sich bei der Eröffnung zum Gruppenfoto auf. Foto: Iris Schmitt

Jeder Mensch hinterlässt Spuren. Daran erinnert ein „Sternenkinderweg“, der nun am Parkplatz des ehemaligen Krankenhauses beginnt.

Der nun eröffnete „Sternenkinderweg“ in Leutkirch wurde als Meditations- und Informationsweg von Sternenkindereltern initiiert, also von Eltern, die ein Kind während der Schwangerschaft oder Geburt verloren haben. Der Weg, der zu den Siebenbrünnen führt, wurde von Kirchen, Kommune und Organisationen finanziert und vom Leutkircher Bauhof umgesetzt. "Acht Tafeln bringen an acht Stationen zur Sprache, was sonst bislang häufig beschwiegen wurde: Wie das ist, wenn ein Kind so früh verloren geht", heißt es in einer Mitteilung.

"Wesentlich dabei ist, dass es ein Weg ist. Dafür steht auch der Weg der Entstehung. Was tun, wenn die Welt aus den Angeln gehoben wird? Wie damit umgehen, wenn auf einmal nichts mehr ist, wie zuvor? Trauernde Menschen kennen diese Fragen. Und sie wissen auch: Leben heißt von da an – Leben damit. Mit dem Verlust, mit der Trauer – mit dem Nicht-wissen-wie-es-weiter-geht", sagte Pastoralreferent Benjamin Sigg bei der Präsentation des fertigen Wegs. Für Eltern, die um ihr Sternenkind trauern, sei es ein langer Weg. Trauer reiße eine Wunde und die Wege, wie Menschen damit umgehen, seien sehr vielfältig.

Eine Mutter gibt den Anstoß

Sigg erläuterte den Ausgangspunkt der Initiative: Demnach war eine Mutter von vier Sternenkindern auf die Caritas Schwangerschaftsberatung und auf ihn zugekommen. "Danke für diesen ersten Schritt. Ohne den Mut dieser Sternenmama würden wir nicht hier stehen. Und dann könnte dieser Weg auch nicht das erfüllen, was er verspricht: anderen Menschen Mut machen, die in ähnlichen Situationen sind", sagte Sigg.

Laut der Mitteilung waren mehr als 100 Menschen zur Eröffnung zusammengekommen, darunter viele junge Familien. Sie alle habe verbunden, dass sie Eltern, Geschwister oder Großeltern von Sternenkindern sind oder ihnen das Thema wichtig ist. Sie sangen und beteten. Tränen seien zu sehen gewesen, aber auch stille Freude darüber, dass ein Weg geschaffen wurde, der Mut machen könne.

Anlässlich des zeitgleichen Weltgedenktags für verstorbene Kinder erinnerte Sigg daran, dass fast ein Viertel aller werdenden Mütter in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen ihr Baby verlieren. "Wir möchten mit diesem Weg dem Thema Sternenkinder einen Raum geben – und zwar jenseits eines Grabfeldes. Denn Betroffene haben uns davon erzählt, dass ihnen vor allem das Gehen guttut. Wenn ich gehe, dann geht’s. Rausgehen in die Natur - das wollten wir mit diesem Weg. Dazu kommen acht Stationen, die sensibel und informativ von Sternenkindern erzählen", sagte Sigg. Auf der Eingangstafel heißt es denn auch: Jede kleine Seele „hinterlässt Spuren in den Herzen derer, die sie erwartet haben. Mögen diese Spuren in die Zukunft führen!“

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