Einweihung

Ein Zelt für die „Nomaden des 21. Jahrhunderts“

An ein Nomadenzelt mag man beim Blick auf das neue Gemeindehaus in Langenau denken. Es passt gut zur Zeltkirche (im Hintergrund). Foto: DRS/Jerabek

Mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm feiert die Pfarrgemeinde Mater Dolorosa Langenau die Einweihung ihres neuen Gemeindehauses.

Einem Zelt, gar einem Zelt von Nomaden gleicht das neue Gemeindehaus an der Olgastraße auf den ersten Blick. Die schrägen, weiß verkleideten Wände zur Straße hin sind ein Hingucker; schmale Fenster, die in die Höhe streben, greifen die Formensprache des schlanken, markanten Kirchturms auf und bilden zugleich einen spannenden farblichen Kontrast zum dominierenden Schwarz von Kirche und Turm. Und eigentlich liege man mit der Vorstellung eines Nomadenzeltes an einer viel befahrenen Straße gar nicht so verkehrt, wo man doch in einer Welt lebe, die immer neu zum Aufbruch reizt, in der Menschen „immer auf dem Sprung“ sind, immer mobil, ständig in Eile, findet Ilka Bollmann, gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Diesen „Nomaden des 21. Jahrhunderts“ soll das neue Gemeindehaus eine Bleibe sein.

In einer Zeit, „in der Hast und Eile zunehmen und der Pulsschlag in den Städten immer mehr zu spüren ist“, in einer Zeit wachsender Isolation und verstärkter Suche nach Orientierung vor allem unter jungen Menschen seien „Räume der Geborgenheit“ sehr wichtig, sagte Pfarrer Claus Stoll bei der Einweihung Ende Mai und wünschte, dass Gott Leben einziehen lassen möge in den neuen Räumen. „Wir wollen Gott bitten, dass er Weggefährtenschaft schenkt.“ Denn die Räume seien nicht die ganze Antwort auf die Nöte der Zeit. „Der Bau, der im Kommen ist und dem die Zukunft Gottes gehört, setzt sich aus Menschen zusammen, die Kirche erleben lassen“, schrieben Pfarrer Stoll und Ilka Bollmann in der Einladung zum Festabend.

Kompaktes und einheitliches Ensemble

Beim Festgottesdienst erinnerte Stoll besonders an die Heimatvertriebenen, die in Langenau einst eine Heimat gefunden und die Gemeinde geprägt haben. In der Nachkriegszeit haben die damaligen Gemeindemitglieder in mühevoller Handarbeit und mit vielen Geldspenden die damalige Kirche, die später Gemeindehaus wurde, erstellt. Anstehende hohe Sanierungskosten für das alte Gemeindezentrum an der Taubenstraße, insbesondere mit Blick auf das undichte Dach, hatten zu dem Entschluss geführt, ein neues, kleineres Gemeindehaus direkt auf dem Kirchenvorplatz zu bauen und damit ein kompaktes und einheitliches Ensemble von Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus zu verwirklichen. Der Verkauf des alten Grundstücks trägt wesentlich zur Finanzierung des Projekts bei.

Veranstaltungsreigen im Einweihungsjahr

Im Rahmen der Einweihung des neuen katholischen Gemeindehauses am 22. Mai 2022 finden in den kommenden Monaten zahlreiche Veranstaltungen statt: 

Montag, 20. Juni, 19 Uhr: „Lass uns reden...": Von der Fassadenkirche zu echter innerer Erneuerung. Mit Dr. Wolfgang Steffel, Dekanatsreferent.
Dienstag, 28. Juni, 20 Uhr: Ökum. Frauenstammtisch: „Ein Abend voller Klänge.“
Sonntag, 10. Juli, 19 Uhr: Orgelkonzert mit Timo Handschuh.
Donnerstag, 14. Juli, 19 Uhr: „Lass uns reden..": Geselliges Gespräch über Gott und die Welt. Mit Annette Schavan.
Sonntag, 18. September, 18 Uhr: Jubiläumskonzert Querbeet.
Dienstag, 20. September, 20 Uhr: Lesung mit Navid Kermani.
Freitag, 14. Oktober, 19 Uhr: „Lass uns reden...": den himmel atmen – Gedichte. Mit Julia Kohler.
Sonntag, 23. Oktober, 19 Uhr: Konzert mit dem Kirchenchor.
Samstag, 19. November, 20 Uhr: Konzert mit Jasmin Tabatabai und dem David Klein Quartett.
Freitag, 2. Dezember, 20 Uhr: Weihnachtskonzert mit ONAIR.