Bildung

Eine große Chance

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Bischof Dr. Klaus Krämer.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Bischof Dr. Klaus Krämer beim Gespräch im Theologicum der Universität Tübingen. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bischof Dr. Klaus Krämer im im Theologicum der Universität Tübingen. .

Im Gespräch: Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bischof Dr. Klaus Krämer, Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und Vertreter:innen der katholischen und der evangelischen Fakultät der Universität Tübingen. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Austausch mit Vertreter:innen der theologischen Fakultäten an der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Als „starken Akzent“ und ein „wichtiges Signal“ an die Gesellschaft für die Bedeutung von Religion in einer Zeit, in der vieles in Frage gestellt wird, bezeichnete Bischof Dr. Klaus Krämer am Freitag, 27. März, den Besuch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Theologicum der Eberhard Karls Universität Tübingen zum Austausch mit Vertreter:innen der katholischen und der evangelischen Fakultät. Auch Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl sprach von einem „starken Zeichen“ angesichts des Besuchs von Ministerpräsident Kretschmann zum Ende seiner Amtszeit. 

Relevanz zeigen

Das rund zweistündige Gespräch spannte den thematischen Bogen von der Zukunft der Kirchen und der Frage nach der Bedeutung und Aufgabe der theologischen Fakultäten hin zum Zusammenspiel zwischen Fakultäten und Kirchen. Mit Blick auf den Auftrag der Politik an die naturwissenschaftlichen Disziplinen nach möglichst rascher Umsetzung von Theorie in praktische Anwendungen appellierte Kretschmann, dass auch die Theologie sich dieser Anforderung stellen und so ihre Relevanz zeigen müsse: für die Kirchen und andere gesellschaftliche Bereiche. „Wir leben auch von Ihrer Weisheit, Ihrer Klugheit und Forschung und dafür möchte ich mich bedanken“, hielt der Ministerpräsident fest und kündigte an, er wolle sich dafür einsetzen, dass das Zusammentreffen mit der nächsten Landesregierung wiederholt wird.

Niederschwellige Angebote

Kretschmann sprach sich für „niederschwellige Angebote“ aus, die die Religion einer zunehmend in verschiedenen Subkulturen unterteilten Gesellschaft machen sollte. Dies könne einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, Grenzen zwischen Menschen und deren unterschiedlichen Lebenswelten zu verflüssigen, „denn Gott steht für das Ganze und nicht für einen bestimmten Club“, sagte Kretschmann.

Austausch und Offenheit

Übereinstimmung gab es, dass die wissenschaftliche Theologie, die an einer staatlichen Universität auf Augenhöhe und im Austausch mit anderen Disziplinen steht, ein großer Gewinn bei der Aus- und Weiterbildung ist. Die mit dem interdisziplinären Austausch verbundene Offenheit sei eine große Chance. In einer Zeit zunehmender Wissenschaftsfeindlichkeit sah Ministerpräsident Kretschmann das Eintreten für „Tatsachenwahrheiten“ als tragend für die Demokratie, aber auch für die Gesellschaft insgesamt an, und er unterstrich die Bedeutung der theologischen Fakultäten in der Ausbildung von Religionslehrer:innen. 

Ein Schatz

Bischof Dr. Krämer nannte die Präsenz der Theologie an der Universität „einen Schatz“. Die Ausbildung dort befähige die Studierenden zum Dialog mit der Gesellschaft und dazu, den Fragen gewachsen zu sein, die in der Praxis an sie gestellt werden. „Das muss gefördert werden“, sagte Bischof Dr. Krämer. 

 

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