Auszeichnung

"Einzigartige Netzwerkerin"

Im Namen von Papst Franziskus zeichnete Bischof Dr. Gebhard Fürst am 13. September 2023 Frau Marianne Dreßler mit dem Rang einer Dame vom Orden des Heiligen Papstes Silvester aus. Auf dem Bild (von links): Dekan Bernd Herbinger, Marianne Dreßler, Bischof Dr. Gebhard Fürst, Dominikanerpater Yury Shenda. Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Bischof Dr. Gebhard Fürst hat bei einer kleinen Feierstunde Marianne Dreßler aus Friedrichshafen mit einem Päpstlichen Orden ausgezeichnet.

Als "einzigartige Netzwerkerin und Mensch der Begegnung" hat Bischof Dr. Gebhard Fürst am Mittwochabend im Rahmen einer kleinen Feierstunde in Rottenburg Marianne Dreßler aus Friedrichshafen gewürdigt. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz als Gewählte Kirchengemeinderatsvorsitzende von St. Petrus Canisius, als Dekanatsrätin, Jugendamtsleiterin, Schöpferin mehrere Familientreffs zur präventiven Jugendpflege - vor allem aber für ihre hoch engagierte Entwicklungs- und Missionstätigkeit in Friedrichshafens weißrussischer Partnerstadt Polozk wurde die 76-Jährige jetzt mit einem Päpstlichen Orden geehrt und in den Rang einer „Dame vom Orden des Heiligen Papstes Silvester“ erhoben.

All die Aktivitäten der gebürtigen Spaichingerin über die Jahrzehnte hinweg aufzuzählen, würde jeden Rahmen sprengen, sagte Bischof Fürst in seiner Laudatio mit einem Augenzwinkern. Marianne Dreßler sei für ihn das Musterbeispiel einer "Zeugin des Glaubens und der Nächstenliebe".

Die Kirche brauche solche Menschen, die bereit sind aufzubrechen, die aus den christlichen Wurzeln ihrer Lebensgestaltung keinen Hehl machten und andere an den Quellen des eigenen Lebens teilnehmen ließen. Wie wichtig gerade für die Länder der ehemaligen Sowjetunion konkretes Tun sei, das Frieden stiftet, zeige der Blick in die Ukraine, nach Russland und nach Weißrussland - das Land, wo Marianne Dreßler über Jahre hinweg segensreich tätig war.

Von tiefer Menschlichkeit geprägt

Der Häfler Dekan und Ortspfarrer von St. Petrus Canisius, Bernd Herbinger, berichtete in seinem Grußwort von der vielfältigen Hilfe, die Marianne Dreßler mit unermüdlichem Engagement in den vergangenen drei Jahrzehnten immer wieder nach Polozk und Novo Polozk gebracht habe, von "endlos langen Zugfahrten", Schikanen an der Grenze, dem Beschaffen von Zollbescheinigungen, Medikamententransporten, Besuchen bei den Ärmsten der Armen, Begegnungen mit den Menschen an der Basis, Jugendaustausch, vom Um- beziehungsweise Neubau von drei Kirchen und Kooperationen vom Kindergarten bis zur Kunst.

Die Partnerschaft auch zwischen den Kirchengemeinden sei "geprägt von tiefer Menschlichkeit – und nicht bloß dem Austauschen von Schecks". Dass die Menschen in Friedrichshafen und Polozk trotz aller gegenwärtiger politischer Probleme und dem Krieg in der Ukraine weiterhin verbunden blieben, sei ebenfalls das Verdienst von Marianne Dreßler.

Weggefährten aus Weißrussland

Die solcherart Geehrte zeigte sich in ihren Dankesworten "ganz verlegen wegen dieser großen Ehre und Anerkennung" und meinte, ihr "großes Gottvertrauen" habe vieles erleichtert im Umgang mit den Menschen in Weißrussland und Friedrichshafen – auch wenn manche sie dort als Frau wahrgenommen hätten, "bei der immer die zwei Wörter Polozk und Spenden auf der Stirn eingebrannt schienen"…

Ganz besonders freute sich Marianne Dreßler, dass außer ihren drei Brüdern samt Ehefrauen mit der Dolmetscherin Tanja Fuchs und dem Dominikanerpater Yury Shenda, beide aus Weißrussland stammend, zwei wichtige Weggefährten bei der langjährigen Hilfe für Polozk und Novo Polozk am Mittwochabend den Weg ins Rottenburger Bischofshaus gefunden hatten, mitfeierten - und damit einer außergewöhnlichen Netzwerkerin die Reverenz erwiesen.        

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