Wer die im April rückgebaute Nachkriegskirche in Schwarzenbach besuchte, ahnte wohl nicht, an welchem historisch bedeutenden Ort er oder sie sich befindet. Allenfalls der Kirchturm, der mit Veränderungen Jahrhunderte überdauerte, ließ auf eine längere Geschichte schließen. Als Fachleute an einigen Stellen den Fußboden der damaligen Kirche öffneten, kamen bereits alte Fundamente zum Vorschein. Derzeit ist eine archäologische Spezialfirma unter fachlicher Begleitung des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart zwischen Abriss und Neubau mit Ausgrabungen beschäftigt. Sie legte bisher Mauern von drei Vorgängerkirchen frei, die zum Teil gut erhalten sind.
Dr. Dorothee Brenner, Fachreferentin für frühgeschichtliche, mittelalterliche und neuzeitliche Archäologie beim LAD, erläuterte Medienvertretern am Montag den Stand der Erkenntnisse. „Eine Kirche in Schwarzenbach ist indirekt schon im Jahr 815 erwähnt über einen Priester Theodoldus in Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster St. Gallen“, erklärte die Expertin. Ein Pfarrer ohne Kirche wäre ungewöhnlich. Der gefundene Ansatz eines halbkreisförmigen Chorabschlusses in der ältesten fassbaren Bauphase könnte in diese Zeit passen. Von der Größe her handelt es sich eher um eine Kapelle. Eine Kirche in Schwarzenbach kann urkundlich erst 1275 explizit nachgewiesen werden.










