Am Mittwoch, 12. März 2025, lädt das TrauerZentrum in Degerloch zu einer besonderen Lesung ein: Die Autorin und Trauerbegleiterin Annegret Wochele stellt ihr Buch „Jakobsplatz“ vor und entführt die Gäste in eine bewegende Familiengeschichte über das Sterben in all seinen Facetten. „Es wird nicht nur gestorben. Das Buch hat auch sehr heitere Ebenen“, versichert die Autorin.
Die Erzählung beginnt in den frühen Fünfzigerjahren in einer kleinen fränkischen Stadt nahe der Zonengrenze. Im Haus am Jakobsplatz kreuzen sich die Wege von Einheimischen und Geflüchteten. Annegret Wochele verfolgt das Leben der dreijährigen Anna über sieben Jahrzehnte und zeigt, wie der Krieg Generationen prägt. Die autofiktionale Geschichte handelt vom Kreislauf des Lebens, dem Gefühl des Fremdseins und der Suche nach Heimat.
„Jakobsplatz“ verarbeitet eigene Erfahrungen
„Der Anlass für dieses Buch war, dass wir in meinem Elternhaus Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen haben. Dies hat mich daran erinnert, dass auch in meiner Kindheit das Haus voller Flüchtlinge war“, erzählt Annegret Wochele, die drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges geboren wurde. In „Jakobsplatz“ verarbeitet sie persönliche Erlebnisse, wie den Verlust ihres Bruders im Alter von elf Jahren. Diese Erfahrungen führten sie später zum ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst St. Martin. Wie sich Geschwister von lebensverkürzt erkrankten Kindern fühlen, wusste sie aus eigener Erfahrung nur zu gut.
Inzwischen leitet die frühere Deutschlehrerin den Literaturkreis und die Schreibwerkstatt im TrauerZentrum. „Es tut gut, und kann sehr befreiend sein, die Gefühle ins Wort und aufs Papier zu bringen“, so die Trauerbegleiterin, die diese Erfahrung nun auch mit ihrem Buch „Jakobsplatz“ teilt.


