Jungen Menschen Wohnraum und in aller Freiheit auch Begleitung anzubieten, ist der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein wichtiges Anliegen. Nachdem das bisherige Eugen-Bolz-Wohnheim im gleichnamigen Weg in Weingarten nicht mehr den heutigen Anforderungen und Vorschriften entsprochen hatte, investierte die Diözese in einen zukunftsfähigen, modernen Neubau an gleicher Stelle, der nun ab März 2026 - pünktlich zum Sommersemester - bezugsfertig ist. Pastoralreferentin Tabea Maillet, der katholische Part im Leitungsteam der Evangelisch-Katholischen Hochschulgemeinde (EKHG), ist gleichzeitig pädagogische Heimleitung im neuen Wohnheim und für interessierte aktuelle und künftige Studierende Ansprechpartnerin.
Die Diözese strebt an, bis 2040 klimaneutral zu sein. Deshalb errichtete sie das Gebäude nach den Plänen des Bregenzer Architekturbüros Cukrowicz Nachbaur CO2-neutral und wird es mit niedriger Energiebilanz nachhaltig betreiben. Das modularartig vorgefertigte System in Holzbauweise mit optimaler Dämmung, eine Fußbodenheizung und Erdwärmekollektoren tragen dazu bei. Um das Miteinander zu fördern, stehen Gemeinschaftsräume, ein Andachtsraum sowie je ein persönlicher Fahrradabstellplatz mit Lademöglichkeit für E-Bikes zur Verfügung. Die 188 Zimmer umfassen je 12 Quadratmeter. Vier davon sind barrierearm. Die hellen Räume sind mit modernen, zweckmäßigen Möbeln und mit WLAN ausgestattet. Immer 15 oder 16 Zimmer bilden eine Wohneinheit mit Küche, sanitären Anlagen Wohnzimmer und Loggia.
Pädagogische Heimleitung koordiniert und begleitet
All diese Vorzüge sowie die Reinigung der Gemeinschaftsflächen und Hausmeisterdienste sind in der monatlichen Miete von 482 Euro bereits enthalten. Während sich der Neubau für - nach heutigem Stand - etwa 29,5 Millionen Euro und die pädagogische Heimleitung über die Diözese finanzieren, kommen die Bewohner:innen mit dieser Summe für die veranschlagten laufenden Kosten auf. Das Wohnheim steht Studierenden unabhängig von Konfession, Religion und Herkunft in der Regel für bis zu sechs Semester offen. Sie sollen über entsprechende Gremien und Gruppen das Leben im Haus mitbestimmen und gemeinsam gestalten. Die pädagogische Heimleitung koordiniert dieses Engagement und die Vergabe der Zimmer, vermittelt in Konflikten und macht auch selbst Freizeitangebote.
Tabea Maillet freut sich schon auf ihre Aufgabe und darauf, dass bald Leben ins Haus einzieht. An sie können sich auch Nachbarn und andere Stadtbewohner:innen bei Fragen und Anregungen rund ums Eugen-Bolz-Wohnheim melden. Sie steht ebenso in Kontakt mit den beiden Weingartener Hochschulen. Nach der Einweihungsfeier für geladene Gäste am 8. Mai 2026 ist im Frühsommer für alle Interessierten ein Tag der offenen Tür geplant. Seit dem Abriss des alten Wohnheims im Jahr 2021 beherrschten Baumaschinen und Handwerker das Gelände am Rande eines ausgedehnten Parks. Die Diözese hofft künftig auf ein gutes Miteinander im Haus und im Wohnviertel. Vielleicht ergeben sich am geplanten Begegnungstag ja auch Kooperationen, die sowohl den Bewohner:innen als auch der Nachbarschaft nützen.




