Brücken zwischen Menschen und Ländern hat nicht nur der heilige Martin gebaut, sondern seit acht Jahren auch der ihm geweiht europäische Kultur- und Pilgerweg „Via Sancti Martini“. Im Jahr 2017 startete eine Pilgergruppe aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Geburtsort des Heiligen im ungarischen Szombathely, um jedes Jahr eine Woche auf dem Weg zu pilgern.
Acht Jahre und viele hundert Kilometer später erreichte die Gruppe mit Pfarrer Gerhard Bundschuh und Susanne Kroggel nun bei Passau die deutsche Grenze, was mit einer Feier zum Grenzübertritt begangen wurde. Fast 30 Gäste und Pilgerinnen und Pilger aus vier deutschen Diözesen und aus der Martinsdiözese Eisenstadt in Österreich überschritten gemeinsam bei Haibach die Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Mit dabei Prälat Werner Redies und Josef Albrecht, sowie Professor Rainer Roth aus dem Bistum Passau und Eugen Baldas, vier Männer der ersten Stunde bei dem gemeinsamen Vorhaben. Ein Höhepunkt auf dem Pilgerweg war der Blick von Achleiten-Blaas auf die „schwimmende Stadt“ Passau.
In der Sankt Andreaskapelle des Passauer Doms feierte die Gruppe gemeinsam mit Domprobst Dr. Michael Bär, Pfarrer Gerhard Bundschuh, Domkapitular Roman Schwarz und Prälat Werner Redies einen feierlichen Gottesdienst, der ganz im Zeichen von Sankt Martin stand. In seiner Predigt ging der Domprobst auf die Bedeutung von Sankt Martin und des Teilens ein. Er betonte, dass für ihn die großen Dinge des Glaubens insbesondere im Teilen zu finden seien. Im Blick auf Pilgerwege und Wallfahrten hob er deren Bedeutung für die Diözese Passau hervor. Wer einen Pilgerweg gehe, gehe immer auch einen Weg zum Glauben, so Bär. Er schloss seine Predigt mit den Worten: „Hoffen wir, dass die Kirche der Zukunft dem Pilgern und Wallfahren treu bleibt und vor allem dem Teilen“.
Achim Wicker, Geschäftsführer der St. Martinusgemeinschaft, bedankte sich bei Domprobst Bär für die Gastfreundschaft und überreichte ihm zusammen mit der Vorsitzeden Monika Bucher einen Pilgerrucksack, verbunden mit dem Wunsch, auch künftig gemeinsam im Geiste Martins und für den Martinusweg auf dem Weg zu sein. Wicker bedankt sich bei allen, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, den Martinusweg in Deutschland und Europa bekannt und begehbar zu machen. „Sankt Martin hat uns vorgelebt, dass uns nur das Teilen weiterbringt“, sagte Wicker.



