Gegen 11.30 Uhr lief ein etwa 30-jähriger Mann in den Rottenburger Dom St. Martin und löste mit unflätigem Benehmen den Polizeieinsatz aus. Wie aus einer Videoaufzeichnung hervorgeht, marschierte er mit der Osterkerze auf der Schulter durch die Kirche und zerschlug sie an einer Säule. Außerdem soll er mehrere Minuten auf dem Bischofsstuhl gesessen und dort eine Zigarette geraucht haben. Schon am Vortag sei der Mann auffällig geworden, berichtet Dommesner Andreas Bachmann. Die Kirche sei zu dem Zeitpunkt gut besucht gewesen. Manche Medienveröffentlichungen erweckten den Eindruck, dass es sich um einen Amoklauf gehandelt habe - „das war es nicht", betont der Dommesner.
Nach dem Stand der Ermittlungen ist es bei dem Vorfall zu keiner konkreten Bedrohung gekommen, sagt auch Michael Schaal, Pressesprecher im Polizeipräsidium Reutlingen. Der Mann sei aber schreiend durch die Kirche gelaufen und habe ein Messer mit sich geführt. Kirchenbesucher hätten dies als Bedrohung empfunden und die Polizei verständigt.
Weil der auffällige Mann kurz danach die Kathedrale wieder verließ, habe ihn die Polizei auf dem Marktplatz angetroffen, heißt es im Pressebericht des Polizeipräsidiums. Als die Beamten ihn aufforderten, das Messer abzulegen, warf der 30-Jährige dieses den Polizisten vor die Füße. Der polizeibekannte Tatverdächtige wurde „zu Boden gebracht, vorläufig festgenommen und auf die Dienststelle verbracht. Hierbei kam es zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen." Der Mann wurde in eine Fachklinik eingeliefert und sieht jetzt einer entsprechenden Strafanzeige entgegen.




