Schulen

Friedensstifter in Aktion

Autor Hasnain Kazim im Gespräch

Autor Hasnain Kazim beantwortet auf dem Podium Fragen der Schülerinnen und Schüler. Foto: DRS/Guzy

Das Katholische Freie Bildungszentrum St. Kilian setzt sich gegen Rassismus ein – und hat weitere gesellschaftlich relevante Themen im Blick.

Er habe sich das Thema Hass und Rassismus nicht ausgesucht. Er sei damit konfrontiert worden, erzählt Hasnain Kazim den Zehnt- und Elftklässlern des Katholischen Freien Bildungszentrums St. Kilian. Er zeichnet die verschiedenen rassistischen Wellen nach, die es in Deutschland seit den rechtsextremen Anschlägen Anfang der 1990er Jahre gab.

Wie also mit Rassisten und Populisten umgehen? Der 1974 in Oldenburg geborene Journalist und Autor, Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer, hat einen ganz eigenen, offensiven Weg gewählt. Mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert er ausgehend von seinen Bestseller-Büchern darüber.

Rap-Song und Auszeichnung

Die Lesung bildet den Abschluss einer Projektwoche gegen Rassismus. Für die haben Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit dem Neckarsulmer Rapper Darius Grüninger einen Song gegen Rassismus und Diskriminierung aufgenommen. Außerdem darf sich das Bildungszentrum St. Kilian neuerdings als „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ bezeichnen.

Der rassistische Anschlag von Hanau habe ihn dazu bewegt, die Bewerbung für dieses Netzwerk anzustreben, erklärt Lehrer Roland Farkas. Zusammen mit Katja Sichau und Timo Scholz aus dem Kollegium leitet er die Projektgruppe gegen Rassismus. Es gibt sieben weitere solcher Projektgruppen, zusammengesetzt aus Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern.

Einsatz für Werte 

Sie setzen sich jeweils gegen einen „Unfriedensbereich“ ein. Neben Rassismus zählen beispielsweise Mobbing, Antisemitismus oder Sexismus dazu. Das alles findet unter dem Dach des Projekts Friedensstifter statt, das schon seit einiger Zeit an der Schule läuft. „Das Friedensstifterkonzept passt gut zu uns“, sagt Roland Farkas. Im Rahmen des Konzepts wurde zunächst der Friedensbegriff definiert und Werthaltungen, für die alle in der Schule einstehen wollen, wurden festgelegt.

Innerhalb eines Schuljahrs finden dann Projektwochen mit konkreten Aktionen zu den einzelnen Unfriedensthemen statt. So gab es bereits eine Projektwoche gegen Mobbing, in deren Rahmen ein Selbstbehauptungskurs angeboten wurde. Die Gruppe gegen Antisemitismus will sich mit der jüdischen Geschichte von Heilbronn beschäftigen, wie ein Schüler berichtet. Denn die Aktionen sollen immer auch eine Wirkung nach außen haben.

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