Diözese

Für eine geschlechtersensible Spache

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart legt eine Broschüre mit konkreten Empfehlungen für eine geschlechtersensible Sprache Ihren Bediensteten vor.

Mitgemeint und mitgedacht – ist nicht unbedingt gut gemacht. Dem Beispiel einiger anderer Bistümer in Deutschland, vielen Organisationen und Unternehmen, dem Zentralkommittee der deutschen Katholiken oder auch der eigenen Nachwuchsorganisation BDKJ  folgend hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart jetzt eine „Handreichung geschlechtersensible Sprache“ herausgebracht.
 

„Die Gesellschaft verändert sich, ihre Sprache ebenfalls – dem tragen wir mit der neuen Broschüre nun Rechnung.“
Bischof Gebhard Fürst

 

Sie enthält Empfehlungen für die tägliche Arbeit der Diözesanbediensteten und soll eine Brücke bauen zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache. Die 16-seitige Broschüre ist eine Coproduktion der Gleichstellungsbeauftragten im Bischöflichen Ordinariat, Andrea Langenbacher, und der Stabsstelle Mediale Kommunikation. Bischof Dr. Gebhard Fürst: „Die Gesellschaft verändert sich, ihre Sprache ebenfalls – dem tragen wir mit der neuen Broschüre nun Rechnung.“

Für einen geschlechtersensiblen Gebrauch von Sprache

Klar ist dabei: Es gibt nicht die einzig richtige Form im Sinne einer allgemein gültigen Regel, nach der unsere Sprache zu gestalten ist und die allen Ansprüchen wirklich gerecht wird. Vielmehr geht es der Diözesanleitung um einen geschlechtersensiblen Gebrauch von Sprache, bei dem die innere Überzeugung und Haltung der Schreibenden sichtbar wird. Gewollt sind deshalb künftig:

  • Paarformen und Nennung beider Geschlechter
  • Neutrale, das heißt substantivierte Partizipien
  • Synonyme (geschlechtsneutrale) Begriffe
  • Alternativen wie zum Beispiel Funktion statt Personen
  • Verben und Adjektive statt Substantiven
  • Mehrzahl oder geschlechtsneutrale Pluralformen
  • Neutrale Formen
  • Der Doppelpunkt als einzig  zulässiges Sonderzeichen

Mit letzterem folgt die Diözese einem inzwischen vor allem in den Medien weit verbreiteten Sprachgebrauch. Während die geschlechtersensible Sprache zum Beispiel für E-Mails, Broschüren, Einladungen oder Pressetexte empfohlen wird, werden Schrifterzeugnisse mit Rechtsverbindlichkeit innerhalb der Kurie und ihren zugeordneten Einrichtungen weiterhin nach den geltenden Regeln der deutschen Rechtschreibung verfasst – damit ohne Sonderzeichen.

Im Medienpool steht die neue Broschüre ab sofort zum Download bereit. Sie wird nach den Weihnachtsferien auch in Druckform an alle Mitarbeitende der Kurie, die Dekanate, Kirchengemeinden, katholischen Organisationen wie BDKJ und Caritas, die Verwaltungszentren sowie die Diözesanrätinnen und -räte verteilt. Sie enthält zahlreiche konkrete Praxisbeispiele, wie das generische Maskulinum vermieden werden kann. Um nur ein paar davon zu nennen:

  • Nutzungsfreundlich statt Nutzerfreundlich
  • Teilnahmegebühr statt Teilnehmergebühr
  • Redeliste statt Rednerliste
  • Pflegekräfte statt Pfleger
  • Das Kollegium statt die Kollegen
  • Alle statt jeder
  • Niemand statt keiner
  • 30 Personen haben teilgenommen statt 30 Teilnehmer
  • Mitarbeitende statt Mitarbeiter
  • Ärztliche Hilfe statt Hilfe eines Arztes

Oberste Maxime bei der Anwendung geschlechtersensibler Sprache soll dabei stets sein, dass diese mit Maß und Ziel genutzt wird, die Texte verständlich bleiben und nicht zu kompliziert werden. Die „Handreichung geschlechtersensible Sprache“ ist bewusst offen gehalten. Bis sprachliche Neuerungen in das verbindliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung aufgenommen sind, bittet die Diözese ihre Belegschaft, die vorhandenen Möglichkeiten in geeigneter Weise kreativ zu nutzen. Die Entwicklungen im Bereich geschlechtergerechte Sprache werden weiterhin beobachtet. Änderungen zu einem späteren Zeitpunkt sind möglich.   

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