Schulen

„Noch mutiger werden, noch lauter werden"

Erstmals trafen sich die Leitungskräfte der katholischen freien Schulen und Kindergärten unter dem Dach der Stiftung Katholische Freie Schule (SKFS) zum „Tag der katholischen Schulen" in Obermarchtal. Foto: Geigle

Leitungskräfte katholischer Schulen diskutierten mit Bischof Fürst über Herausforderungen und Lösungen für eine werteorientierte Bildung.

Thema des ersten Tags der katholischen Schulen war „Selbstverständlich. Katholische Schulen in herausfordernden Zeiten.“ Mehr als 60 Kolleginnen und Kollegen diskutierten über ihre „Schätze“ und Lösungsstrategien, um angesichts der krisenhaften Situation der Bildungslandschaft das christliche Schulprofil lebendig zu halten und katholische Schulen und Kindergärten als Orte werteorientierter Bildung erfolgreich zu gestalten.

Als Impulsgeberin und Impulsgeber gaben Dr. Dagmar Wolf von der Robert-Bosch-Stiftung, Bischof Dr. Gebhard Fürst und Stiftungsdirektor Dr. Joachim Schmidt eine Einschätzung der aktuellen Situation der katholischen Schullandschaft und ermutigten die Schulleitungen, trotz der komplexen Herausforderungen zentrale Entwicklungspunkte in den Blick zu nehmen und weiterhin zu verfolgen.

Hoffnung, Mut und Mitgestaltung

Bischof Fürst betonte die Verantwortung für einen lebenswerten Planeten und für Menschen, die benachteiligt werden: „Nach welchen Kriterien nehmen wir Kinder und Jugendliche an unseren Schulen auf? Wie weit sind wir wirklich Vorreiter in Sachen Inklusion? Das müssen wir uns fragen“, mahnte der Bischof und zitierte Erich Fromm: „Wer nur eine schwache Hoffnung hat, entscheidet sich für das Bequeme oder für die Gewalt. Wer eine starke Hoffnung hat, erkennt und liebt alle Zeichen neuen Lebens und ist jeden Augenblick bereit, dem, was bereit ist geboren zu werden, ans Licht zu helfen.“

Dagmar Wolf stellte heraus, dass die katholischen Schulen aufgrund ihrer Werteorientierung prädestiniert sind, den Mitgestaltungsauftrag an unserer Zukunft wahrzunehmen. Die krisenhafte Situation des Bildungssystem werde sich noch verschärfen, prognostizierte sie, und Schulleitungen seien in diesem Umfeld wichtige „Change Agents": „Keine Entwicklung ist keine Option. Schule muss das Tempo des gesellschaftlichen Wandels aufnehmen.“

Der scheidende Stiftungsdirektor Dr. Joachim Schmidt rief seine Kolleginnen und Kollegen dazu auf, noch mutiger zu werden, auch wenn Entwicklungen an bürokratische Hürden stoßen, und noch lauter einzutreten für politische Forderungen nach einem schüler- und zukunftsorientierten Bildungssystem.

Abschied von Stiftungsdirektor Dr. Joachim Schmidt

Zwölf Jahre lang hatte Schmidt sich innerhalb der SKFS und der AG Freier Schulen Baden-Württemberg (AGFS) für zeitgemäßere Lern- und Arbeitsformen und eine stärkere Professionalisierung im Bildungssystem stark gemacht: Flexiblere Unterrichtsformen, projektorientiertes Lernen, digitaler Wandel in der Schule, agile Strukturen und Teamlösungen in der Schulleitung sind Themen, die er in den vergangene Jahren angestoßen und vorangebracht hat.

Mit sehr persönlichen Abschiedsworten würdigten die Schulleiterinnen und -leiter den Stiftungsdirektor, mit dem sie in zwölf Jahren „ganz viele dicke Bretter gebohrt“ haben. Sein wertschätzender Führungsstil habe Raum gegeben, gute Lösungen zu entwickeln: „Er kann richtig gut zuhören, ist menschlich da und bleibt professionell.“ Dr. Joachim Schmidt wechselt zum kommenden Schuljahr als Verantwortlicher für die Schulsystementwicklung zum Erzbistum Berlin.

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