Veranstaltung

Gartenschau bringt Glaube im Alltag zum Blühen

Inmitten des Kirchengartens auf der LGS heißt eine Christusfigur aus Bronze alle Menschen willkommen.

Pfarrer Prof. Sven van Meegen und Schwester Franziska Trögler freuen sich auf viele Besucherinnen und Besucher, die die Angebote im Kirchengarten auf der Landesgartenschau nutzen. Inmitten der großen hölzernen Pilgermuschel ist Jesus Christus, eine Bronzefigur des Ellwanger Künstlers Ulrich Brauchle. Foto: drs/Jerabek

Als Ort zum Ankommen und Aufatmen präsentiert sich der Kirchengarten auf der Landesgartenschau. Die Kirchen sind mit einem Programm für alle dabei.

Just in time. Was in der Industrie vielfach der Standard in der Materialbeschaffung ist, gilt auch für die Landesgartenschau in Ellwangen: Just in time - „gerade zur rechten Zeit“ - grünt und blüht es, wo vor wenigen Tagen noch Lastwagen und Baumaschinen das Bild prägten. Just in time wurde der Kirchengarten fertig. - Manches wurde freilich mit großem zeitlichem Vorsprung und in übergroßer Menge „geliefert“: unglaubliches Engagement und schier unbändige Vorfreude auf eine Gartenschau, auf der die christlichem Kirchen mit täglichen Angeboten und einem vielfältigen Programm für alle einen besonderen Akzent setzen. Der Kirchengarten ist als Ort zum Ankommen und Aufatmen konzipiert. Er bringt Glaube im Alltag zum Blühen.

Sei willkommen!

„Jesus Christus ist unsere Mitte, er heißt uns willkommen, und wir dürfen davon Zeugnis geben. Das ist das, was hier aufblühen soll: in allen Begegnungen, in allen Veranstaltungen, in allem, was hier geschehen soll - im ‘Kirchengarten - Sei willkommen’“, sagt Schwester Franziska Trögler vom ökumenischen Kirchengarten-Team. In Gesprächen, gerne bei einem Schluck Wasser, beim Mittagsgebet, auf dem Zuhörbänkle, wo geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jedem und jeder ein offenes Ohr schenken, bei Andachten und Gottesdiensten soll die Liebe Gottes konkret werden.

Pilgermuschel als Erkennungszeichen

Eine große hölzerne Pilgermuschel ist der Blickfang und das Erkennungszeichen des Kirchengartens. „Die Pilgermuschel haben wir ganz bewusst gewählt, weil wir Christen mobil sind“, sagt Ellwangens Stadtpfarrer Prof. Sven van Meegen. Die schöne Stadt an der Jagst gilt als wichtiger Knotenpunkt auf dem Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg und strahlt mit ihrer christlichen Prägung und ihren historischen Kirchen weit aus. Und für alle Besucherinnen und Besucher, die irgendwie unterwegs sind, soll der Garten ein Platz werden, an dem sie willkommen sind, ein Ort zum Ankommen und Aufatmen.

Christus heißt alle willkommen

Eingebettet in die Pilgermuschel ist eine Christusfigur aus Bronze, der „Willkommens-Christus“ von Ulrich Brauchle. Mit weit ausgebreiteten Armen empfängt die Figur die Menschen - so wie sie sind -, schwebt ihnen gleichsam entgegen, nimmt sie an der Hand, und darf auch berührt werden, wie Pfarrer van Meegen betont. „Die Figur ist so gestaltet, dass sie eine menschliche Figur ist und gleichzeitig den Baum des Lebens oder den Fluss des Lebens in ihrer Oberfläche symbolisiert“, erklärt Brauchle. Für Schwester Franziska ist es eine Figur, die sich nicht aufdrängt, aber Frieden schenkt und einlädt: „zum Leben, zur Hoffnung, zur Begegnung“.

Konfessionen sind zusammengerückt

Ein großer Schirm, der Schatten gibt und vor Regen schützt, zählt zu den weiteren markanten Einrichtungsgegenständen des Kirchengartens. Darunter findet sich ein kleiner Altar und ein Taufstein. Das sind Symbole für die beiden Sakramente bzw. Heilszeichen, die alle drei beteiligten Konfessionen - katholische, evangelische und neuapostolische Kirche - gemeinsam haben. „Durch die Vorbereitungen auf die Landesgartenschau sind die Konfessionen näher zusammengerückt“, freut sich Pfarrer van Meegen. Jeden Tag um 12 Uhr findet im Kirchengarten ein Mittagsgebet statt. Diese kleine stärkende Auszeit mit Musik, Gebet und Segen wird eingeläutet von der Landesgartenschau-Glocke.

Zeugnisse eines tollen Miteinanders

Der Kirchengarten ist für Schwester Franziska und Pfarrer van Meegen auch ein Zeugnis des tollen Miteinanders von Kommune, Kirche und örtlicher Wirtschaft. „Über 80 Prozent aller Materialien, die für den Bau des Kirchengartens nötig waren, wurden gespendet", unterstreicht van Meegen. Und alles, was hier zum Einsatz kommt, wird auch nach der LGS eine Verwendung haben. „Wie alles Hand in Hand geht und wie sich die Menschen ehrenamtlich einbringen - das ist das Gigantische an Ellwangen“, ergänzt Schwester Franziska.

Gigantisch verspricht in den nächsten Tagen auch das Wetter zu werden. Im Volksglauben ist das die „Aufgabe“ von Petrus. Der liefert zum Eröffnungswochendende „just in time“.

INFO

Das Programm der Kirchen auf der Landesgartenschau ist auf der Seite der Landesgartenschau zu finden und auf der Seite der Seelsorgeeinheit Ellwangen.

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