Gartenschau

Gedenkbretter für die Trauerbewältigung

Eine Teilnehmerin mit Schürze beginnt ein Brett mit bunten Blumen zu bemalen. Links neben ihr steht die Farbpalette und eine Kaffeetasse.

Eine Teilnehmerin bemalt ein Holzbrett zur Erinnerung an einen verstorbenen Angehörigen - Foto: Ulrike Schnitzer

Auf der Landesgartenschau in Wangen gestalten Menschen Erinnerungsstücke an ihre Verstorbenen.

Angelehnt an das Motto "kunter.bunter.munter" der diesjährigen Landesgartenschau in Wangen im Allgäu lädt der Garten der Kirchen dort immer samstags und sonntags dazu ein, dem "kunter.bunter.glaube" kreativ Ausdruck zu verleihen. Am vergangenen Samstag gestalteten Interessierte unter Anleitung von Theresia Fischer von der Kontaktstelle Trauerpastoral im Dekanat Allgäu-Oberschwaben Gedenkbretter für Verstorbene.

Dieses Angebot lehnt sich an die kreative Idee einer Kunsttherapeutin und eines Bestattungsunternehmens aus Niedersachsen an. Früher wurden Verstorbene auf sogenannten Totenbrettern bis zur Beisetzung aufgebahrt. Später wurden diese Bretter als Erinnerungen an Wegesrändern aufgestellt. Um das "gemeinsame Tragen" und "Aufstellen einer Erinnerung" ging es auch beim Angebot im Rahmen von "kunter.bunter.glaube" im Garten der Kirchen.

Die Erinnerungen mit nach Hause tragen

Die Teilnehmenden gestalteten allein oder gemeinsam mit Farbe ein massives Holzstück. Im Gedenken an einen nahen Verstorbenen, dem sie es widmeten, wurden Gefühle und Gedanken wach, die dann einen Platz bekamen. Bilder, Farben, Zitate oder auch gute Wünsche - den Ideen und Erinnerungen waren keine Grenzen gesetzt. Nach dem Trocknen konnten die Künstler:innen das gute und auch schwere Stück Holz miteinander nach Hause tragen. Auch ein Sinnbild für die Trauer, in der die Unterstützung und Hilfe von anderen wichtig ist.

Trauer ist individuell. Die Formen und Möglichkeiten mit einem Verlust umzugehen, sind vielfältig. Die einen treiben mehr Sport, die anderen stürzen sich in Arbeit, wieder andere kommen ins Schreiben von Texten oder räumen die Wohnung um. Manchen fällt es leicht, viel darüber zu sprechen, andere behalten vieles für sich und machen das veränderte Leben mit sich selbst aus. Dass die eigene Trauer individuell gelebt werden kann und einen Ausdruck finden darf, das unterstützen Trauerbegleitende in der Region.

Die Holzbretter im Rohzustand und bemalt - Fotos: Ulrike Schnitzer

Trauerpastoral im Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Im Dekanat Allgäu-Oberschwaben gibt es ein großes Netzwerk an ehrenamtlichen Trauerbegleitenden in Kirchengemeinden und bei Hospizdiensten, von Seelsorgenden in den Kirchengemeinden und Kliniken sowie den Beratungsdiensten bei Caritas und Diakonie, die Hinterbliebene in ihrer Not begleiten und bei Fragen unterstützen. Eine Sammlung von Veranstaltungen veröffentlicht jährlich die Kontaktstelle Trauerpastoral auf Ihrer Webseite. Die Broschüre ist auch in gedruckter Form erhältlich.

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